Fortschritt ist kein Naturgesetz, kein Selbstläufer. Er ist ein unglaublich zerbrechliches Gut, abhängig von Finanzierung, politischem Willen und der Bereitschaft, unbequemes Wissen zu ertragen. Doch während wir uns in der Illusion wiegen, alles Wichtige sei im Internet für immer gesichert, verlieren wir täglich Wissen – nicht durch spektakuläre Brände wie in Alexandria, sondern durch Gleichgültigkeit, ideologischen Eifer und schleichende Budgetkürzungen.
Die größte Gefahr für unser Wissen ist nicht die Flammensbrunst, sondern die stille Erosion. Bibliotheken werden geschlossen, Archive verstauben, und digitale Datenbanken verfallen, weil niemand mehr für ihre Pflege bezahlt. Was nützt die beste Forschung, wenn die Server abgeschaltet werden, auf denen sie liegt? Was hilft die brillanteste Idee, wenn das Format, in dem sie gespeichert ist, nicht mehr lesbar ist? Wir vertrauen blind auf die Cloud, doch auch sie ist nur so stabil wie die Infrastruktur, die sie trägt – und die wird oft sträflich vernachlässigt.
Hinzu kommt die gezielte Manipulation: Falschinformationen überfluten das Netz, verdrängen Fakten und schaffen eine Parallelwelt, in der Wissen nicht mehr zählt, sondern nur noch die lauteste Stimme. Zensur, ob staatlich oder algorithmisch, löscht unbequeme Wahrheiten aus dem kollektiven Gedächtnis. Was nicht mehr gefunden wird, existiert bald nicht mehr – selbst wenn es irgendwo noch gespeichert ist.
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Der moderne Wissensverlust ist ein Tod durch tausend Schnitte. Jede gekürzte Forschungsstelle, jedes eingestellte Projekt, jede ignorierte Warnung vor Datenverlust ist ein kleiner Riss in der Mauer unseres kollektiven Wissens. Und doch merken wir es oft erst, wenn es zu spät ist: wenn die letzte Person, die eine veraltete Programmiersprache beherrschte, in Rente geht; wenn ein einzigartiges Archiv wegen Platzmangels entsorgt wird; wenn eine ganze Generation aufgewachsen ist, ohne zu wissen, was sie nie gelernt hat.
Wissen zu bewahren, ist kein technisches, sondern ein gesellschaftliches Problem. Es erfordert nicht nur Geld, sondern auch den Willen, sich für Dinge einzusetzen, die nicht sofort profitabel sind. Es braucht Bibliothekar:innen, Archivar:innen, Programmierer:innen, die sich um die unsichtbaren Fundamente unserer Zivilisation kümmern – und eine Öffentlichkeit, die versteht, dass Wissen nicht selbstverständlich ist. Sonst wird der nächste große Verlust nicht mit einem Knall, sondern mit einem leisen Klick beginnen: dem Klick auf „Löschen“.