Zumeist gilt, dass man zu Themen, wo man sich nicht oder nur wenig auskennt, schweigt. Oft ist es den Gruppen und Themen geschuldet, welchen Horizont sie jeweilig haben, wie informiert, belesen sie dazu sind. Man versucht oft wegzuhören, wenn Themen völlig weltfremd besprochen werden. Aber Meinungsfreiheit im Grundgesetz verankert und sie wird nur mäßig im Land gelebt. Es gibt viele vergiftete Themen, die man besser in bestimmten Umfeldern nicht offen diskutiert.
https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_5.html
Politik ist alles, was die öffentliche Hand in einem Land tut um die Dinge zu beeinflussen. Bei einer Staatsquote in Deutschland von über 50% also faktisch alles, 2025 49,5%, +1,1% von 2024.
Die Bürger betreffen die politischen Entscheidungen völlig verschieden. Rentner trifft direkt die Zulage bei der Rente, Studenten betreffen Aufschläge in der BAföG direkt, wichtig sind für sie aber auch die Ausstattung der Universitäten und die Perspektive. Als Rentner zur Rente ehrlich zu äußern stelle ich mir leicht vor, ein Thema, das man leicht als Rentner für sich beurteilen kann, auch wie die Politik dabei agiert. Will man sich aber als Student zur Perspektive für einen selbst und andere äußern, wird es schon deutlich schwieriger, weil hier viele Themen einfließen. Bei Themen der Arbeitnehmer/Arbeitgeber teils noch drastischer, ähnlich bei der Demokratie, der Freiheit im Land, dem Klima, den Kriegen in der Ukraine oder dem Iran. Richtig drastisch wird es bei vergifteten Themen. Die Informationen darüber sind schwieriger zu bekommen, man kann sich Nachteile durch gewisse Meinungen einhandeln.
Menschen reagieren darauf unterschiedlich. Die Mehrheit schweigt zu den vergifteten Themen, teils sogar ganz zur Politik, was nicht bedeutet, dass sie komplett unpolitisch sind. Ihr Schweigen ist nicht garantiert.
Ab wann äußert man sich politisch?
Eine offene Diskussion zu dem Thema, fand ich speziell ab Minute 1:13:00 in dem Diskurs. Man muss nicht die Meinung beider teilen, schon gar nicht zum Ukraine-Krieg. Hierzu bin ich anderer Meinung. Man muss alles tun um einen Frieden in der Ukraine zu erreichen, dass wird man nicht ohne Gesichtswahrung von W. Putin erreichen.
Der Influencer, ein Historiker(Heinrich...) sagt, dass er sich überhaupt nicht mehr zu Politik äußert, weil er gemerkt hat wie wenig er inzwischen politisch weiß, wie drastisch seine Wissenslücken geworden sind. Weil er seit Jahren aufgehört hat, sich ausführlich mit Politik zu beschäftigen, was er zuvor täglich mehrere Stunden tat.
Ihm ist jemand lieber, der null Interesse an Politik hat, weil er z. B. den ganzen Tag arbeiten geht und danach keine Energie mehr hat sich mit Politik zu beschäftigen. Als Leute mit einer „Weibspolitik, wo es seiner Bubble nur „Rechts" und „Links" gibt und wenn man nachfragt, ist noch nicht mal ein Grundverständnis zu den Themen da, erst recht nicht von den Konsequenzen von dem was man vertritt. Was er so oft sieht, Menschen die hirnrissige Aussagen und Wahlentscheidungen treffen, die sie nie tun würden, wenn sie nur kurz darüber nachgedacht hätten, weil die sich nie mit Themen ausführlich beschäftigen, nicht mit Argumenten für ihre Meinung, erst recht nicht mit den Gegenargumenten. Er sieht jemanden konsequent, der 40 Jahre nicht bei der Wahl war und sich sagt, er hat kein Recht sich nun über irgendetwas zu beklagen. Während jemand, der immer brav gewählt hat, für die Entwicklung mitverantwortlich ist.
Der andere Influencer hat da m. e. Recht. Er bezeichnet diese Sichtweise als Quatsch, da z. B. die Meinungsfreiheit nicht an das Wahlteilnahme geknüpft ist. Und man sich nicht durch Heraushalten aus dem politischen Diskurs und den Wahlen, frei von Verantwortung macht. Er sagt, dass es nicht reicht, wenn es nur freie Wahlen gibt, sondern dies nur eine Säule von Demokratie ist und auch Pluralismus, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit dazugehören.
Manchmal ist Politik existenziell. Wenn ein Regime kommt, dann beeinflusst dies existenziell Dein Leben. Und wenn man sich im Vorfeld nicht entschieden widersetzt hat, dann trägt man einen Teil Mitschuld der Entwicklungen.
Der erste Influencer will unpolitisch sein, es sei halt oft nur ein Tropfen auf dem heißen Stein was er sagen kann. Und man muss aber auch Prioritäten für sich setzen, d. h. man muss nicht alle politische Aussagen bewerten, auch weil das meiste purer Schwachsinn ist, weil man sonst zu nichts anderem mehr kommt. Und für sich selbst glücklicher ist, seitdem er unpolitisch ist.
Ich äußere mich klar zu einigen politischen Themen. Nicht zu allen. Aber zu vielen vergifteten Themen. Fazit: Grundvorrausetzung für eine Meinungsäußerung sollte eine fundierte eigene Meinung sein, wovon der Großteil der Bürger aktuell meilenweit entfernt sind. Die meisten plappern Phrasen irgendwelcher Politiker und Medien nach. Dazu muss man sich mit dem jeweiligen Thema, auch entsprechend differenziert beschäftigen. Ansonsten sollte man anderen den Vorrang im Diskurs lassen, die eine eigene fundierte Meinung haben, ihnen zuhören. Denn man beeinflusst die politische Diskussion in dem Moment, wo man sich darüber äußert, wo man wählt, wo man medial konsumiert. Auch der Heinrich, der sagt er will unpolitisch sein, ist hochgradig politisch mit seinen militärischen Videos. Dennoch muss jeder für sich Prioritäten setzen, wie weit man sich mit den Themen jeweilig beschäftigen will, wie weit man seine Meinung vertreten will und was für einen vernünftig ist. Dummheit und Faulheit sich mit Politik auseinanderzusetzen, sollte nicht belohnt werden.