Hufeisentheorie -Teil 3 Die Geschichte von Links und Rechts

Im vorangegangenen Teil, waren wir beim Marketing stehen geblieben.

Nur ein kurzes Intermezzo daher:

Die US-Marketingagentur beispielsweise formuliert es so um ein Beispiel aus der Wirtschaft zu bemühen:

"There’s No Such Thing as a Boring Product, Just Boring Marketing

"

-Zitat overskies.com

Übersetzung: Es gibt nicht so etwas, wie ein langweiliges Produkt, nur langweiliges Marketing.

Links oder Rechts, aber warum genau?!

Das Kuriose ist, dass die späteren Kommunisten immer vom "Proletariat" also dem Arbeiter sprachen, und es gibt da auch sehr aussagekräftige Bilder, wie man sich von dort die Welt vorstellt (die Elite faulenzend ganz oben, die Arbeiter ganz unten am Schuften...), wenngleich nicht alles daran verwerflich oder komplett von den Haaren herbeigezogen sein mag, wenn man sich die globalisierte Welt oder die Anfänge der Industrialisierung ansieht.

Aber ursprünglich und ich spreche hier vom 17.Jahrhundert also der Zweit wo es die 3 Musketiere gab, da war es wirklich so, dass der Adel und das Bürgertum die Klassen unter dem Klerus(Geistige) sowie direkt unterm König waren.

Und der Adel war eher ein bürgerlich-konservativer Part.

Der "Dritte Stand" wie es vermutlich politisch ganz richtig heißen würde, war die hart arbeitende Bevölkerung im Frankreich der Monarchie.

Aber von einem Proletariat sprach man tatsächlich erst frühestens um 1820!

Also gab es da noch keinen Begriff dafür.

Während der Zweite Stand (Adel) und erste (Kirche) bestehende mehr eine beratende/unterstütztende Rolle für den König ausübte und wie man es in neudeutsch sagen würde "ein chilligeres" Leben hatte.

Die Herkunft von Links und Rechts

Daher zitierte ich hier einen Artikel der "Neuen Züricher Zeitung", welche vom Lehrkörper für "Neue Geschichte" Peter Hoeres an der Universitäts Würzburg verfasst worden ist:

"Etymologisch gibt es in zahlreichen Sprachen Wortstämme,

die rechts mit richtig und gerecht identifizieren, links mit

linkisch, lahm, verkehrt oder schwach. Erinnert sei auch an

Redewendungen wie «mit dem linken Fuss aufstehen»,

«Nachkomme linker Hand», «linker Vogel» oder «left-handed

compliments» einerseits, «to be right» oder «rechtschaffen»

andererseits. Mit der rechten Hand begrüsst man die Gäste,

mit der rechten Hand opfert und schwört man, und mit dem

rechten Fuss betritt man heilige Orte.

Kurzum, allerortsm treffen wir auf die Vorherrschaft der rechten Seite, häufig mit einer religiösen und moralischen Grundierung.

Als Ludwig XVI. im Mai 1789 zum ersten Mal seit 175 Jahren

die Generalstände zusammengerufen hatte, bildete sein

erhöhter Thron das Zentrum.

Unmittelbar zu seiner Rechten durften die Prinzen, links die Gemahlin und die Prinzessinnen Platz nehmen.

Der Klerus als oberster Stand sass zu seiner Rechten, der Adel zu seiner Linken, die Delegierten des dritten Standes gegenüber, am Fussende.

Distanz zeigt hier eine weitere räumliche Symbolisierung an.

Als der dritte Stand sich am 20. Juni 1789 mit Einladung an die

anderen Stände zur Repräsentanz der Nation und zur

verfassunggebenden Versammlung im Ballhaus erklärte,

wohin man hatte ausweichen müssen, war die alte Ordnung

zerbrochen.

Die Tradition wirkte aber weiter.

In den verschiedenen Versammlungsräumen der Konstituante, dann

der Legislative und schliesslich des Konvents stellte sich

jeweils eine Rechts-links-Sitzordnung zwanglos wieder ein.

Nicht mehr der Stand, sondern das Votum bestimmte nun

aber die Platzwahl.

Die rechte Seite wurde dabei immer weiter amputiert:

Die Aristokraten und Monarchisten schieden aus,

die nun gewählten Abgeordneten gruppierten sich unter der

Verfassung der konstitutionellen Monarchie vom September

1791 von einer gemässigten Rechten bis zu den linken Jakobinern.

Die Orientierungen wurden von den Stenografen

und der Presse übernommen.

Die rechte Seite wurde bald geächtet, keiner wollte dort

sitzen, um nicht als Monarchist angesehen zu werden.

Die Girondisten als gemässigte Linke mussten schliesslich dort

Platz nehmen.

Die radikale Linke sass dagegen oben links,

Vertreter der Bergpartei (Montagnards) im neu errichteten

parlamentarischen Amphitheater.

Neben die horizontale Unterscheidung trat die alte vertikale,

jetzt sassen die Vertreter des gesellschaftlichen unteren Rangs aber oben links und schauten spöttisch auf die Plaine, den Sumpf, herab.

Das Feindbild rechts wird etabliert, «rechts» wird zum

Schimpfwort und Kampfbegriff."

-Zitat "Peter Hoeres"

Der komplette Original Artikel auf ca. 7 A4- Seiten zur Einteilung

"Links/Rechts":

Die rechte Seite wird in den meisten Kulturen mit dem Sakralen, Guten, Schönen assoziiert – aber wann wurde «rechts» zum Schimpfwort?,nzz.ch,31.10.2023

Weitere Quellen und Referenzen:

https://www.overskies.com/blog/theres-no-such-thing-as-a-boring-product

Eigene Erinnerung

0
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
0 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

Noch keine Kommentare

Mehr von benjaminheinrich2