Ein Küsschen auf die Wange eines frisch vermählten Ehepaares, welches aus den Flitterwochen kam, empfanden 2 Mitreisende als unerhörtes Verhalten in der Öffentlichkeit, sodass sich der Pilot aufgrund des daraus resultiernden Streits genötigt fühlte den Start abzubrechen und die Polizei zu rufen.

Die Polizei führte neben dem frisch vermählten Ehepaar auch den Passagier, der gegen den Kuss protestiert hatte mitsamt dessen Familie aus dem Flugzeug ab. Nach Vernehmung der Streitparteien und dem gegenseitigem Verzicht auf eine Anzeige durften alle Personen die Wache am Flughafen der türkischen Hauptstadt Istanbul verlassen.

Um die für Personen westlicher Prägung kaum nachvollziehbare Eskalationsursache - ein Wangenkuss als unerhörtes Verhalten in der Öffentlichkeit - verstehen bzw. begreifen zu können muss man sich mit der Kultur, den Sitten und Bräuchen eines Landes näher beschäftigen.

Einen Überblick über die Denkweise erhält man, wenn man z. B. in der offiziellen Türkischen Ehebroschüre "Ehe und Familienleben" blättert, wo dann zu entnehmen ist, dass Schläge gegen eine ungehorsame Frau wie Wunder wirken würden bzw. dass wenn eine Ehefrau beim Sex spricht das Kind stottern würde.

Kulturbedingt wird von manchen auch sichtbar getragenes Haar als unerhörtes Verhalten in der Öffentlichkeit gewertet bzw. Personen, die gegen diese Norm verstossen als leichte Mädchen abgewertet, die zu bestrafen sind.

In diesen Gesellschaften sind Burka, Hijab bzw. ein auf bestimmte Weise getragenes Kopftuch - alle Haare müssen bedeckt sein - kein Zeichen der Freiheit sondern sind eine Notwendigkeit um nicht wegen unerhörten Verhalten in der Öffentlichkeit bestraft zu werden.

Da in modernen westlichen Gesellschaften keinerlei Strafe bei Verletzung dieser Regel droht, braucht bei uns NIEMAND ein Stoffgefängnis um sich bzw. seine Haare zu verstecken. Wird es trotzdem gemacht, dann müssen wir uns bewusst sein, dass hier eine Parallelöffentlichkeit am Werke ist, die sich nicht mit unseren Werten verwurzelt hat sondern nach den Werten der Heimat ihres Herzens lebt.

Ein nachdenklicher Bürger

Robert Cvrkal

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