Aus dem "Heizhammer" wurde der "Heizölhammer"

Aus dem Heizhammer wurde der Heizölhammer. Das ist die bittere Pointe einer Debatte, die jahrelang von Panikschlagzeilen, Empörungsbewirtschaftung und politischer Stimmungsmache geprägt war.

Als es um Wärmepumpen ging, überschlugen sich manche Medien mit düsteren Warnungen. Vor allem die BILD-Zeitung machte aus jeder energiepolitischen Diskussion eine Endzeitgeschichte für Eigenheimbesitzer. Der Begriff „Heizhammer“ wurde so oft auf die Titelseite gehämmert, bis viele glaubten, die eigentliche Gefahr sei die Wärmepumpe und nicht die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.

Heute zeigt sich, wie teuer diese Erzählung geworden ist.

Technologieoffenheit bedeutet auch nach oben offene Rechnungen.

Während jahrelang vor den Kosten des Umstiegs gewarnt wurde, explodieren nun die Kosten des Nicht-Umstiegs. Heizöl und Gas profitieren weder von physikalischen Wundern noch von nostalgischen Schlagzeilen. Fossile Energien werden durch CO₂-Kosten, politische Vorgaben und internationale Märkte immer teurer. Ausgerechnet jene Heizsysteme, die als Inbegriff der Vernunft und Bezahlbarkeit verkauft wurden, werden zunehmend zum Kostenrisiko.

Besonders bemerkenswert ist dabei das Ausmaß der selektiven Erinnerung. Als würde die Entwicklung plötzlich vom Himmel fallen. Dabei war jeder Hauseigentümer gewarnt. Seit Jahren. Nicht seit Monaten, nicht erst seit dem Heizungsgesetz, sondern seit vielen Jahren. Es gab unzählige Debatten, Förderprogramme, Informationskampagnen, Energieberater und politische Beschlüsse. Jeder konnte wissen, wohin die Reise geht. Jeder hatte die Möglichkeit, sich zu informieren. Jeder hatte die Chance, seine Heizung umzurüsten oder zumindest einen Plan dafür zu entwickeln.

Natürlich kostet eine Modernisierung Geld. Aber wer jahrelang jede Veränderung aufgeschoben hat, kann schwerlich so tun, als sei er Opfer eines völlig unvorhersehbaren Ereignisses geworden.

Die eigentliche Ironie ist daher kaum zu übersehen: Ausgerechnet jene Schlagzeilen, die vor dem „Heizhammer“ warnen sollten, haben manche Eigentümer dabei bestärkt, an alten Öl- und Gasheizungen festzuhalten. Jetzt trifft sie nicht der Wärmepumpen-Hammer. Jetzt trifft sie der Heizölhammer.

Und der liest keine Zeitung. Er schickt Rechnungen.

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