Großer Corona-Ausbruch in Coesfeld und überall in Deutschland

Da bei einer bisher unbekannten Zahl von Schlachthöfen und bei Hunderten (Tausenden?) Schlachthof-Mitarbeitern das Coronavirus nachgewiesen wird, fordern einige Politiker der zweiten Reihe möglichst weiche Konsequenzen, die hart klingen. Sie kritisieren vor allem die beengten Wohnverhältnisse der meist osteuropäischen Arbeiter.

Die SPD-Bundestagsfraktion erwägt die baldige Verschärfung der Arbeitsschutzgesetze: Wir haben 2017 gesetzliche Standards für die Fleischwirtschaft definiert, die nicht ausreichen. Wir müssen nochmal ran. Es liege auf der Hand, dass die Wohnverhältnisse der Beschäftigten und das Infektionsgeschehen zusammenhängen. Tausende Werk- und Saisonarbeiter schuften unter zweifelhaften Bedingungen und werden in engen Sammelunterkünften untergebracht. Hier sind die Arbeitgeber für den Schutz der Mitarbeiter verantwortlich! Notfalls muss gesetzlich nachgeschärft werden: Arbeitsmittel, Schutzkleidung und persönliche Schutzausrüstung müssen zur Verfügung gestellt werden.

CSU: Möglichen Missständen in den Betrieben muss mit aller Härte nachgegangen werden. Aber auch die Mitarbeiter (Rumänen) haben eine Verantwortung, Mindestabstände einzuhalten, um eine Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Kritiker monieren, dass dies aufgrund der beengten Wohnverhältnisse nicht möglich ist.

Grüne: Miese Hygiene, miserable Unterkünfte. Die Betriebe müssen häufiger und besser kontrolliert und die Hauptverantwortlichen der Konzerne konsequenter zur Rechenschaft gezogen werden. Schon vor der Krise war bekannt gewesen, wie mies die Hygiene in vielen Betrieben ist. Das liegt auch an den extrem schlechten Arbeitsbedingungen - von mangelhafter Ausrüstung bis ausbeuterischen Arbeitszeiten. Ein zentrales Problem ist die Unterbringung in überbelegten, miserablen Unterkünften, für die die Arbeiter oftmals eine Wuchermiete zahlen müssen. Hier müssen Politik und Behörden aktiv werden.

Anlass für die Debatte ist ein Corona-Ausbruch unter Mitarbeitern eines großen Schlachthofs im nordrhein-westfälischen Coesfeld, der dank der örtlichen Trennung zwischen Einheimischen und Rumänen keine Deutsche oder Zuwanderer betroffen hat. Es werden anfänglich mehr als 180 Infektionen festgestellt. Die hohe Zahl Infizierter führt dazu, dass der von der Bundesregierung erst am vorherigen Mittwoch beschlossenen Notfallmechanismus in Kraft gesetzt werden muss. Er sieht besondere Maßnahmen vor, wenn es mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Region gibt. In der Folge gelten die Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen im Landkreis Coesfeld erst eine Woche später, obwohl dies nur aus politischen und nicht aus medizinischen Gründen notwendig ist. Denn die Deutschen und die Rumänen arbeiten und leben voneinander getrennt, ob Schlacht- oder Bauernhof.

Auch in Schleswig-Holstein gab gibt es einen ähnlichen Fall: In einem Schlachthof in Bad Bramstedt (Kreis Segeberg) werden 109 Beschäftigte positiv getestet worden. Schleswig-Holstein und NRW veranlassen jetzt Corona-Tests unter den Arbeitern aller Schlachthöfe. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil fordert wegen der Corona-Ausbrüche in mehreren (allen?) Fleischbetrieben strenge Kontrollen. Immer wieder stehen Schlachthöfe wegen der schlechten Arbeitsbedingungen der meist aus Osteuropa stammenden Arbeiter in der Kritik. Viele Politiker vieler Parteien kritisieren die beengten Wohnverhältnisse der osteuropäischen (Rumänien) Arbeiter.

Die politische Feststellung des Corona-Ausbruches ist überfällig. Erst der Corona-Ausbruch hat die politisch-wirtschaftlichen Schweinereien ans Tageslicht gebracht. „Ostarbeiter“, meist aus Rumänien, werden in Deutschland wie Leibeigene gehalten und ausgebeutet. In Rumänien geht es ihnen dank teilweiser EU-Mitgliedschaft wirtschaftlich und medizinisch noch schlechter. Wer in Rumänien nicht arbeitet oder stiehlt (Mafia, Politiker) verhungert!

Kein Deutscher, auch keiner, der in Deutschland Asyl anstrebt, will wie ein Rumäne leben, der in Deutschland ausgebeutet wird. Somit sind die rumänischen Fremdarbeiter unter sich. Neben der mickrigen Bezahlung weit unterhalb des Mindestlohnes werden sie von rumänischen und deutschen Schleppern hereingelegt und betrogen. Sie arbeiten nicht nur in Schlachthöfen, sondern auch zur Spargelzeit bei den Bauern. Das Gehalt wird nicht zur Gänze ausgezahlt, der wahre Stundenlohn liegt bei einigen wenigen €, fürs Finanzamt trotzdem kein Grund zur Kontrolle. Sie wohnen beengt zusammen, schlafen dicht zusammen, haben geringe Möglichkeiten sich zu waschen und müssen eine überhöhte Miete zahlen.

Dank Corona lassen sich diese schlimmen Zustände nicht mehr verheimlichen. Die Zustände selber existieren schon langen und sind von Corona vollkommen unabhängig. Gesundheitsämter arbeiten eng mit deutschen Arbeitgeber und verhindern jegliche Aufdeckung, wo es nur geht. Die abhängigen Medien versuchen alles auf die Pandemie zu schieben. In wenigen Tagen wird sich deshalb die Lage „normalisieren“. Die Leibeigenschaft wird bald in ruhiges Gewässer zurückkehren.

Es sind nicht vereinzelte Schlacht- und Bauernhöfe, die sich an der unmenschlichen Ausbeutung beteiligen, sondern die Mehrheit. Denn der deutsche Verbraucher will billiges Fleisch und gesunden wohlschmeckenden Spargel.

BlackRiv/pixabay https://pixabay.com/de/photos/rindfleisch-kuh-schlachthof-1884301/

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