2.400 Jura Professoren haben laut Washington Post wegen des "falschen juristischen Naturells" (so umschreiben linke Juristen eine unpassende politische Einstellung) einen Brief gegen Trumps Kandidaten unterzeichnet.

Das zeigt, wie politisiert die Justiz ist. Zu meiner Studienzeit waren Rechtwissenschaften noch eher rechts. Linke haben jedoch erkannt, dass sie in den Rechtwissenschaften mehr "bewirken" können als in ihren angestammten linken Geisteswissenschaften. Während rechte oder unpolitische Juristen in die Wirtschaft gehen, um Geld zu verdienen und Steuern zu bezahlen, zieht es linke Juristen auf Richter- und Professoren-Posten.

Dort sind Linke mittlerweile so dominant, dass kein Rechter mehr Richter werden darf, wie Fälle aus Österreich und den USA zeigen. Bei rechten Juristen wird von den linken Inquisitoren in der tiefsten persönlichen Vergangenheit nach Sünden gegraben. In Österreich wurde eine falsche Freundschaft eines rechten Juristen schlagend. Bei einem konservativen US-Juristen stehen ausgerechnet Partys in den freizügigen 70ern im Fokus.

Mir ist hingegen kein Fall bekannt, bei dem von Obama bestellten Richtern Verfehlungen aus der College Zeit in den wilden 60s oder freizügigen 70s hervorgekramt wurden. Damals galt sexuelles Draufgängertum als cool. Bill Clinton hatte sich in den 90s von seiner Praktikantin einen blasen lassen. Sich darüber zu empören, galt als "typisch amerikanische Prüderie" aus den 50s.

Die sexuelle Befreiung hatte gerade am Anfang ihre brutalen Schattenseiten. Im Film Saturday Night Fever, der das Lebensgefühl jeder Zeit sehr authentisch zeigt, wird ein Mädchen von mehreren Jungs im Auto missbraucht:

YouTube Screenshot

Heute würde man dies (zu Recht) als Vergewaltigung ansehen und strafrechtlich verfolgen. Nach dem damaligen Verständnis war das Mädchen selbst schuld, weil sie zunächst freiwillig in das Auto gestiegen war, um den von John Travolta gespielten Filmhelden eifersüchtig zu machen.

Im Gegensatz zu linken Relativisten, die sexuelle Übergriffe bei ihren Schutzbefohlenen im kulturellen Kontext rechtfertigen wollen, halte ich falsches Verhalten für falsch, egal, von wem und wann es gesetzt wurde.

Das Verhalten, das von einem 20jährigen Studenten vor 30 Jahren gesetzt wurde, so zu beurteilen, als ob es in der heutigen Zeit von einem 50jährigen Juristen gesetzt worden wäre, ist jedoch weder rechtlich noch menschlich gerechtfertigt.

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