Was ist ein Rip-Deal?
Ein „Rip-Deal“ ist eine betrügerische Masche, bei der Täter (oft organisierte Gruppen) durch vorgetäuschte Kaufgeschäfte, meist von Luxusgütern, Immobilien oder Devisen, ahnungslose Verkäufer abzocken. Opfer werden oft mit Falschgeld bezahlt, ausgeraubt oder in riskante Auslandsgeschäfte gelockt, wobei zunehmend Gewalt angewendet wird. Die Schäden für die Opfer gehen oft in mehrere Hundertausende Euro
Ich selbst war auch in die Anbahnung eines solchen Rip-Deals verwickelt.
Ich war vorsichtig und misstrauisch genug um nicht zum Opfer zu werden, aber leider hatten die Behörden kläglich versagt die Täter, die ich den Behörden am Tablett hätte servieren können, zu schnappen.
Hier mein Erlebnis:
Jemand der sich als "Dr. Adami" und Schweizer Geschäftsführer der "Schanzengraben.Investment AG"
ausgab, rief mich ca um den 20. Mai 2025 an und bekundete sein Interesse daran von mir 4 stück aufblasbare Kuppeln im Gesamtwert von 840.000 euro zu kaufen.
Ich bin Architekt in Wien, spezialisiert auf aufblasbare Konstruktionen
Mir war das gleich äußerst suspekt, da ich bereits vor 3 Jahren eine ähnliche Anfrage bekommen hatte, wo ebenfalls außer einer Homepage keine Informationen über die (damals eine andere) Firma und die agierenden Personen zu finden war.
Ich schickte Herrn Adani ein mit recht hohem Gewinn kalkuliertes Angebot. Ich hätte dabei über 400.000 euro Gewinn machen können. Herr Adami machte keine Anstalten über den Preis zu verhandeln und war sofort bereit den Deal zu machen, allerdings wolle er mich zunächst unbedingt in Barcelona persönlich treffen.
Sein Mitarbeiter, ein angeblicher Herr "Aurelian Kapoor" sandte mir via whatapp eine Photogaphie eines Flugtickets (er hatte nicht online gebucht, sondern hatte laut seiner Auskunft das Wizz-air-ticket in einem Reisebüro persönlich gekauft)
und so flog ich am 31.Mai 2025 über einen Tag mit diesem Ticket nach Barcelona um Herrn Adani im Hotel Grand Hyatt zu treffen.
Herr Adani und Herr Kapoor schienen sehr zu drängen, denn sie riefen mich zuvor ständig an, ob ich nun auch wirklich kommen würde. Alle Anrufe kamen immer nur über Whatsapp, niemals über das normale Telefonnetz.
Bei meiner Ankunft in Barcelona traf ich zuvor noch einen alten Schuldfreund, der dort lebt und weihte ihn in das geplante Treffen ein. Wir vereinbarten, dass er mich zum Zeitpunkt des Treffens im Hotel Hyatt anruft und ich würde ein Codewort verwenden, wenn ich in Schwierigkeiten wäre und er die Polizei verständigen solle. Er hatte mich auch am Handy getrackt damit mein Aufenthaltsort sichtbar ist.
Ich traf dann um 13h im Foyer des Grand Hyatt Herr Adani und einen Kompagnon, der sich als "Herr Rotenberg" ausgab.
Wir begaben uns dann in das Terrassencafe des Hyatt, wo Herr Adani Getränke und Tappas bestellte. Herr Rotenberg legte seine Herrenhandtasche mit einer penetrant großen goldenen "Gucci"-Aufschrift auf den Tisch.
Zuerst stellte er ein paar Fragen über die Konstruktion der Kuppeln , mögliche Lieferzeit etc.
Doch dann kam er zum eigentlichen Thema.
Er wolle mir sofort die 50% Anzahlung für alle Kuppeln geben. Ich meinte, dass das steuerlich nicht günstig sei, da mein Produktionspartner gar nicht so schnell produzieren kann Ich hatte dann im Jahr 2025 enorme Einkünfte hätte, denen noch keine Ausgaben gegenüber stünden. Ich würde lieber eine Kuppel nach der anderen liefern und separat frakturieren.
Ich frage Herrn Adani auch, warum er denn so scharf darauf sei sofort soviel Geld an mich los zu werden.
Er sagte, mir mehr oder weniger eindeutig, dass er aus einem Immobiliengeschäft Bargeld habe, dass er waschen müsse.
Als Kompromiss würde er den Deal auf 2 Kuppeln jetzt und 2 weitere kuppeln im jahr 2026 aufteilen.
Er wolle mir 100.000 euro sofort in bar in Barcelona geben, und dann einen Vertrag (der um 100.000 € offiziell reduziert ist) unterschreiben und dann 162.000euro per Überweisung anzahlen.
Allerdings sollte Herr Rotenberg 80.000 euro Provision bekommen, diese 80.000 würde er mir auch überweisen. Damit sollte ich dann um 80.000euro in Wien Philharmoniker Goldmünzen kaufen, die Ich nach Barcelona mitbringen sollte und dort Herrn Rotenberg übergeben.
Das Treffen endete dann, weil ich ihm sagte , dass ich grundsätzlich natürlich gerne für ihn die Kuppeln produziere und verkaufe, aber ich mich da erst juristisch und bezüglich Steuerlast informieren muss. Denn ich vermutete, dass es Obergrenzen gibt wieviel Bargeld man beim Grenzübertritt in eine anderes Land mit sich führen darf.
Mir war klar, dass mit 90%er Wahrscheinlichkeit ein Betrugsmodell dahintersteckt, aber ich war neugierig und korrespondierte weiter mit Herrn Adani.
Herr Adani war irre ungeduldig und drängte stets mit Anrufen und Whatsapp-Nachrichten. Das Treffen war am Samstag den 31. Mai und bereits am Montag ,zwei Tage darauf, wollte er ,dass ich ihm einen Vertrag schicke.
Ich schrieb ihm dass, wenn Überhaupt, wir uns in Barcelona in einer Bank treffen müssen. Nur dort soll er mir die 100.000 geben. Ich würde dann einige zufällig ausgewählte Banknoten am Schalter wechseln um zu sehen ob das Geld echt ist Dann würde ich es bei jener Bank in einem Schließfach deponieren.
Die Goldmünzen müsse Herr Rotenberg in Wien holen. Ich würde die Münzen in einem Institut kaufen und Herr Rotenberg soll dabei sein, damit er sieht, dass das Gold aus eine seriösen Quelle stammt und er mir den Erhalt des Goldes gleich dort quittiert.
Zuerst gab Herr Adani vor, diesem Plan zu zustimmen. Doch dann stellte er auf einmal andere Forderungen:
Ich solle mit Gold im Wert von 40.000 euro nach Barcelona kommen und wenn er das Gold erhält, gibt er mir 145.000 euro in Bar, und würde mir sogleich 162.000 überweisen, andernfalls könne er den Deal nicht machen.
Ich antwortete, dass ich nicht Gold im Wert von 40.000 € nach Barcelona spazieren führen möchte.
Es war mir klar, dass ich dann entweder am Weg zum Treffpunkt von Komplitzen überfallen und meines Goldes beraubt würde, oder man mir Falschgeld dafür geben würde. Abgesehen davon ist es nicht angenehm mit soviel Gold durch die Sicherheitskontrolle beim Flughafen zu gehen.
Damit sagte mir Herr Adani via Whatsapp nachricht in leicht beleidigtem Ton das Geschäft ab.
Ich hatte die Korrespondenz via email und via WhatsApp aufgezeichnet und würde die beiden Herren auch wieder erkennen.
Ich wandte mich darauf auf das Dezernat für Rip-Deals bei der Wiener Polizei. Der Zuständige Beamte Herr Goldnagl, war zunächst sehr interessiert und auch kooperativ. Er bat mich ihm alle Informationen zu schicken.
Vor allem hätte ich ja zu diesem Zeitpunkt noch meinen Rip-Deal Partnern gegenüber vorgeben können doch noch auf den Deal einzusteigen, und bei einem Treffen hätte die Polizei die Betrüger in flagranti schnappen können.
Ich hörte dann eine Weile nichts. Als ich mich wieder bei Herrn Goldnagl meldete, sagte er mir, dass er persönlich zwar engagiert sei, aber ihm seien die Hände gebunden. Er habe von höherer Stellehabe keine Anweisung bekommen den Fall weiter zu verfolgen, Auch sei keine Zusammenarbeit mit den Behörden in Barcelona gegeben.