Franz Fausek,mit Schopenhauer im Gepäck zu Erfolg beim Dating und zu einer glücklichen Beziehung

Die Frage über die Geschlechterdynamik, was Frauen und Männer besonders jeweils zueinander anzieht und wie Beziehungen funktionieren“, wird heute so kontrovers diskutiert wie selten zuvor.

Auf Youtube finden sich dutzende Dating-Coaches, die ihre Tricks anpreisen:Z.B. wie Du die schönsten Frauen auf der Strasse ansprichst und dabei binnen 30 Minuten garantiert dazu bringst mit dir Sex haben zu wollen, und wie du es dabei vor allem tunlichst vermeidest in der unehrenhaften „Beta-Male-Friendzone" geparkt zu werden.

Es gibt aber auch einige, die Ratschläge und Analysen auf höherem Niveau anbieten. Einer der Wichtigsten ist sogar bei uns in Wien: FRANZ FAUSEK https://www.youtube.com/@FranzFausek-xu9zc

Er greift dabei sogar auf Schopenhauer zurück.

Seine treuen männlichen Fans nennen ihn liebevoll „Onkel Franz“. Doch was sagen Feministinnen zu ihm und seinem Weltbild? Wer versteht die „wahre Natur“ von Frauen besser – er mit biologischen, kulturellen und philosophischen Modellen, oder jene, die im Sinne aktueller gesellschaftlicher Strömungen davon ausgehen, dass jeder Mensch seine Geschlechterrolle und die damit verbundenen Eigenschaften selbst beliebig definieren kann?

Ich habe Franz Fausek in einem Interview gebeten, seine Sichtweisen darzulegen:

Wie lange machst du dieses Coaching für Männer? Oder machst du es auch für Frauen? Und wie bist du dazu gekommen?

Franz:

Vor etwa 15 Jahren ist mir ein Buch in die Hände gefallen, ich war damals 40 und mir waren die Mann/Frau-Dynamiken immer ein Rätsel. Dieses Buch von Rollo Tomassi „THE RATIONAL MALE“ war für mich wie Wasser für jemanden, der gerade in der Wüste verdurstet.

Der erste Mensch, den ich dann intensiv gecoacht habe, war ich selber. Mir persönlich ist es nicht schwer gefallen, diese neue Erkenntnis aufzunehmen und zu akzeptieren. Intuitiv habe ich es immer schon gespürt, aber Erziehung, Freundeskreis und generell die soziale Programmierung haben einen „Ausbruch“ dieser inneren Stimme verhindert. Natürlich wollte ich, so wie das oft ist, wenn man selbst eine neue unglaubliche Erkenntnis gewinnt, alle Männer in meinem Umkreis „missionieren“. Was ich auch getan habe, mit dem Erfolg, dass sich viele Freunde von mir abgewandt haben. Danach bin ich selektiver geworden, was mein „Coachingangebot“ betroffen hat, aber in Wahrheit habe ich ab dem ersten Moment versucht, Männern diese Erkenntnis zu präsentieren.

Demnächst möchte ich anfangen, damit meinen Lebensunterhalt zu bestreiten, habe entsprechende psychosoziale Ausbildungen absolviert und retrospektiv gesehen in den letzten 15 Jahren schon etlichen Männern einen Weg aus der Matrix zeigen können. Im Gegensatz zu früher kommen Menschen HEUTE freiwillig zu mir. Der Erfolg, den ich mit meiner Arbeit mit Männern habe, motiviert mich unglaublich.

Mit Frauen diskutiere ich natürlich ebenfalls regelmäßig, WENN sie auf mich dahingehend zukommen, interessanterweise sehen viele Frauen in großen Teilen ähnliche Problematiken. Direkt mit einer Frau habe ich noch nicht zusammengearbeitet, was ich sehr bedauere, denn GERADE für eine Frau würde es extrem viel bringen, einen Mann „an Land ziehen“ zu können, der zu ihr passt und mit dem sie wirklich glücklich werden könnte, wenn sie weiß, was dieser Mann oder Männer im Allgemeinen sich von einer Frau wünschen. Das ist etwas, das viele Frauen im Zuge des Feminismus verlernt haben.

Im privaten Bereich konnte ich bestehende Beziehungen schon durchaus „retten“, indem ich sowohl ihm als auch ihr zeigen konnte, was sich der andere von einer erfüllenden Beziehung erwartet.

Wie viele Prozent deiner YouTube-Zuseher sind männlich und wie viele weiblich?

Kurz und knapp: Stand 24.3.2026 knapp 6 % weiblich und 94 % männlich.

Ich bin froh, dass YouTube noch nicht so WOKE ist, eine Statistik mit „Divers“ oder ähnlichem Schwachsinn anzubieten. Ich selber freue mich über den relativ hohen weiblichen Anteil. Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass ich versuche, meine Videos sachlich zu gestalten und keine „Hexenjagd“ veranstalte. Kritische Kommentare von Frauen lese ich sehr gerne und gehe auch darauf ein, sofern sie zumindest einen sachlichen Ansatz haben und mich nicht als Frauenhasser oder verletzten Bub bezeichnen. Frauen, die meinen Kanal abonnieren, werden vielleicht jetzt nicht hell erfreut sein über das, was ich hier zum Besten gebe, aber wenn sie ehrlich zu sich sind, reflektiert und nachdenken, sind meine Videos für Frauen ein Mehrwert, um eine glückliche Beziehung zu finden und aufrechtzuerhalten. All Ladies are welcome!

Wenn wir frühere Jahrzehnte und Jahrhunderte betrachten, hast du den Eindruck, dass es heutzutage schwerer oder eher leichter ist, einen passenden Partner zu finden, für Sex und für eine fixe Beziehung und sogar Familiengründung?

Und haben heute im Vergleich zu früher eher Männer oder eher Frauen Vorteile?

Das ist eine Frage, über die man, wenn man sie wirklich ausführlich behandeln will, fast stundenlang schreiben könnte. Früher war der Datingmarkt völlig anders. Eine Frau hatte in einer Sippe vielleicht 5-7 Männer zur Auswahl und wenn die alle etwa den gleichen Level in einem sozio-ökonomischen Sinn hatten, nahm sie sich den, der am wenigsten gestunken hat. Bis Ende der 80er Jahre war es ein relativ homogener Markt, bei dem die Auswahl von Frauen begrenzt war. Zu meiner Zeit bist du in Lokale, Diskos etc. gegangen und du warst ein Fisch in einem abgegrenzten Teich.

Mit dem Aufkommen von sozialen Medien, Dating-Apps etc. ist kein Stein mehr auf dem anderen geblieben. Jetzt sind Männer nicht mehr Fische in einem lokalen Teich, sondern in einem gigantischen Ozean. Frauen haben über soziale Medien Zugang zu Menschen, die sie früher nicht einmal in den kühnsten Träumen zu Gesicht bekommen hätten. Rapper, Schauspieler, Prominente sind nur eine persönliche Nachricht weit entfernt.

Versuch das mal als Mann bei einer hübschen Insta-Modell-Blondine, du bist Nr. 10.762, no chance! Der Ölmulti aus Texas und der russische Oligarch stehen auf die gleichen Sachen wie der Hans aus dem Gemeindebau nebenan. Nur dass DER natürlich, so er nicht extrem ein fescher Kampl ist, es auf alle Fälle schwerer hat, bei so einer Auswahl, die Frauen heute haben, überhaupt eine passende Freundin zu finden.

Heute bestehen für Frauen dahingehend zu viele Optionen und ein Zuviel an Auswahl bewirkt letztlich ... dass man sich nicht entscheiden kann. Genau DAS ist das Problem moderner Frauen. Während Männer sich einem immer härteren Konkurrenzkampf gegenübersehen, ist die Auswahl anscheinend für Frauen extrem.

Frauen werden aber dahingehend betrogen, dass sie zwar viel Auswahl an TOP-Männern haben, die sexuell sich zu ihnen hingezogen fühlen, aber sich kaum auf eine verbindliche Beziehung einlassen. Das erzeugt bei Frauen die Illusion, solche Männer für etwas „Festes“ haben zu können, merken dann aber spätestens ab Mitte/Ende 30, dass SOLCHE Männer sich kaum binden lassen.

Die Probleme von Männern und Frauen sind also unterschiedlicher Natur. Wir leben in einer Zeit, in der Beziehungen austauschbar geworden sind, vermeintlich. Das war früher undenkbar, da man einander GEBRAUCHT hat. Das ist heute nicht mehr so, niemand braucht niemanden mehr für eine Beziehung. Für Sex gibt es heute für JEDEN und JEDE einen fast unlimitierten Zugang: Frauen, egal ob sie attraktiv sind oder nicht, müssen sich nur auf einer Dating-App registrieren und können theoretisch jeden Tag eine ganze Kompanie abreiten. Für attraktive Männer sind diese Apps ebenso geeignet und ein kleiner Teil von Männern, etwa 10 %, kann auf eine Unmenge von Frauen für Sex zurückgreifen. Für den überwiegenden Teil der Männer, die von Frauen als unattraktiv gesehen werden, gibt es bezahlte Dienste und die Möglichkeit, im Ausland sich auszuleben.

Der Feminismus hat es BEIDEN Geschlechtern schwer gemacht, stabile Familien zu erschaffen. Zu groß wird der Individualismus als moderne Gottheit verehrt. Die Geburtenraten in den meisten westlichen Ländern sind sogar so niedrig, dass die eigene Bevölkerung nicht mehr reproduziert werden kann. Man kann also sagen, dass der Preis für Sex gegen 0 tendiert, der Wert einer verbindlichen und erfüllenden Beziehung aber exorbitant hoch ist. Wie gesagt, das ist ein Thema, das wirklich sehr komplex und unterschiedlich zu betrachten ist.

Siehst du im Feminismus auch Vorteile für Männer?

Keinen einzigen! Der Feminismus ist das Gift, das Familien zerstört, Paare entzweit und hatte nur den Sinn, Frauen auf den Arbeitsmarkt zu bringen. Ich selbst bezeichne mich als Humanist und bekennenden Anti-Feministen.

Kann ein Mann mit einer Feministin eine glückliche stabile Beziehung haben?

Nein! Ich selber warne Männer eindringlich davor, sich mit so einer Frau auf eine Beziehung einzulassen, mag sie noch so geil aussehen. Selbst „nur“ Sex sollte man mit so einer Dame auslassen. Mit solchen Frauen wird es immer Probleme in einer Beziehung geben, wenn der Mann in seiner maskulinen Rolle aufgeht. Eine feministische Frau bringt nicht die Eigenschaften mit, die eine stabile und gesunde Beziehung braucht. Solche Frauen rauben einem Mann das Wichtigste in seinem Leben: seinen Frieden. Oft wird das von solchen Frauen dann so geframt: „Männer sind viel zu schwach, für eine Frau wie mich“. Das Ding ist halt, dass Männer auf solche Frauen einfach keinen Löffel haben. Keine Lust. Nada. Sie sind nicht schwach, sondern WOLLEN so eine Frau schlichtweg einfach nicht. Aber klar, irgendwie muss eine Frau mit so einer Ideologie ihr Problem mit Männern rechtfertigen.

Würdest du dich als Vertreter der "Red-Pill"-Fraktion sehen?

Die „rote Pille“ hat mein Leben gerettet. Das meine ich nicht in einem übertriebenen Sinn, sondern buchstäblich. Ich habe in meinen jüngeren Jahren sehr viel mit der Polizei zu tun gehabt, war emotional instabil, gewalttätig und völlig orientierungslos im Leben. Heute würden wir zu solchen Männern INCELS sagen (unfreiwillig zölibatär lebend). Ich verdanke dieser Praxiologie „Red Pill“ mein jetziges Leben, das frei von Illusionen ist, mir die Wahrheit gezeigt, die sich schon hundertfach bestätigt, und mich zu einem anderen Menschen gemacht hat. Die rote Pille geht weit darüber hinaus, nur die Dynamiken zwischen Mann und Frau aufzuzeigen, zumindest so, wie ich sie verstehe. Sie ist ein wesentliches Element zur Persönlichkeitsentwicklung für einen Mann. Sie beinhaltet evolutionsbiologische, soziale, historische, kulturelle, philosophische und medizinische Erkenntnisse, also ein sehr breites Spektrum. Ich stimme zu 99,99 % den Erkenntnissen der roten Pille zu. Sie ist für mich jedoch keine Philosophie, Religion oder Männer-Bewegung, sondern ähnlich wie eine Seekarte im 15. Jhdt., die vor Riffen, „Seeungeheuern“, Strömungen etc. warnt und Alternativen zu einer gefahrlosen Umschiffung dieser Bedrohungen bietet. Man kann diese Warnungen ignorieren, aber zumindest weiß man, worauf man sich einlässt. So sehe ich die rote Pille und ich werde diese Erkenntnis so lange weiter ausbauen und selber leben, bis ich aufhöre zu denken.

Siehst du dich vorwiegend als "Dating-Coach", als "Beziehungscoach", oder als Coach für männliche Selbstfindung und männliches Selbstbewusstsein?

Ich bin der festen Überzeugung, dass man diese Dinge nicht voneinander separieren kann. Um den von dir gewünschten Output beim Dating zu bekommen, solltest du selbstbewusst sein, wissen, was du willst, und emotionale Resilienz besitzen. Wenn du eine solide Beziehung führen willst, solltest du bereits wissen, WER du bist und deine Freundin sollte nicht dazu dienen, deine Therapeutin oder Ersatz-Mama zu sein, die dich auf diesem Weg begleitet. Für mich birgt das intersexuelle Thema deshalb so viel Faszination, weil Erfolg im Leben und Erfolg im Dating oft (nicht immer) zusammenhängen. Ein Mann, der weiß, WER er ist, der selbstbewusst ist, Grenzen ziehen kann, der sich dessen bewusst ist, wie männliche und weibliche Liebe „funktioniert“, der Verantwortung übernehmen kann und der nicht mit diesen Umständen kämpft oder an ihnen zerbricht, DIESER Mann wird auf jeder Linie erfolgreich sein.

Wurde dir schon mal Einseitigkeit vorgeworfen, dass du vorwiegend im Interesse von Männern sprichst? Gab es Kritik/Vorwürfe gegen dich seitens feministischer Youtuber:innen?

Natürlich! Sehr oft sogar. In den Kommentaren ist immer wieder zu lesen: „...aber nicht alle Frauen sind so..“ oder „...Männer sind doch da genau so…“. Lustig zu sehen ist für mich: Wenn du Frauen lobst, also bestimmte Eigenschaften positiv hervorhebst, kommt kein Kommentar „...aber Männer können das auch“; mein Kanal ist ein Männerkanal. Ich versuche, männliche Problematiken am Dating-Markt darzustellen ... und ja, das ist natürlich nur eine Seite der Medaille. Frauen haben ebenfalls Probleme am Dating-Markt, aber eben andere. Frauen fühlen sich oft exkludiert oder angegriffen, wenn ich unschöne Seiten weiblicher Natur aufzeige. Das bedeutet nicht, dass Männer KEINE unschönen Seiten haben. Interessant ist, dass die Kritik oft ad hominem ist, also sich auf meine Person bezieht und weniger auf meine Inhalte. Also dass ich oft enttäuscht wurde, meine Mama mich nicht lieb gehabt hat, ich unmännlich bin, weil ich auf mein Äußeres achte etc. Damit setze ich mich nicht weiter auseinander, mit INHALTLICHER Kritik jedoch immer.

Außer Grauwölfen ist mir kein Säugetier bekannt, das lebenslänglich monogam in ein und derselben Beziehung lebt. In der menschlichen Zivilisation, gestützt durch Religion und Staat, gilt jedoch lebenslängliche Monogamie als Ideal.

Denkst du, dass Monogamie der natürlichen menschlichen Veranlagung entspricht?

Nein! Menschen sind nicht monogam. Weder Männer noch Frauen. Monogamie hatte den Sinn, Männern, die ohne diese Regelung leer ausgegangen sind, zumindest eine Frau zu verschaffen. In früheren Strukturen haben Männer mit Reichtum und Wohlstand die ganz überwiegende Mehrheit an Frauen für sich gehabt. Dadurch, dass viele, vor allem junge Männer, leer ausgegangen sind, ist es zu inneren Unruhen im gemeinschaftlichen Zusammenleben gekommen. Durch die Monogamie, also ein Mann und eine Frau, konnte eine Stabilität in der Gesellschaft gewährleistet werden.

Von Natur aus sind Männer polygam. Wir Männer sehen eine attraktive Frau und denken eigentlich sofort an Sex mit ihr, obwohl wir nicht einmal ein Wort mit ihr gesprochen haben. Frauen sind hypergam, das bedeutet, dass eine Frau mit dem für sie genetisch besten Mann Sex machen will und einen Mann mit Status und Ressourcen für die Aufzucht ihrer Kinder benötigt. Beides in einem Mann kommt nicht so oft vor.

Das ist auch der Grund, warum attraktive Bad Boys zwar schnell an die Vagina rankommen (Validierungs-Sex), aber langfristige Beziehungen eher selten sind und der „nice guy“ bekommt halt den „Belohnungs“-Sex, WENN er brav seiner Verpflichtung nachkommt (Transaktionaler-Sex). In dieser Hinsicht sind Frauen eben auch nicht monogam.

Die meisten Menschen leben heute nach dem Prinzip der seriellen Monogamie. Also eine Beziehung nach der anderen. Dating-Apps und die „Hook-Up“-Kultur ermöglichen es attraktiven Männern, ihre Polygamie OHNE Verpflichtung der Frau gegenüber auszuleben. Die Mehrzahl der Männer MUSS aber, um überhaupt an Sex ranzukommen, eine verbindliche Beziehung mit einer Frau eingehen. Ich kann dir versichern, dass JENE Männer, die sagen, dass sie WIRKLICH monogam sind, das nur sagen, weil sie nicht die Optionen haben, anders zu leben.

Ich habe aufgrund deiner Videos den Eindruck, dass du vor der Ehe warnst, womit du bei Männern, die eine Scheidung hinter sich haben, wohl auf große Zustimmung stößt.

Würdest du einem Mann (oder auch einer Frau), der/die sich von dir coachen lässt, jemals zur Ehe raten?

Und wie siehst du die Ehe, nicht aus Sicht eines Individuums, das für sich selbst nach Glück strebt, sondern in ihrem gesamtgesellschaftlichen Nutzen?

In einem meiner Videos sage ich, dass ich nicht „Anti-Ehe“ bin, sondern „Anti-Dummheit“. Die meisten Männer gehen eine Ehe aus völlig falschen Vorstellungen ein. Frauen auch, nur liegt das Risiko des Scheiterns der Ehe ganz überwiegend beim Mann, nicht immer, aber sehr oft. Das bedeutet, dass im Falle einer Scheidung überwiegend der Mann finanziell und familienrechtlich (Obsorge) zum Handkuss kommt.

Für mich macht eine Ehe aus 2 Gründen Sinn: 1) religiöse Gründe und 2) der Wunsch, eine Familie zu gründen. Wobei im Fall 2 es auch ohne Ehe gehen würde. Meine Frage an Männer, die heiraten wollen, lautet: Was für Probleme LÖST eine Ehe? Einer Frau, die tendenziell eher einen Mann heiratet, der finanziell besser dasteht als sie, muss ich diese Frage nicht stellen.

Mit der Eheschließung hole ich mir eine 3. Person in meine Beziehung - den Staat. Und diese Person greift dann dort, wo es keine Regelung zwischen den Parteien gibt, recht unsanft in das Leben von zwei Menschen ein. Wozu? Die Ehe hatte ihren gesamtgesellschaftlichen Nutzen, indem 2 Menschen GEMEINSAM an einem Ziel gearbeitet haben. Man hat gemeinsam etwas aufgebaut, eine Familie gegründet. Eine „Liebesheirat“ ist erst seit etwa 180 Jahren Thema. Vorher war es eine Zweckgemeinschaft, in der sich die Ehepartner WÄHREND der Ehe lieben gelernt haben ... oder auch nicht. Genau diese beiden Voraussetzungen, also Familie NUR mit Ehe und etwas gemeinsam erschaffen, sind heute weggefallen. Die Ehe hat sich in diesem Sinn selber abgeschafft. Was bleibt, ist die Eheschließung aus einem romantischen Hintergedanken.

Aber nur wegen „Liebe“ zu heiraten, in einer Zeit, wo Beziehungen immer instabiler werden, der Staat sich immer mehr in das Eheleben einmischt, ist für jenen Part, der die finanzielle Hauptlast in einer Ehe trägt, einfach zu riskant geworden.

Der gesamtgesellschaftliche Nutzen der Ehe ist m.M. heute, außer dem Kern der Gesellschaft, nämlich eine Familie zu gründen, eine Umverteilung von Vermögen und zwar bei der Eheschließung und Trennung: vom finanziell stärkeren Part zum schwächeren Part, Rechtsanwälte, Gerichte, Paarberatung, Hochzeitsplaner etc. sind ein riesiges Geschäft. WENN unbedingt geheiratet werden soll, dann mit Ehevertrag und du musst die RICHTIGE Person heiraten! Aber DAS ist ein eigenes Thema für sich.

Bist/warst du selbst mal verheiratet? Bist du derzeit in einer bereits langjährigen Beziehung, und wenn ja, stimmt dir deine Partnerin bei den meisten Aussagen zu?

Ja, ich war 7 Jahre lang verheiratet und wurde 2000 (irre, wie lange das her ist) geschieden. Einvernehmlich. Zu meiner ehemaligen Frau habe ich keinen Kontakt mehr, wünsche ihr aber alles Gute. Ich bin seit ein paar Jahren in einer Beziehung mit einer Frau, wir leben nicht zusammen und teilen unsere schönen Zeiten miteinander, aber jeder von uns führt ein eigenständiges und erfülltes Leben. Grundsätzlich stimmt sie vielen Aussagen zu. Trotzdem hatten wir schon sehr, sehr heftige Diskussionen über bestimmte Aussagen von mir, wobei ich hier Selbstkritik äußern muss, da es nicht sonderlich g'scheit ist, mit der eigenen Frau/Freundin über diese Dynamiken zu sprechen. Du kennst sicher die erste Regel vom Fight Club: Sprich nie über den Fight Club!

Ich habe den Eindruck, du erklärst vieles so, wie auch ein Biologe oder Verhaltensforscher das Paarungs- und Balzverhalten von (anderen Säuge-)Tieren analysieren würde. Würdest du sagen, dass du eine biologistische Sicht auf die Mann-Frau-Dynamik hast?

Hahaha, da musste ich jetzt lachen:)! Von meiner Ausbildung her bin ich Jurist und Betriebswirt und besonders Juristen sagt man ja nach, dass sie ein bisserl steif daherkommen. Aus einer rhetorischen Perspektive. Und ja, es stimmt: Ich konzentriere mich mehr auf die Wissensvermittlung als auf Effekte, reißerische Aufmachungen und demagogische Aussagen. Das zieht natürlich nicht so viele Leute auf den Kanal, aber dafür die Richtigen. Ich würde sagen, dass ich auf die Mann/Frau-Dynamik eine ökonomische Sichtweise habe. Wirtschaft und „Liebe“ haben sehr viel gemeinsam, auch wenn das auf den ersten Blick sehr abgeklärt klingt. Deswegen behandle ich auch gerne Themen wie Ehe, Scheidung oder den modernen Datingmarkt aus der Perspektive, wie es ein Ökonom macht, nämlich in Form einer Kosten-Nutzen-Analyse. Bei der Beantwortung deiner Frage ist mir gerade eine neue Video-Idee gekommen, danke dafür!

Welchen allgemeinen Rat würdest du zum Abschluss unseren Lesern – Männern wie Frauen – geben, um einen guten Partner zu finden und eine möglichst glückliche Beziehung zu führen?

Einen „guten“ Mann oder eine „gute“ Frau zu finden, bedeutet, bestimmte Abstriche zu machen, was uns Menschen bei anderen anzieht. Etwa auf eine emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle, Schönheit, Geld, Sex uvm. Das bedeutet NICHT, dass diese Dinge keine Rolle spielen, aber man sollte ihnen nicht den Stellenwert einräumen, den sie vielleicht aktuell für einen haben. Diese Dinge sind kurz- und mittelfristig sehr schön, aber um langfristig mit jemandem zu harmonieren, bedarf es mehr. Etwa die gleichen Werte und Ziele, das gleiche Verständnis von dem, was eine schöne Beziehung ausmacht, gleiche Interessen, wie die freie Zeit gemeinsam verbracht wird. Deswegen sind schöne und stabile Langzeitbeziehungen vielleicht etwas langweiliger.

In der Kennenlernphase achte auf alle Fälle auf das Verhalten des anderen, weniger auf seine Worte. Schon Jesus sagte: „...an ihren Taten werdet ihr sie erkennen…“. Lasst euch Zeit! Einen Menschen einigermaßen zu kennen, braucht Zeit, vor allem solltet ihr ihn in schwierigen Situationen erleben, nicht nur, wenn alles im sonnigen Bereich liegt. Und eines sollte NIEMALS (!!) in einer Beziehung verloren gehen: die Anziehung, die Spannung, das Begehren! DAS ist die Basis für alles andere, fehlt das, ist es nicht mehr als eine Freundschaft. Haltet die Anziehung über die Dauer eurer Beziehung aufrecht, dann sind 80 % der Probleme in eurer Beziehung nicht einmal ansatzweise so schlimm.

Sucht an den richtigen Orten! In einem Club, auf Dating-Apps oder auf lauten und alkoholgetränkten Partys werde ich vielleicht eine sehr leidenschaftliche und sexuell intensive Beziehung finden, die kurzfristig schön ist, aber einen stabilen Ehemann/Ehefrau für eine Familiengründung wird es dort wohl eher nicht geben (das gilt aber nur grundsätzlich, ich habe meine aktuelle Freundin auch über eine Dating-App kennengelernt). Ein letzter Ratschlag an beide Geschlechter: Wählt IMMER jemanden, der euch wählt, das erleichtert euch das Leben ungemein. Um Liebe oder Aufmerksamkeit zu kämpfen, bringt nix außer graue Haare und Frustration.

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