Von rechter Seite wird immer wieder behauptet, die EU sei eine Pro-Selenskij-Kriegspartei, und würde viel zu viel Ukrainehilfe leisten.
Aber einige sehr wesentliche Aspekte werden dabei von praktisch allen Parteien oder Medien verschwiegen bzw. vertuscht:
Die Ukraine hatte von Anfang an ein Wehrpflichtantrittsalter für Männer von 25 Jahren, was sehr hoch ist im internationalen Vergleich.
Die Ukraine hat keine Wehrpflicht für Frauen, was aus mehreren Gründen seltsam und untypisch ist für kriegsführende Staaten, speziell in diesem Fall.
Die Ukraine war 2020 eines der drei Länder weltweit mit den höchsten Frauenüberschüssen. D.h. eine Wehrpflicht für Frauen hätte hier zahlreiche Kämpferinnen gebracht.
In den letzten vier Jahren des Krieges sind hunderttausende oder Millionen wehrpflichtige ukrainische Männer in den Westen geflohen, oftmals vor der Wehrpflicht geflohen, sozusagen.
Und die Ukraine hatte praktisch permanent substanziellen Mangel an Soldaten, praktisch permanent ausgedünnte Fronten oder Frontabschnitte. Man kann mit Waffen und Zahlungen alleine keinen Krieg gewinnen, man braucht ausreichend Kämpfer und Kämpferinnen.
Wie soll die Ukraine ohne ausreichend Männer, Kämpfer, oder mit viel zuwenig Kämpferinnen und Kämpfern einen Krieg gewinnen, noch dazu gegen ein Land wie Russland, das eine dreimalsogroße Bevölkerung hat?
Der Westen, also insbesondere die baltischen Staaten, Polen, Deutschland, aber auch in geringerem Umfang Österreich praktizierten im Ukrainekrieg eine großzügige "Flüchtlingsaufnahme", bzw. "Wehrpflichtigenaufnahme" mit zahlreichen Leistungen, die es der Ukraine sehr erschwerte, in diesem Krieg erfolgreich zu sein.
Nur ganz wenige Leute haben das kritisiert:
z.B. Colonel (Oberst) MacGregor, der gleichzeitig Politikwissenschafter ist.
zumindest Verständnis zeigte der österreichische Brigadier Feichtinger (auch Politikwissenschafter) in Bezug auf die Forderung von Ukraine-Präsident Selenskij, der Westen solle mehr unternehmen, damit ukrainische Wehrpflichtflüchtige, bzw. "Fahnenflüchtige" zurückkehren.
In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich auch die Frage, ob die Kriegspropaganda eines riesengroßen Teil der EU-Medien nur Geschäftemacherei für die Waffenindustrie war, während gleichzeitig die Siegeschancen der Ukraine im Krieg wegen Soldatenmangel, der auch noch von den EU-Staaten verschlimmert wurde, sehr schlecht waren.
Die Herrschaft der "Lügenpresse" und der "Lügenmedien"?: haben uns praktisch alle Medien des Westens 4 Jahre lang massiv belogen und verschwiegen, dass die Waffenlieferungen und Zahlungen an die Ukraine eigentlich ziemlich sinnarm sind, wenn die EU gleichzeitig Hunderttausende oder Millionen ukrainischer Wehrpflichtiger aufnimmt, und privilegiert versorgt ?
Gab es Drängen von EU-Politik dahingehend, die Wehrpflicht auf Frauen auszudehnen, oder das Wehrpflichtalter von den (im Vergleich hohen ) 25 Jahren zu senken ?
Als BürgerInnen und ZahlerInnen haben wir das Recht auf Transparenz, das Recht, zu erfahren, ob wir hier im Interesse der Waffen- und Rüstungsindustrie von den herrschenden Industrie-verbündeten Medien massiv belogen wurden.
Und was sagt Witzekanzler und Medienminister Babler, der im Volksmund oftmals Blabler genannt wird, dazu, dass er diese massiven Medienlügen im Interesse der Waffenindustrie seit seinem Amtsantritt scheinbar zuliess, bzw. unkritisiert liess ? Erhält Babler Zahlungen von der Waffenindustrie dafür, dass er Druck auf die Medien ausübte, die Wahrheit über den Ukrainekrieg viele Jahrelang zu vertuschen ? Was für jemanden, der behauptet, dem linken und antikapitalistischen Flügel der SPÖ anzugehören, seltsam wäre. Aber es könnte natürlich so sein: Linkslinke lassen Babler praktisch alles durchgehen und hinterfragen nichts, so ähnlich, wie Rechtsrechte Trump alles durchgehen lassen und nichts hinterfragen.
Und sollen die EU-Staaten nun nach 4 Jahren Versäumnissen massive Anstrengungen unternehmen, um ukrainische wehrpflichtige Männer, und vielleicht auch Frauen in die Ukraine zurückzuschicken, um die Siegeschancen der Ukraine zu erhöhen ?
Und im Übrigen war der NATO-Gipfel in Bukarest 2008, bei dem die NATO eine widersprüchliche, und als Provokation betrachtbare Position einnahm, speziell in bezug auf die Ukraine und Georgien, vermutlich der größte Fehler in der Geschichte der NATO.