In der deutschen Pfadfinderschaft ist sexueller Missbrauch kein Einzelfall, sondern ein tief verwurzeltes strukturelles Problem – das haben nun sogar die Verantwortlichen selbst eingestanden. „Gemeinschaft, Macht, Nähe und ein spiritueller Überbau schaffen den Nährboden für sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen“, erklärt die Leiterin des Aufarbeitungsprojekts. Doch dieses gefährliche Rezept findet sich nicht nur dort: Es ist auch das Prinzip, auf dem militärisch geprägte, hierarchische Strukturen beruhen – genau solche, wie sie rechtsextreme Gruppen gezielt fördern.
Was in den Jugendorganisationen der „Freien Kameradschaften“ oder „Autonomen Nationalisten“ wirklich vor sich geht, lässt sich nur erahnen – und will man sich kaum ausmalen. Hierarchien, die blindes Gehorsam einfordern, brutale Mutproben, rätselhafte Rituale wie „Lager-Hochzeiten“ – was auch immer sich dahinter verbirgt. Das eigentliche Problem aber ist: Viele der heutigen Betreuer haben selbst nichts anderes kennengelernt. Sie reproduzieren, was ihnen einst angetan wurde.
Denn wo Hierarchien absolut gesetzt und Disziplin zur obersten Pflicht erhoben werden, gedeiht auch sexueller Missbrauch. Wer in solchen Systemen aufwächst, lernt früh: Widerstand ist zwecklos. Das ist kein Zufall – es ist Programm. Rechtsextreme Kreise brauchen unmündige Untergebene, die nicht hinterfragen, sondern gehorchen. Deshalb fürchten sie nichts mehr als Bildung, Selbstständigkeit und Individualität: Denn wer denkt, der lässt sich nicht so leicht brechen.
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