Was Leserbriefschreiber so zu dem Thema Seenotrettung schreiben

Die Leserbriefe in meiner Tageszeitung interessieren mich jede Woche sehr. Sieht man doch auch daran, wie eben andere Leute zu den Themen stehen.

Dieses mal ging es um die Seenotrettung. Sieben Leserbriefe gab es dazu. Die kann man natürlich jetzt nicht als einen statistisch relevanten Wert ansehen. Das will ich auch nicht. Aber ich möchte darüber erzählen, was die Leute über dieses Thema so denken.

Sieben Leserbriefe waren es, die zu diesem Thema abgedruckt wurden, selbstverständlich mit Klarnamen und Ort versehen.

Ich werde natürlich keine Namen nennen und auch nicht einfach all das was geschrieben wurde hierher kopieren. Ich werde in meinen Worten erzählen was ich da gelesen habe. Manches als Zitat:***kennzeichnen*** Und mit meinen eigenen Gedanken ergänzen.

Es ging um einen Bericht, eines der Redakteure, der sich über „Die Versager-Union“ gemeint war die EU, aufregte.

Daraufhin kamen die Leserbriefe. Alle samt hatten sich über diesen Bericht aufgeregt. Keiner war zustimmend.

Einer der Leserbriefschreiber fragt, warum der Redakteur sich mit dem Wort: „Versager-Union“ genau der Sprache der EU Gegner bedient?

Ich finde diese Frage berechtigt. Wenn die bösen Rechten solche Wörter benutzt hätten dann wäre die Zeitung ganz bestimmt davon überzeugt, dass dieses Wort zu EU Verdrossenheit führen würde.

Aber so, wenn man es in dem Zusammenhang benutzt, dass man damit die bösen EU-Staaten meint, die die Menschen nicht retten und aufnehmen wollen, dann ist das „böse Wort“ auf einmal richtig und natürlich führt das dann auch nicht dazu, dass man der EU kritisch gegenüber steht.

Anderer Ausschnitt, da sagt jemand, dass wir in Deutschland auf den besten weg sind, durch ***permanente links-grüne „Flüchtlings“-Indoktrinationen politisch völlig verrückt zu werden***.

Gut erkannt muss ich da sagen. Wir machen uns auf der ganzen Welt nur noch lächerlich. Und wir können nicht erwarten, dass andere Länder unsere Weltanschauung teilen, weder die Europäer noch die Welt.

***Für einige Deutsche ist es schwer zu akzeptieren, dass der Rest der Welt ihren Edlen Zielen nicht folgt.***

Ja, leider muss ich auch erkennen, dass wir immer alles „gründlich“ machen wollen. Wir haben eben nichts gelernt. Die Welt soll an unserem Wesen genesen. Wir leben vor wie man leben sollte. Moralisch überheblich und ohne Kompromissbereitschaft anderen, die das eben nicht so sehen wollen wie wir, gegenüber.

Hoffentlich stellt sich bald heraus, dass diese moralisch überhöhten Werte, die wir jetzt wie eine Monstranz vor uns her tragen, auch nicht die Werte sind, die die ganze Welt oder zumindest die EU, mit uns teilen möchten.

***Der Weg des Dialoges***

Kompromiss scheint heute völlig verpönt zu sein, Diplomatie ein Fremdwort.

Bis 2015 wurde viel auf Verständigung wert gelegt. Es wurde geschaut, dass sich die verschiedenen Länder der EU miteinander vertrugen. Jeder musste ein wenig von seinen Vorstellungen abrücken und mit ganz viel Diplomatie (manchmal auch mit Geld) fand man einen Mittelweg, mit dem alle leben konnten.

Jetzt haben wir eine, zwar kleine, aber mächtige, rechthaberische Gesellschaft, die keinen Jota von ihrer Gesinnung abweichen will. Für die ihre selbsternannten Werte über allem stehen, sogar über dem Recht.

Vor allem in Deutschland hat sich eine Links-Grüne Gesellschaft etabliert, die keine Kompromisse mehr eingehen will. Sie finden sich mit ihrer „humanen“ Politik den Migranten gegenüber auf dem alleinigen Recht. Sie haben Recht und die anderen EU Länder müssen sich beugen.

***eine renomierte Schweitzer Zeitung titelt sinngemäß: „Der hässliche Deutsche hat die Wehrmachtsuniform abgelegt, er schwingt jetzt die Moralkeule.“ ***

Das lass ich jetzt man so stehen. Da kann sich jeder selbst seine Gedanken darüber machen, wie uns andere Länder sehen.

In einem anderen Kommentar, geht es darum dass der Redakteur die Flüchtlingspolitik der EU schlimmer als die Flüchtlingspolitik Trumps gesehen hat. Bei Trump blieben ja die Leute am Leben und die EU sieht zu wie die Menschen ersaufen.

Der Kommentator weißt dann darauf hin, dass ja gerade die USA mit der Destabilisierung dieser Länder an vielem Flüchtlingsdramen schuld ist.

Warum sind denn überhaupt die Länder wie Irak, Syrien, Libyen usw. destabilisiert worden?

Ja, da hat es der USA nicht gepasst, welche Regierungsformen diese Länder hatten. Da schwang sich die USA zum Obermoralisten auf und wollte diese Länder demokratisieren.

Was hat sie damit erreicht, sind diese Länder jetzt frei und demokratisch? Nein, aber es herrscht Chaos, soviel Chaos, dass die Menschen dort fliehen.

Sollte uns das denn nicht eine Lehre sein? Auch ein moralisch richtiges Anliegen kann ganz schön in die Hose gehen.

Die Menschen sind zwar gleich. Aber sie haben durch ihren kulturellen Hintergrund abweichende Ansichten. Sie wollen auch was anderes, als wir wollen. Die meisten wollen gar nicht so leben wie wir. Das ist ja auch ihr Recht.

Da fällt mir gerade Ägypten ein. Das wurde im arabischen Frühling auch von der Diktatur befreit. Und was machten die Leute mit ihrer Freiheit? Sie wählten sich die Muslimbrüder zur erste demokratisch Regierung. Eine etwas andere Diktatur. Eben eine religiöse. Das Militär beendete die erste Demokratie und jetzt haben die wieder eine Diktatur.

Man kann eben Menschen nicht einfach eine Demokratie verordnen, auch wenn das noch so Edel ist.

Ein weiterer Kommentar schrieb vom Erziehungsauftrag, den sich auch unsere Tageszeitung wohl selbst gegeben hat.

Dem kann ich auch völlig zustimmen. All überall, werden wir mit der moralischen Keule in die gewünschte Richtung gebürstet.

Es darf nicht sein, dass es in Deutschland Menschen gibt, die die Migration nicht positiv finden.

Es darf nicht sein, dass es Menschen gibt, die nicht hinter diesen selbsternannten Moralisten herlaufen.

Niemand findet es richtig dass im Meer Menschen ertrinken. Man darf aber auch nicht vergessen, dass diese Menschen sich selbst in diese Lage gebracht haben. Sie haben dafür sogar Geld bezahlt um in Seenot zu geraten. Sie gehen völlig freiwillig aufs Meer. Und wer sich in Gefahr begibt, der kann auch in der Gefahr umkommen.

Das sind auch meistens keine Kriegsflüchtlinge, denen kein anderer Weg offen steht als in ein sicheres Land zu flüchten. Wobei man auch schon in Sicherheit ist, wenn man aus dem Kriegsland ins Nachbarland geflohen ist.

Diese Menschen wollen sich wirtschaftlich verbessern. Sie wollen ein besseres Leben. Aber diese Recht auf ein besseres Leben gibt es nicht. Wer sollte das denn auch garantieren? Und wer soll das alles bezahlen?

Zum Schluss noch der lustigste Kommentar

Da war dann noch der satirischen Kommentar, der vorschlug, dass man doch Kreuzfahrtschiffe für die Überfahrt beschlagnahmen sollte, sodass es den armen Flüchtlinge auch schon auf der Überfahrt an nichts fehlt. Unterwegs bekommen sie dann auch gleich den deutschen Pass, die Gesundheitskarte und natürlich eine Kreditkarte. Er würde sogar einen Shuttleservice von den Heimatländern bis zu den Häfen, in klimatisierten Reisebussen vorschlagen.

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