Frauen, Ihr irrt euch: Das ist nicht der größte Schmerz!

»Es wäre schön wenn du dann einfach nur meine Hand hältst«, sagt meine Frau mit leicht bebender Stimme und einem herzzerreißenden Augenaufschlag.

Ernsthaft? Nur die „Hand halten“? Dafür habe ich mir stundenlange Geburtsvorbereitungskurse reingezogen? Das hätte ich ohne tagelange Vorbereitung auch hinbekommen.

Nicht dass ich Geburtsbrbereitungskurse für sinnlos halte. Ich bin ein moderner und aufgeschlossener Mann und deshalb gebe ich auch gerne zu, dass es für Männer — vor allem für die, die zum ersten Mal Vater werden — sehr sinnvoll ist solche Kurse zu besuchen. Ich kann aus eigener Erfahrung berichten wie wichtig es ist zu wissen, was man in den entscheidenen Momenten einer Geburt tun kann, um seine Anwesenheit zu rechtfertigen.

Das ist wichtig, weil es einfach peinlich ist wenn man als Mann im Kreissaal steht, umgeben von Professionisten wie ÄrztInnen, AnästhesistInnen und HebammInnen, die alle genau wissen was sie zu tun haben, es schnell und kompetent tun, während man selbst nur blöd grinsend den Daumen heben und ein Selfie für Facebook machen kann. Also bin ich froh, dass ich den Kurs gemacht habe und meine Frau auch noch eine klare Vorstellung davon hat, was ich in den entscheidenden Momenten für sie tun kann. Einfach ihre Hand halten.

Und ich mache es. Selbstbewusst und liebevoll lege ich meine Hand in der etscheidenen Geburtsphase in die Hand meiner wunderbaren Frau und………… bereue es in der gleichen Sekunde. Es ist wie als ob man seine Hand in einen Schraubstock legt, der von einem sadistischen NSA-Mitarbeiter in Guantanamo Bay bedient und zugeschraubt wird, um einen Jihadisten zum Sprechen zu bringen.

Meine Frau eträgt mit einem leichten Stöhnen die Wehen: »ahh… uuuuh… ahhh.«

Gleichzeitig liege ich unter dem Bett und brülle: »AAAAAAAAAAHAHAHHAHAHAHAH… AUUUUUUUUUUUUUTSCHHHHHH… AUUUUUUUWEEEEEEHHHH…«

Das hat so weh getan. Ich bin mir in dem Moment ganz sicher. Meine Frau hat mir den Mittelhandknochen gebrochen. Das tut so weh! Das tut sicher mehr weh als die Geburt selbst.

Oh, jetzt kann ich die irritierten und latent aggressiven Reaktionen meiner weiblichen Leserinnen schon hören. »Sicher nicht! Da gehst du jetzt zu weit Niko!«, zischen sie. »Du hast keine Ahnung. So blöde Sachen würdest du nicht schreiben, wenn du einmal eine Bowling-Kugel kacken müsstest.«

Okay, das stimmt. Ich nehme das zurück. Ich kann gar nicht wissen wie schmerzhaft es ist ein Kind zur Welt zu bekommen. Aber wisst ihr was? Ich werde es auch nie wissen! Ha! Ha! Ha! Ist das nicht geil? Manchmal ist es wirklich schön ein Mann zu sein.

Nein, Scherz beiseite. Ich muss jetzt einmal was klar sagen. Immer wieder habe ich diese Diskussion mit meiner Frau und ihren Freundinnen: Was denn der größte Schmerz sein könnte, den man ertragen muss? Und zumindest bei uns - in unserer relativ zivilen Gesellschaft - behaupten alle Frauen, die Geburt eines Kindes ist der größte körperliche Schmerz den jemand ertragen müsse. Und das ist Blödsinn. Ich kann auch beweisen warum.

Der größte Schmerz, den ein Mensch ertragen muss, ist ein Tritt in die Hoden. Es ist einfach so.

Hier ist der Beweis. Spätestens zwei Jahre nach der Geburt des ersten Kindes häufen sich bei Frauen Bemerkungen wie: »Jetzt ist es aber bald Zeit für ein Brüderchen oder Schwesterchen. Findest du nicht?« Auch bei meiner Frau war das so.

Ich habe aber noch nie einen Mann beobachtet, der — selbst 20 Jahre nachdem er einen Tritt in die Kronjuwelen bekommen hat — breitbeinig vor anderen Männern (oder auch Frauen) steht, auf seine Männlichkeit zeigt und verkündet: »Ich glaube es wäre wieder an der Zeit. Könnte jemand vielleicht mal bitte voll zutreten?« Gibt es nicht.

Damit wäre bewiesen was zu beweisen war: Die Geburt eines Kindes kann nie so schmerzhaft sein wie ein Tritt in die primären Geschlechtsmerkmale eines Mannes.

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