Stell dir vor, du steigst in dein Auto und kannst völlig ernst behaupten: Ich fahre mit Kernfusion. Nicht mit irgendeinem Übergangskompromiss, nicht mit einer Zukunftsvision, die seit Jahrzehnten immer „in 20 Jahren“ kommt. Nein, echte Kernfusion. Die Sorte Energie, bei der Technikfans sofort anfangen, hektisch nach Förderprogrammen zu googeln und politische Strategen schon mal überlegen, wie man das Ganze in ein Wahlprogramm presst.
Kernfusion bedeutet, dass leichte Atomkerne unter absurd hohen Temperaturen verschmelzen und dabei Energie freisetzen, gegen die jede fossile Quelle wie ein klappriges Teelicht wirkt. Ein Fusionsreaktor ist also eine Maschine, die diese Verschmelzung kontrolliert ablaufen lässt und die freiwerdende Energie nutzbar macht. Und jetzt kommt der Moment, an dem normalerweise alle aufspringen und rufen: Endlich, wir haben es geschafft. Denn dieser Reaktor existiert tatsächlich. Er läuft stabil, zuverlässig, ohne Wartung, ohne Risiko, ohne Endlager, ohne milliardenschwere Baustellen, die Jahrzehnte dauern.
Und das Beste: Die Technologie, um seine Energie einzufangen, ist längst da. Keine futuristischen Magnetflaschen, keine supraleitenden Wunderrohre, keine exotischen Materialien, die nur auf dem Mars vorkommen. Die Energie dieses Reaktors wird bereits heute mit zwei erstaunlich simplen Systemen abgegriffen:
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- Photovoltaikmodule, die seine Strahlung direkt in Strom verwandeln.
- Windräder, die die durch ihn erzeugten Temperaturunterschiede in der Atmosphäre nutzen.
Beides sind im Grunde hochentwickelte Fusionsenergie‑Zapfanlagen. Und wenn du dein Auto mit Strom aus PV oder Wind lädst, dann fährst du tatsächlich mit echter Fusionsenergie. Nicht symbolisch. Nicht metaphorisch. Physikalisch korrekt.
Und jetzt kommt der Moment, an dem die Begeisterung kurz ins Leere tritt, dann ein trockenes Lachen folgt und schließlich ein „Ach so“:
Der Fusionsreaktor, von dem die ganze Zeit die Rede ist, ist die Sonne.
Der größte, stabilste, effizienteste Fusionsreaktor, den wir jemals bekommen werden. Er läuft seit Milliarden Jahren, völlig wartungsfrei, völlig kostenlos, völlig zuverlässig. Wir müssen ihn nicht bauen. Wir müssen ihn nicht genehmigen. Wir müssen ihn nicht erfinden. Wir müssen ihn nur nutzen.
Kurz gesagt: Die Kernfusion ist längst da. Wir haben nur so sehr auf den Reaktor im Labor gestarrt, dass wir den am Himmel übersehen haben.
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