Die mutwillig verschleppte Barrierefreiheit von ÖBB-Verkehrsanlagen

Die ÖBB haben unlängst mittels einer Werbeeinschaltung damit geworben, was sie alles tun, um sich auf die Bedürfnisse von mobilitätseingeschränkten Personen zu Tun gedenken und meinen, damit einen verstärktes Augenmerk zu richten. Dieser Promotion-Beitrag mag zwar löblich sein, gilt aber gleichsam als Alibiaktion, denn die Realität sieht leider trauriger aus.

Den aktuellen Stand der Barrierefreiheit und den Umfang davon weisen die ÖBB in einer eigenen Datei aus, indem jeder Bahnhof und jede Haltestelle je nach baulichen Zustand im Umsetzungsgrad beschrieben ist.

Die ÖBB Infrastruktur AG hatte allerdings mehr als zehn Jahre Zeit, alle Ihre Verkehrsanlagen in den gesetzlich vorgeschriebenen Zustand zu versetzen. Dies hat sich teilweise auch, schließlich wurden in den letzten Jahren auf Kosten der Steuerzahler erhebliche Geldmittel vergraben, teilweise sinnvoll und teilweise das Gegenteil davon. Es ändert dennoch nichts an der Tatsache, daß ein beachtlicher Anteil der Anlagen nicht den gesetzlichen Anforderungen entspricht!

Dieser aktuelle Zustand ist auf das Faktum zurückzuführen, daß die ÖBB Infrastruktur AG im Zusammenwirken mit dem BMVIT und anderen Behörden seine finanziellen Mittel in eine falsche Resourcenplanung und Mittelverwendung gelenkt hat sowie die Durchführung auf eine falsche Schwerpunktsetzung bei der "Verschlimmbesserung" von Bahnanlagen zurückzuführen ist. Diese falschen Akzente ergeben sich einfach aus der Tatsache, daß die ÖBB Infrastruktur AG bei der Modernisierung von Bahnanlagen nur ihre eigenen Bedürfnisse im Auge hatte. Im Zuge dieser Umbauarbeiten wurden vielfach weitere Arbeiten erledigt, die nicht im direkten Zusammenhang mit der Sicherstellung der Barrierefreiheit von Bahnanlagen zu tun hatten. Anstatt diese bundesweit sicherzustellen, wurden diese Gelder sinnlos in die Sanierung von Fahrleitungsanlagen, unnützen Lärmschutzwänden, dem Rückbau von Bahnanlagen sowie dem Schleifen von Volksvermögen zugedacht. In einzelnen Fällen wurden sogar hervorragende Bausubstanzen, für die das Unternehmen die Erhaltung nicht mehr aufbringen konnte, durch wert- bzw. nutzlose Einrichtungen ersetzt, die jeder Beschreibung spotten! Wenn man dieses Fehlentwicklung bei den zuständigen Stellen anspricht, wird einem Polemik vorgeworfen, anstatt zuzugeben, daß die ÖBB Infrastruktur AG Volksvermögen vernichtet! Hinzu kommt, daß in den Augen der ÖBB Infrastruktur AG nur Eisenbahnverkehrsunternehmen als Kunden gelten! Der zahlenden Fahrgast ist aus dieser beschränkten Sichtweise nur das lästige Übel, daß diesem Unternehmen Arbeit bereitet, wiewohl die ÖBB Infrastruktur AG in einer ihrer letzten Propagandaausgaben der eigenen Mitarbeiterzeitung zu vermitteln versuchte, jeder Fahrgäst ist ein Kunde des Unternehmens. Naja, die Realität sieht anders aus ...

Aus diesen Gründen ist es daher sinnvoll, jedem Betroffenen zu raten, sich gegen diese hoch für Jahre anhaltende, bundesweite Diskriminierung dieser Personengruppe zu wehren und entsprechende, nachhaltige Akzente bei den Schlichtungsstellen zu setzen und entsprechende Entschädigungszahlungen einzufordern.

1
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
6 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

Silvia Jelincic

Silvia Jelincic bewertete diesen Eintrag 03.06.2016 21:54:11

Noch keine Kommentare

Mehr von Mag. Markus Inderst