Die Operation in Dubai im Januar/Februar 2010, bei der der Hamas-Funktionär Mahmud al-Mabhuh getötet wurde, gilt als eine der spektakulärsten und zugleich umstrittensten Aktionen des israelischen Geheimdienstes Mossad. Al-Mabhuh war ein Mitbegründer des militärischen Flügels der Hamas und für die Beschaffung von Waffen verantwortlich. Er wurde am 19. Januar 2010 in seinem Hotelzimmer im Bustan Rotana Hotel in Dubai erst betäubt und dann erstickt.
Die Operation war aufwendig geplant: Ein Team von bis zu 27 Agenten reiste mit gefälschten Pässen aus verschiedenen Ländern (u.a. Deutschland, Großbritannien, Irland, Frankreich) ein. Die Täter nutzten Überwachungstechnik, Tarnidentitäten und eine präzise Logistik, um das Opfer zu überwachen und zu töten. Die Polizei von Dubai veröffentlichte später Videoaufnahmen und Fotos der Verdächtigen und kam zu dem Schluss, dass der Mossad mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit für die Tat verantwortlich war
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Die Operation löste eine diplomatische Krise aus, weil die gefälschten Pässe echte Daten von Bürgern verschiedener Länder enthielten. Mehrere betroffene Staaten, darunter Deutschland und Großbritannien, protestierten offiziell gegen Israel. Die Identität der Agenten blieb weitgehend ungeklärt, und Israel kommentierte die Vorwürfe nie offiziell.
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Interessant ist auch, dass die Operation als Beispiel für die neue, aggressivere Vorgehensweise des Mossad unter dem damaligen Direktor Meir Dagan gilt. Sie zeigte, wie weit Israel bereit war zu gehen, um hochrangige Hamas-Mitglieder zu eliminieren – selbst auf die Gefahr hin, internationale Beziehungen zu belasten.