Warum greift Trump den Iran an – obwohl er sich den Krieg nicht leisten kann?

Die Antwort könnte in den gerade freigegebenen Epstein-Akten liegen – und in den Skandalen, die Trump damit drohen, zu überschatten.

Ein US-Richter hat kürzlich entschieden: Ausgewählte Epstein-Dokumente (für deren Freigabe explizit geklagt wurde) müssen ungeschwärzt veröffentlicht werden – inklusive der Akten, in denen Trump beschuldigt wird, eine 13-Jährige missbraucht zu haben. Diese Beweise existierten bereits, wurden der Grand Jury oder dem House Oversight Commitee aber nie vorgelegt. Zudem muss das Justizministerium nun offenlegen, warum und wie bestimmte Passagen geschwärzt wurden – was bisher unter dem Vorwand von „Massenverarbeitungsfehlern“ oder „Übersetzungsverzögerungen“ verschleppt wurde. Selbst E-Mails zwischen Tätern wurden so stark zensiert, dass Absender und Empfänger unkenntlich sind. Verstöße gegen den Transparency Act durch Trumps Anwalt Todd Blanche und das DOJ sind damit offiziell dokumentiert. Die Frist für die Veröffentlichung läuft am 2. Juli ab.

Gleichzeitig eskaliert der Druck auf Leon Black, Epsteins Hauptfinanzier, der ihm über 150 Millionen Dollar in fünf Jahren überwiesen haben soll – angeblich für „Vermögensverwaltung“. Black weigerte sich vor dem House Oversight Committee auszusagen und muss nun unter Eid aussagen, insbesondere zu Schweigegeldern und Geheimhaltungsvereinbarungen mit Opfern. Zeuginnen behaupten zudem, auch Black habe Frauen missbraucht oder vergewaltigt. Seine Behauptung, er habe von Epsteins Verbrechen nichts gewusst und sei nicht erpresst worden, wirft die Frage auf: Wofür waren dann die Schweigeverträge?

Für Trump kommt das zur Unzeit: Die Akten könnten seine Kampagne zerstören. Sein Kalkül? Ablenkung. Hohe Spritpreise und ein neuer Konflikt mit dem Iran sind ein kleiner Preis im Vergleich zu den drohenden Enthüllungen. Lieber Krieg als die Wahrheit.

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