Der Friedensnobelpreis als politisches Druckmittel: Wie Maria Corina Machado Trump ködern will

Es ist eine der skurrilsten Episoden der jüngeren Politikgeschichte: María Corina Machado, Venezuelas Oppositionelle und Friedensnobelpreisträgerin von 2025, will ihren Preis an Donald Trump weiterreichen. Und der würde ihn, wie er selbst verkündet, „als große Ehre“ annehmen – obwohl das rechtlich unmöglich ist. Doch wenn es um Prestige geht, hat Trump noch nie auf Regeln geachtet.

Ein Preis, der nicht weitergegeben werden darf

Das Nobelpreiskomitee in Oslo ist klar: „Ein Nobelpreis kann weder aberkannt, geteilt noch an andere übertragen werden.“ Die Statuten sind eindeutig, Alfred Nobels Testament lässt keinen Spielraum. Doch was interessiert das einen Mann, der sich schon als Präsident für den Preis empfahl – und nun von Machado selbst als „würdigerer“ Träger bezeichnet wird?

Trump, der sich nach der gewaltsamen Absetzung des venezolanischen Diktators Nicolás Maduro gegen Machado als neue Führungsfigur aussprach, behauptet nun, sie habe „nicht den nötigen Respekt“ im Land. Stattdessen setzt er auf Maduros ehemalige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez. Ein paradoxer Schachzug: Machado, die den Preis für ihren Kampf gegen Maduro erhielt, will ihn ausgerechnet dem Mann überreichen, der ihre eigene Legitimität infrage stellt.

Washington als Bühne der Eitelkeiten

Laut Trump soll Machado bereits nächste Woche in die US-Hauptstadt reisen – „entweder am Dienstag oder Mittwoch“. Dort könnte die symbolische Übergabe stattfinden. Doch was wie eine diplomatische Geste wirkt, ist in Wahrheit ein offenes Geheimnis: Machado hofft, dass Trump mit dem symbolischen Akt seine Unterstützung für freie Wahlen in Venezuela bekräftigt. Trump wiederum sieht darin die Bestätigung, die ihm Oslo verweigerte.

Warum das Problem tiefer liegt

Die Farce offenbart zwei Dinge: Erstens, wie leicht der Friedensnobelpreis zur politischen Währung verkommt. Zweitens, wie sehr Trump nach Anerkennung giert – selbst wenn sie nur inszeniert ist. Schon 2023 erhielt er den „FIFA-Friedenspreis“ von Gianni Infantino, eine Auszeichnung ohne echten Wert, aber mit großer PR-Wirkung. Jetzt soll der echte Nobelpreis folgen – wenn auch nur als PR-Coup.

Die Frage bleibt: Darf man den Friedensnobelpreis verhandeln?

Das Nobelkomitee schweigt diplomatisch: Man kommentiere nicht, was Preisträger nach der Verleihung tun. Doch die Botschaft ist klar: Der Friedensnobelpreis ist kein Pokerchip. Wenn er zum Mittel der Machtpolitik wird, verliert er seine Glaubwürdigkeit.

Und während Machado und Trump sich in Rhetorik üben, bleibt die eigentliche Frage: Kann man ein Regime stürzen, indem man einem Narzissten symbolisch huldigt? Oder ist das nur der nächste Beweis dafür, dass in Trumps Welt alles käuflich ist – selbst der Friedensnobelpreis?

Was bleibt, ist ein bitterer Beigeschmack: Wenn selbst die höchste Auszeichnung für Frieden zum Spielball der Eitelkeiten wird, wer garantiert dann noch ihre Unantastbarkeit?

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