Eine Frau marschiert mit einer Gruppe älterer Männer, deren Blicke ernst und drohend sind, durch die Straßen einer Stadt. Sie sprechen Bewohner dieser Stadt an und fordern sie auf, die Bürgersteige zu fegen. Bei den Menschen handelt es sich meist um Einwanderer, denen sie zuruft, man wolle sie nicht in der Stadt haben, sie sollten gehen. Einer der Begleiter bezeichnet die Gruppe als "fahrendes Volk", in einem Kommentar zu dem Video bezeichnet die Frau, eine Politikerin der AfD, Roma, deren Vorfahren im "Zigeunerlager Auschwitz" ermordet wurden, als "Blutsauger des Sozialstaats".
A propos Auschwitz: Ein anderer Politiker der AfD, ein Bundestagsabgeordneter, hat ein Buch über "Kultur von rechts" geschrieben, ein Interview mit ihm wird von dem um Spenden bettelnden David Berger auf seiner Plattform veröfentlicht. Darin finden sich die folgenden Sätze: "Und in der deutschen Kultur sähe das heutzutage definitiv so ähnlich aus, wenn wir uns die Sache mit dem Holocaust gespart hätten. Wir müssen also endlich erkennen, dass der Holocaust nicht nur ein Menschheitsverbrechen war, sondern auch ein bis heute wirkendes Verbrechen an der deutschen Kultur war, weil er uns Deutsche ganz wesentlicher und wichtiger Teile unserer Kultur beraubte. – Und von da an ging es dann eigentlich nie mehr so richtig bergauf." Dann war also der Versuch, die europäischen Juden zu ermorden, vor allem ein schlechtes Geschäft für die "deutsche Kultur". (Dass diese Äußerung auch all diejenigen Ermordeten noch einmal ausgrenzt, die nicht Akademiker waren, zeigt einmal mehr das verrohte Geschichtsverständnis der AfD.)
A propos Verrohung: "Was passiert also, wenn die AfD ein lautes Nachdenken über die Todesstrafe fordert? Die öffentliche Kritik in der Tabu-Phase lässt sich schablonenhaft voraussehen. Wir wissen aber: Wer ewige Hürden akzeptiert, verzögert oft nur das Unvermeidbare. Selbstverständlich muss die Idee der Strafrechtsverschärfung inklusive Todesstrafe sorgfältig durchdacht sein. Die AfD hat große Ressourcen innerhalb und außerhalb der Partei, solche Ziele vorzubereiten." Das schreibt ein "Wiggo Mann" (unklar, welcher AfD-ler sich hinter diesem Pseudonym verbirgt, ist es etwa "Landolf Ladig" selbst?) auf der Seite der "Sezession", dem Blättchen von Höckefreund Kubitschek. Damit wird eine der zentralen Grundlagen der bundesdeutschen Verfassungsgeschichte in Frage gestellt. Dass in den Kommentaren der Fokus vor allem auf migrantische Täter gelegt wird, überrascht nicht. Die fegen ja nicht einmal die Straße.