Beinahe hätte ich einen Folgeblog zu meinem vorhergehenden Beitrag über die Inszenierungen der TRANSHUMANISTEN geschrieben, weil ich die Vermutung hegte, dass hier etliche Zeitgenossen nicht einmal im Ansatz wissen, was TRANSHUMANISTEN sind, warum sie hier und heute zu einer globalen Gefahr geworden sind oder besser gesagt, schon immer waren, was sie wollen, wo sie vorkommen und wie sie handeln, um ihre Ziele zu erreichen.

Da ich jedoch kein Nachhilfe gebender Volksaufklärer bin oder sein will, lasse ich das, zu gegebener Zeit kann ich es ja einmal nachholen, vorderhand sage ich nur zwei namentliche Begriffe dazu:

THE GEORGIA GUIDESTONES bzw. JULIAN HUXLEY, als Nebentitel "Neoliberalismus".

Jetzt aber zu dem, was sich im Titel schon andeutet:

Mehr als 30 Jahre habe ich beinahe ununterbrochen in einer Großstadt gelebt, das Unternehmen, dass ich hatte, war spezifisch an die Stadt gebunden.

Vor dieser beruflichen Fixierung war ich schon einmal für 10 Jahre ein Landmensch, als Biobauer in der östlichen Steiermark, als Kind und Jugendlicher lebte ich eh ausschließlich auf dem Lande, nah an Bergen, nah an Seen und mit einer starken Verbindung zu den Jahreszeiten und den Elementen Luft, Wasser, Licht, Sonne,Eis und Kälte.

Es war paradiesisch, als Volksschüler, im Winter, gleich nach dem Ende der Schule zu Mittag, gleich nach dem Mittagessen, den Eishockeyschläger zu schnappen, die Hockeyschuhe, und zu den nahegelegenen zugefrorenen Teichen zu laufen, um bis zur Dämmerung stundenlang Eishockey zu spielen!

Genauso schön war es im Sommer, ebenfalls gleich nach der Schule, zum See hinauszuradeln, Jause und Badesachen dabei, und bis zum Abend im Wasser herumzutollen, vom Sprungturm zu springen, Fussball,Federball oder Tischtennis zu spielen und erst am Abend, als die Sonne schon untergegangen war, wieder heimzuradeln.

Und ebenfalls im Sommer, aber auch im Herbst, da ging es dann oft in den Wald zum Schwoarzbeern klauben und Schwammalan suachn und so nebenbei wurde manche kleine Hütte und aus Zapfen, Hölzchen und Steinchen richtige kleine Miniaturdörfchen gebaut, selbstvergessen spielten meine Geschwister und ich, bis auch da der Sonnenuntergang den Weg nach Hause einforderte.

Selbstredend, dass ich gleich nach dem Abendessen ins Bett fiel und von tiefem Schlaf ins Land der Träume befördert wurde.

Das tiefe Schlafen ist mir bis heute geblieben, ich leg mich ins Bett und keine Minute später bin ich hin und weg!

So war es vor 60 Jahren und heute, seit einem knappen Jahr, bin ich wieder im Paradies gelandet!

Die Vorzeichen sind andere, das kleine Kind in mir ist dasselbe, obwohl ich heute 10 Stunden mit Holzarbeit beschäftigt war, das war als Kind kein Thema......

Doch das Paradiesische ist in anderer Form wieder zu mir zurückgekehrt, zum Einen im intensivsten Erleben der Jahreszeiten und der jeweiligen mit ihnen verbundenen Temperaturen, die unmittelbare Nähe von Seen, Wald, Bächen und Flüssen und hohem Gebirge, unmittelbar vor meiner Haustüre, alles ohne Automobil zu erreichen, zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Was ich jetzt tue, im Unterschied zu meiner Kinderzeit, ist, dass ich mir meine Lebensmittel selbst produziere - wir haben sogar jetzt noch ein paar wenige Erdäpfel unsrer Vorjahrsernte im Keller - dass ich mir meine Brennstoffe selbst produziere, dass ich schon im letzten Sommer eine große Photovoltaikanlage (eine, die sich mit der Sonne mitbewegt) errichtet habe mit umfassender Batteriespeicherung und 48 Stunden Notstromversorgung im Falle eines Blackouts, dass ich bereits drei neue Apfelbäume unsrer Lieblingssorten gepflanzt habe, sowie einen Marillenbaum, der als Spalier gezogen wird, sowie Himbeer, Brombeer- und Ribiselsträucher, dass ich gerade im Begriff bin, meinen eigenen Snooker-Club zu errichten und eine alte Garage zu einer öffentlich zugänglichen Kunstwerkstatt umbaue und dass ich in spätestens drei Wochen die Jagdprüfung absolviert haben werde und mir sogar selbst vorzügliches Wildfleisch besorgen werde können!

Das alles macht man als Kind nicht, jedoch ist dies nicht weniger paradiesisch und ein sehr erhebendes Gefühl für die eigene Freiheit und Autarkie.

Das Spiel mit den Jahreszeiten und den Elementen und Temperaturen hat sich für mich in den letzten 11 Monaten auf eine ganz andere Art und Weise neu eingestellt:

ICH GEHE BARFUSS!

Und zwar sommers und winters!

Dieser Winter war hier bei uns endlich wieder einmal so ein richtiger Winter, der meiner STEINBOCK-Seele entspricht, ab Anfang November gleich mit über einem halben Meter Schnee, der blieb und auch immer wieder nachgefüttert wurde, weil unmittelbar darauf die Temperaturen immer weit unter Null blieben.

Für mich war es das Schönste, gleich nach dem Aufstehen am Morgen den Morgenmantel anzuziehen und draußen auf meinem Grundstück eine große Runde barfuß im Schnee zu gehen. Das wurde zur lieben Gewohnheit, den ganzen Winter hindurch.

Vor vier Wochen, als der Frühling mit Macht daherkam, blieb ich dabei und gehe seit einigen Tagen nun den ganzen Tag barfuß, außer ich muß irgendwohin, mit dem Auto oder dem Fahrrad. Auf dem eigenen Anwesen brauch ich keine Schuhe, ich spüre immer ganz die Erde unter meinen Füßen!

Es ist in jeder Hinsicht vergleichbar mit den Glücksgefühlen der Kindheit, wie ich es oben beschrieben habe.

Abends, bevor ich dann endgültig im Haus blieb, stand ich lange draußen und betrachtete den ORION, mein Lieblingsgestirn, am Winterhimmel, er verschwindet jetzt schon fast am frühen Abend, kaum mehr zu sehen, weil es schon viel länger hell ist abends. Mit ihm war ich verbunden mit dem ganzen Kosmos, er schien mir wie eine Wesenheit zu sein!

Und vor 10 Tagen beendete ich eine 14tägige, vorösterliche Fastenperiode, es gab nur Wasser, Kräutertees und abends eine klare Gemüsebrühe, zu Mittag eine längere Ruhepause mit Leberwickel, ansonsten das volle Bewegungs- und Aktivitätsprogramm mit voller Energie.

ES WAR EINE WUCHT!

Der einzige Wermutstropfen, wenn man das überhaupt so nennen kann, war, dass am Tag nach meinem "Fastenbrechen" in unsrer kleinen Stadt das traditionelle Schinkenfest stattgefunden hat und ich nur ganz wenige Kostproben zu mir nehmen durfte. Das war verdammt hart, doch das köstliche HEMMA-BIER entschädigte mich dafür! Meine Frau durfte an meiner Stelle die doppelten Kostproben zu sich nehmen, ich versuchte, mich ganz intensiv in ihren Gaumen hineinzufühlen, um wenigstens die Essenz von SCHINKEN zu schmecken!

In den letzten Tagen, besonders auch heute, ist es hier aber schon möglich, mit freiem Oberkörper draußen zu arbeiten, die Sonne wärmt und strahlt mit frühlingshaft guter Laune, während die Muskeln ihren beschwingten Tanz zum Hackbeil veranstalten!

Bald ist OSTERN, ich werde zu Ostern Schinken essen, ich habs mir verdient und ich werde einen Original Kärntner Reindling backen und ein wunderbar großes Ostermilchbrot, all die guten Lebensmittel, die wir zu Ostern essen werden, kommen am Karsamstag in einen großen Korb und werden am Nachmittag in der Kirche geweiht, das ist hier ein sehr alter traditioneller Brauch.

Auf meinem Grundstück wächst ein riesiger Haufen aus Abfallholz zu beachtlicher Höhe, der wird am Abend des Karsamstag entzunden, wir werden viel singen, Most, Wein, Bier und Schnaps werden rundum gehen und ich werde barfuß gehen!

Das FASTEN wird erst wieder in einem Jahr kommen - Achtung, Schinkenfest einkalkulieren! - das BARFUSSGEHEN wird übers Jahr bleiben, es fühlt sich so gut an und ich fühl mich mit der Erde gut verbunden.

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