Die Tierschutzorganisation „Animals Asia Foundation“ kämpft seit vielen Jahren gegen die Misshandlung von Kragenbären und setzt sich für die Schließung von Bärenfarmen ein.

(Text von Gerhard Künl, Förderer der Animals Asia Foundation)

1993 wurde die Engländerin Jill Robinson während einer Reise durch China auf eine unglaubliche Art von Tierquälerei aufmerksam. Sie entdeckte in engen Käfigen eingesperrte, große schwarze Kragenbären, die als lebende Zapfsäulen missbraucht wurden.

Mondbären hatten einst ein großes Verbreitungsgebiet

Der Asiatische Schwarzbär (Ursus thibetanus), auch Kragenbär oder Mondbär genannt, war früher in weiten Gebieten Süd- und Ostasiens verbreitet. Im Halsbereich haben die Tiere stark verlängerte Haare, daher werden sie oft auch „Kragenbären“ genannt. Der Name „Mondbär“ kommt von der weißen Fellzeichnung auf der Brust, die an eine Mondsichel erinnert.

Gefangener Mondbär- bald ist das arme Tier in Sicherheit (Bild von Animals Asia)

Die hauptsächlich vegetarisch lebenden Tiere ernähren sich überwiegend von Obst, Nüssen, Eicheln und Beeren. Manchmal erbeuten sie auch Insekten oder kleine Wirbeltiere, nur selten gehen sie auch an größere Tiere oder Weidetiere.

Für Menschen sind Kragenbären nicht gefährlich. Die wenigen bekannten Zwischenfälle, bei denen Menschen durch Kragenbären zu Schaden kamen, waren auf menschliche Provokationen zurückzuführen.

Welches Alter die Tiere in freier Wildbahn erreichen können, ist nicht sicher bekannt. In menschlicher Obhut artgerecht gehaltene Kragenbären wurden manchmal bis zu 36 Jahren alt.

Bild von Animals Asia

In der freien Natur ist der Bestand an Mondbären durch Jagd und Zerstörung ihres Lebensraumes stark zurückgegangen, und in vielen asiatischen Regionen ist diese schöne Bärenart so gut wie ausgerottet. Eine der Hauptgründe ist der Glaube an die Heilwirkung der Bärengalle. Um an die Gallenflüssigkeit zu gelangen, werden die Tiere seit über 3000 Jahren gejagt. Traurig genug, doch seit 1970 gibt es in China, Vietnam und Korea eine andere noch viel üblere Methode zur Gewinnung der Gallenflüssigkeit...

Bild von Animals Asia

Jill Robinson macht in China eine furchtbare Entdeckung

Die Engländerin Jill Robinson war von 1987 bis 1998 für die Tierschutzorganisation "International Fund for Animal Welfare" (IFAW)in Hongkong tätig. 1993 wurde sie auf einer Reise durch den Süden Chinas auf eine furchtbare Tatsache aufmerksam. Sie entdeckte eine merkwürdige "landwirtschaftliche" Einrichtung, eine Art "Farm", mit einer Vielzahl von Käfigen, in denen große schwarze Kragenbären eingesperrt waren.

Bild von Animals Asia: Gefangene "Gallebären" in einer "Bärenfarm". Animals Asia versucht, alle gefangenen Bären zu befreien.

Es waren keine Tierkäfige, wie man sie aus dem Zoo kennt. Auch in Zoos wird den Tieren häufig zu wenig Platz zuerkannt. Aber hier handelte es sich um etwas, was die britische Tierschützerin bisher noch nicht gesehen hatte. Es schien wie ein Alptraum zu sein, doch es war Realität. Große ausgewachsene Asiatische Kragenbären waren in winzige verrostete Drahtverschläge eingepfercht, in denen sie sich nicht einmal umdrehen konnten.

Doch das war noch nicht alles...

Unglaublich, aber wahr: Die armen Tiere wurden als lebende Zapfsäulen missbraucht. Um an den in der "Traditionellen Chinesischen Medizin" verwendeten Gallensaft der Bären zu gelangen, werden die Tiere buchstäblich angezapft, indem ihnen Katheder aus Metall einfach in den Unterleib gestoßen werden. Die oftmals eitrigen Wunden bleiben unversorgt.

Das Unglaubliche ist, das Kragenbären sehr widerstandsfähig sind, und es kann sogar vorkommen, dass die Tiere selbst unter solchen extrem tierquälerischen Bedingungen viele Jahre weiterleben, bis sie der Tod erlöst. Dabei wären weder die Jagd auf Kragenbären noch diese unsäglichen Qualen für die Tiere überhaupt notwendig, da es auch pflanzliche und synthetische Alternativen zur Bärengalle in der Traditionellen Chinesischen Medizin gibt.

"Bei Animals Asia sind wir davon überzeugt, dass jedes Tier Freundlichkeit, Mitgefühl und ein Leben verdient, das es wert ist, gelebt zu werden."

Die Animals Asia Foundation wird gegründet

Jill Robinson, eine mutige couragierte Frau, fasste nach diesem Erlebnis den Entschluss, die schwer misshandelten Mondbären unter allen Umständen zu retten und sich für die Schließung solcher "Bärenfarmen" einzusetzen. So gründete sie 1998 die Tierschutzorganisation "Animals Asia Foundation" (AAF), mit der Zentrale in Hongkong.

Ein geretteter Bär wird operiert (Bild von Animals Asia)

Durch vielfältige Aktivitäten, vor allem auch durch Verhandlungen mit lokalen Behörden, ist es der Organisation gelungen, Hunderte von Kragenbären aus diesen grässlichen Tierhöllen zu befreien. So werden für befreite Mondbären Auffangstationen geschaffen. In diesen Bärenrettungszentren wird alles für die Genesung und artgerechte Versorgung der Tiere getan. Für die geretteten Bären bedeutet das, von der Hölle ins Paradies zu kommen. Leider hatten viele der befreiten Tiere keine hohe Lebenserwartung mehr. Aber sie konnten noch einmal auf weichem Gras liegen, wurden liebevoll umsorgt mit gutem Futter, bekamen beste tierärztliche Versorgung...

Bärin Princess ist nun endlich in Sicherheit (Bild von Animals Asia)

Auch bei der Aufklärung der Bevölkerung über die Misshandlung der Bären hat die AAF bereits viel geleistet. Inzwischen unterstützen auch viele Chinesen und Vietnamesen die Arbeit der Organisation, deren Ziel es ist, den Respekt vor Tieren wieder herzustellen und Menschen, gerade auch Kindern, den artgerechten Umgang mit Tieren beizubringen.

Auch für andere Tiere setzt sich die AAF ein. Denn immer noch werden Hunde und Katzen gegessen, immer noch gibt es in China Massentötungen von Hunden und Katzen als "Maßnahme zur Tollwutbekämpfung", gibt es Pferdekämpfe und Lebendfütterungen in Zoos zur Unterhaltung, werden lebende Schildkröten auf chinesischen Märkten gehandelt, sind einige Chinesen besonders scharf auf Produkte von aussterbenden Tierarten (z.B. Tiger, Nashörner), werden Schweine unter katastrophalen Bedingungen gehalten ...

Die "Animals Asia Foundation" hat nach wie vor ihren Hauptsitz in Hongkong, hat aber auch Büros in China, Deutschland, Neuseeland, Australien, Italien, den USA und in Großbritannien eingerichtet. Inzwischen kann die Tierschutzorganisation auch viele hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigen, ist aber auch auf ehrenamtliche Helfer angewiesen und finanziert sich überwiegend aus Spendengeldern. Und es gibt leider noch so viel zu tun...

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