Die Notverstaatlichung der Hypo war die beste Idee seit dem großen Harndrang 1997 in der Nähe eines Elektrozauns

Im März steht ein Untersuchungsausschuss zur Causa Hypo an. Das gibt dem Großglockner wieder die Chance, höchster Berg Österreichs zu werden, nachdem er ja zeitweise durch das unter den Teppich gekehrte Hypo-Desaster verdrängt wurde. Die nach oben offene Geldvernichtungs-Skala wird ja bekanntlicherweise ab sofort in „Hypos“ angegeben. Olympische Winterspiele kosten zum Beispiel aktuell so ungefähr 2.3 Hypos.Juhu, ein Ausschuss. Man darf sich bereits auf monatelangen ausschließlich parteipolitsch verursachten Wortfetzen- und Gehirnresteaustausch freuen. Ernsthaft diskutiert und aufgedeckt wird da natürlich selbstverständlich nichts. Der gelernte Österreicher weiß ja: heimische Politiker arbeiten in solchen Ausschüssen mit einer Hirnleistung nur knapp über lebenserhaltendem Niveau und das primäre Ziel ist die verbale Vernichtung des politischen Gegners.Vorgeladene Gäste unterschreiten spielend jede Messlatte des Anstandsniveaulimbos und agieren als Personalunion der modernen drei Affen: sie haben nichts gehört, nichts gesehen, nichts gewusst. Und sie sagen auch nichts. Werden aber dafür weiterhin auf ihren Versorgungsposten hochgradig überbezahlt.Der Mafia-Paragraph § 278a StGB idF 2002 („Kriminelle Vereinigung“) stellt die Gründung einer auf längere Zeit angelegten unternehmensähnlichen Verbindung einer größeren Zahl von Personen oder die Mitgliedschaft an einer solchen Verbindung unter Strafe, wenn dadurch eine Bereicherung in großem Umfang oder erheblichen Einfluss auf Politik oder Wirtschaft anstrebt wird. Man muss aber vorsichtig sein, wenn man heimische Institutionen in diesem Zusammenhang mit der Mafia vergleicht, denn letztere könnte einen dann leicht wegen über Nachrede verklagen.Warum ich das erwähne ?  Nun… Raiffeisen hat ja bekanntlicherweise überhaupt nichts mit dem Fall Hypo zu tun. Ebensowenig wie die ÖVP mit der Raiffeisen. Und es ist ja sicherlich nur Zufall, dass Andreas Mitterlehner, der Chef der Hypo Oberösterreich, der Bruder des Vizekanzlers ist. Und die Frau des Vizekanzlers die Generaldirektor-Stellvertreterin der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich. Ach ja… eine Hypo-Insolvenz hätte die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich am härtesten getroffen, weil diese sowohl die Hypo Salzburg als auch die Hypo OÖ kontrolliert.Natürlich kann Mitterlehner nichts dafür, denn der kam ja später an den Futtertrog der Macht. Finanzminister und Vizekanzler war ja zum Zeitpunkt der Notverstaatlichung Josef Pröll, der rechtzeitig entsorgt wurde, bevor es so richtig unerträglich peinlich wurde. Es wurde ja in Österreich mittlerweile zur Pflicht: alle paar Jahre muss man die Politiker mittlerweile austauschen, da die Bevölkerung die Fratzen einfach nicht mehr sehen kann.Umso erstaunlicher, dass sich Kanzler Werner Faymann schon so lange hält. Er ist ja der historische Versuch der SPÖ, sich mit nur einer einzigen Schlaftablette umzubringen.Wenn man sich so die Parteienlandschaft in Österreich ansieht, läuft einem eine Gänsehaut quer übers Gehirn: sogar die Zeugen Jehovas und die fliegenden Spaghettimonster haben das glaubwürdigere Programm. Und haben mit Vernunft, Logik und Wirtschaftsverständnis ebenso viele Gemeinsamkeiten aufzuweisen wie das Verständnis des Stammtischbewohners für die Allgemeine Relativitätstheorie in Verbindung mit der Quantentheorie im Detail.Herauskommen wird beim Hypo-Ausschuss natürlich nichts. Ein Minister hat in Österreich ja vieles zu entscheiden, aber niemals etwas zu verantworten. Es gilt seitens der Bevölkerung stets die Ich-speib-gleich-Vermutung. Und am Ende die Erkenntnis: der Unterschied zwischen Politikern und Monopoly ist der, dass beim Monopoly wenigstens hin und wieder einer ins Gefängnis muss.Man wird sich halt darauf einigen: Haiders Urne gehört ins Gefängnis. Und zwar ohne Fußfessel-Möglichkeit.

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WasMichBewegt

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Christoph Cecerle

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Silvia Jelincic

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B-San

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fischundfleisch

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