Dieses Modell der Bildungsreform ist so ziemlich genau das Gegenmodell, zum maschinenstürmerischen SPÖ-Bildungsreformkonzept, das mehr Lehrer und Ganztagesschule vorsieht.

Die großen Probleme des österreichischen

Bildungssystems sind bzw. könnten sein:

1.) Effizienzmangel: in Österreich wird im internationalen Vergleich viel Geld für Bildung ausgegeben, mit relativ schlechten Resultaten.

Rationalisierung und Computerisierung könnten den Bildungseffekt heben, bei gleichzeitig sinkenden Lehrerzahlen. Diese sinkenden Lehrerzahlen könnten durch Entlassung von fehlerhaften Lehrern oder durch natürlich Abgang (Lehrerstellen, die durch Pensionierung freiwerden, werden nicht nachbesetzt bzw. Neueinstellungsstopp) erreicht werden.

2.) das falsche pädagogische Modell: der gute bis hervorragende Erfolg der ostasiatischen Staaten (China, Japan, Südkorea, Singapur, ...) bei zahlreichen Bildungstests mit z.T. riesigem Vorsprung könnte damit zusammenhängen, dass diese Staaten ein autoritäres Bildungssystem haben, das ein Gegenmodell zur österreichischen Spass- und Liebhabe- Pädagogik darstellt.

Der einzige Sektor, in dem das ostasiatische Erfolgsmodell der autoritären Bildung in Österreich praktiziert werden kann, ist absurderweise genau die private Nachhilfe (egal, ob durch größere Firmen oder EPU), die durch das SPÖ-Modell der Ganztagesschule abgeschafft werden soll, weil bei Ganztagesschule überhaupt keine Zeit mehr bleibt für private Nachhilfe.

3.) Zentralismus und Konkurrenzmangel und damit einhergehender Mangel an Vergleichsmöglichkeiten, sodass viele Verbesserungsmöglichkeiten gar nicht erkannt werden können.

4.) Das Verhältnis zwischen pubertierenden Schülern und -innen und Staatlichen Lehrkräften entgleist oft total. In manchen dieser Fälle ist private Nachhilfe der einzige Ausweg.

P.S.: im Zusammenhang mit der erfolgreichen ostasiatischen autoritären Bildungspolitik sei auch auf die Sino-Amerikanerin Amy Chua und ihr Buch "Battle-Hymn of the Tiger-Mom" ("Schlachtruf der Tiger-Mutter" ) hingewiesen.

P.S.2: sowohl die USA, die zumindest teilweise zur Weltspitze in Sachen Unis und Schulen gehören, als auch Ostasien setzen schon seit längerem stärker als Österreich auf Computerisierung. Aber insbesondere die SPÖ hat in verschiedenen Wahlkämpfen maschinenstürmerisch gegen Computerisierung und Automatisierung Stimmung gemacht, z.B. im Zusammenhang mit Pensionsautomatismus und Maschinensteuer bzw. Wertschöpfungsabgabe.

https://de.wikipedia.org/wiki/Amy_Chua

https://de.wikipedia.org/wiki/PISA-Studien

Larry D. Moore CC BY-SA 3.0. https://de.wikipedia.org/wiki/Amy_Chua#/media/File:Amy_chua_2007.jpg

(Amy Chua; beim 2007 Texas Book Festival)

P.S.3: "Eurosklerose" bedeutet die Verkalkung, Vergreisung, intellektuelle Verknöcherung und Erstarrung Europas und damit verbunden den Abstieg Europas zu einem schlecht funktionierenden, scheiternden Kontinent, der global nicht mehr wettbewerbsfähig ist bzw. sein wird.

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jhuber

jhuber bewertete diesen Eintrag 02.09.2020 08:28:38

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