Diese Frage beschäftigt unsere Gesellschaft schon seit Jahrzehnten und führt immer wieder zu heftigen Diskussionen. Gerade im Finanzsektor – ich bin bei der Wiener Privatbank tätig – ist auf dem ersten Blick ein Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern erkennbar. Warum eigentlich? Warum arbeiten im Finanzbereich mehr Männer als Frauen? Die Gründe dafür lassen sich nicht so einfach festmachen. Obwohl wir aufgeschlossen, emanzipiert und fortschrittlich sein wollen und es hoffentlich auch sind, sind wir, ob bewusst oder unbewusst, von alten Rollenbildern geprägt. Wie war es bei euch zum Beispiel? War die Mutter mehr Zuhause als der Vater? Wer hat bei euch geputzt und gekocht?

Eine Änderung kann es nur geben, wenn sich das generelle Mind-Set ändert. Aktionen wie die Frauenquote sind da nicht wirklich hilfreich, weil sie auf das Geschlecht reduzieren und Leistungen dadurch nicht entsprechend anerkannt werden. Zumindest bin ich dieser Ansicht, dass wir der Gesellschaft mit Frauenquoten nichts Gutes tun, ich wäre im übrigen auch gegen Männerquoten. Gerechtigkeit muss auf andere Weise obsiegen.

Mein Vorschlag: Netzwerken und Flexibilität - Flexibilität von Unternehmen und von Arbeitnehmerinnen sind notwendig, damit Familie und Beruf vereinbart werden können und Frauen die Möglichkeit haben, Führungspositionen zu übernehmen. Ohne Netzwerk geht es nicht. In diesem Bereich können Frauen definitiv von Männern lernen. Das ist keineswegs despektierlich gemeint. Dass Männer mit "Networking" mehr Erfahrung haben, liegt tief in der Geschichte verwurzelt. Denn während Frauen mit Kindern und im Haushalt viel zu tun hatten, blieb Männern mehr Zeit, Seilschaften zu pflegen.

Mittlerweile gibt es zwar einige "Frauennetzwerke", die aber noch gestärkt werden müssen. Voraussichtlich werden diese Netzwerke vorerst neben den "Männernetzwerken" bestehen, dann aber (hoffentlich in absehbarer Zeit) mit diesen "fusionieren", sodass es in Zukunft keinen Unterschied mehr macht, welchem Netzwerk man angehört.

Ich denke, gemeinsame Netzwerke wären eine Lösung für mehr Gleichberechtigung. Bei den Freimaurern sind zum Beispiel nur Männer zugelassen – das sollte sich ändern. Denn nur, wo Männer und Frauen gleichberechtigt zum Zug kommen, kann Fairness herrschen. Was meint Ihr?

Mehr zu diesem Thema findet Ihr auch auf unserer Webseite.

–> https://www.wienerprivatbank.com/news/beratung-ist-weiblich-karriere-auch/

Mit besten Grüßen, Eduard Berger von der Wiener Privatbank

shutterstock/JooFotia

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