Wer bin ich jetzt - als künftiger Pflegefall und Sterbender?

Als Person, die sich vom Baby, Kleinkind, Jugendlichen, Erwachsenen, etc. zum zu Pflegenden und/oder zumindest Sterbenden entwickelt, rede ich mir logischerweise ein, dass "ich" mich ständig verändere. Das beziehe ich auf den Körper, der ich zu sein glaube, aber auch auf meinen Verstand. Ist es beim Körper am Ende ein Verfall, nimmt man beim Verstand ein Wachstum an.

Dieser Glaube stellt aber nur eine von vielen Möglichkeiten dar und erscheint nur als materialistisches Glaubenskonstrukt (= Glaubensperspektive) als einzig richtige Wirklichkeit. Der Materialist glaubt an viele Dinge, die angeblich jetzt noch nicht sind, aber irgendwann in der Zukunft sein werden.

Wer das Klientel in Pflegeheimen kennt, weiß, dass weniger Weisheit als Senilität und viel Ego anzutreffen ist. Gleichzeitig ist aber das Wachstum des Verstandes bzw. Geistes ein wichtiges Anliegen für eine künftige Gesellschaft. Die Frage ist, wo entsteht dieser Prozess bzw. wo setzt er sich um? Die Theorien über die Masse bzw. das Volk oder gar verpönte Rassentheorien machen die Gesellschaft als Ganzheit eher zum Hemmnis als zu einer intuitiven Quelle?

Es gibt die persönlichen Glaubensperspektiven der vielen Personen. Wenn sie zu einseitig sind und werden, ist die Gesellschaft in einer Spirale des Verfalls. Der Materialismus ist, wie es heute aussieht, der ultimative Auslöser einer bevorstehenden Apokalypse, die dem Geist aber eher hilft als schädigt. Die Spannung zwischen Geist und Person bzw. Materie bleibt als wichtige Polarität ständig erhalten. Der Geist als ewige unzerstörbare Ganzheit ist die Ebene, wo sich das Ergebnis der gesellschaftlichen Entwicklung widerspiegelt. Es ist eben nicht das Ego oder die Masse, sondern die Seele, wo Entwicklung wirksam wird. Daher ist die Seele eine der möglichen Ich-Ebenen, die entwickelt werden muss, um ein Gefühl für die Schöpfung als Ganzheit aufzubauen.

So sind die oben erwähnte Alterung der Person und des Körpers oder die gefestigte Vernunft bzw. geistige Entwicklung persönliche Glaubenskonstrukte. Es gibt unendlich viele Perspektiven, die heute fast alle einem polaren und nicht ganzheitlichen Einheitstopf entstammen: Wissenschaft versus Esoterik. In Wahrheit sind es die zwei Seiten einer Medaille, weil eine geistige Entwicklung die Synthese beider Seiten sein muss: These plus Antithese = Synthese. Durch Synthesen entsteht Energie auf einer höheren Bewusstseinsebene. Aus den zweidimensionalen Flächen Dreieck und Kreis wird dann der dreidimensionale Kegel. Der Kegel ist zweidimensional nur als eine der extremen Ausprägungen eben als Kreis oder Dreieck zu sehen oder in den unendlichen Zwischenstufen der Kegelschnitte. Die Dreidimensionalität ergibt sich erst aus der Synthese beider Flächen.

Es ist wichtig zu erkennen, dass die unendlich zahlreichen Perspektiven und Ebenen die göttliche Wirklichkeit als Ganzes nur sehr fehlerhaft zum Ausdruck bringen. Hier soll jetzt schlüssig erklärt werden, dass niemals etwas sein kann, was letzten Endes nicht schon "Hier & Jetzt" da ist. Nur weil diese Perspektiven Aufgrund meiner geistigen Unreife in diesem Augenblick nicht zu sehen sind, bedeutet das noch lange nicht, dass etwas als vollkommen neu Erscheinendes nicht schon jetzt in meinem geistigen Hintergrund in diesem Moment schon zur Verfügung stehen würde.

Dazu zwei Beispiele:

Ich schaue mir einen Film von einer DVD an. Alle Bilder die ich in der nahen Zukunft beim Ablauf des Filmes noch sehen werde, sind in Wirklichkeit schon auf der DVD, die im Abspielgerät läuft. Ich sehe jedes einzelne Bild, welches mir die DVD vermittelt immer jetzt, so wie ich gleichzeitig alle Bilder in Eins gedacht als DVD bzw. einheitliches Kontinuum im Blick haben kann. Ich muss mich aber entscheiden, ob ich mir jetzt den Ablauf in der Zeit oder das Ganze bewusst mache.

Weitergedacht bedeutet es, wenn ich einen Film aus einer Videothek ausleihe und ansehe, sind im gleichen Augenblick auch alle anderen Filme symbolisch im geistigen Hintergrund vorhanden. Das Bespiel DVD und Videothek kann man symbolisch als interne geistige Videothek in mir Geist deuten. Die archetypischen Formen erscheinen auf allen Ebenen in logisch gleicher Weise.

Aus einer geistigen Perspektive ist ein zwanghaft angenommenes vorher und nachher eine loigsch ausgerechnete Illusion meiner automatisch ablaufenden Interpreatationslogik.

Weiters das Beispiel, ich erwache aus einem Traum. Dann bekomme ich in meinem Bewusstsein ja auch wie aus dem Nichts plötzlich eine vollkommen andere Wirklichkeit zu Gesicht. Ich glaube dabei auch nicht, dass diese Wirklichkeit vorher nicht existiert hätte, nur weil ich sie während meines materialistisch wahrgenommenen Traums nicht gesehen habe.

Die Beispiele zeigen, dass in der unbewussten oder nur teilweise bewussten Ganzheit in einem zeitlosen Kontinuum immer alles vorhanden ist. Im Bewusstsein werden dagegen auf verschiedenen Ebenen der Vergessenheit dieser Ganzheit Perspektiven sichtbar, die als Ding an sich illusionär sind, weil sie nur einen Moment in der Zeit darstellen. In der Ewigkeit sind diese Momente nichts, wie das ewige Ganze auf der Ebene der zeitlichen Existenz nichts ist.

Der Fehler des Materialismus ist es, aus der vergänglichen Perspektive auf die ewige und daher auch perfekten Ganzheit zu schließen. Das entmündigt einen bewussten Menschen und unterwirft ihn seiner eigenen Person bzw. den vielen egoistischen Masken (lat. Persona) der Massenmenschen. Ein Bewusstseinsprozess spiegelt sich in eigentümlicher Weise im gesellschaftlichen Werden und Vergehen. Eine Person erkennt nicht, dass der Bewusstseinsprozess letztlich der entscheidende Hebel ist, um die "Welt" zu verändern. Die Revolution der Masse oder der egoistischen Führer leitet dagegen immer den Untergang einer Gesellschaft ein.

Um auf die Demenz zu schließen: Ein Materialist, der sich selbst auf dieser Ebene bewusst ist, verweigert jede geistige Entwicklung bzw. die intuitive Ebene seines Verstandes. Wenn er in eine Demenz geht, hat sich aus der Sicht des Geistes wenig verändert: Er war unbewusst und ist weiter unbewusst. Das "Spielzeug" Materialismus und Geld wird "ihm" entzogen und das Spiel geht mit anderen Akteuren (Personen) weiter. Es geht um Bewusstsein des niemals existierenden Denkers, nicht um die Heilung von Demenz oder anderen Krankheiten. Geist ist immer (ewiges Sein), kann aber nicht als Perspektive von sich selbst existieren. Indirekt geht es dann vielleicht doch um Krankheit, wenn der Gedanke als Impuls aus der Quelle selbst kommt.

Wer bin ICH jetzt wirklich? Geist oder sterblicher und sterbendes Säugetier?

1
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
1 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

Ttavoc

Ttavoc bewertete diesen Eintrag 17.06.2022 15:09:10

51 Kommentare

Mehr von JosephBrai