Video: Ein paar Sätze zu Dolly Parton (1946-2026)

Ob nun Country der Blues des armen weißen Mannes ist oder doch eher, wie, wenn ich mich recht entsinne, Wiglaf Droste einst schrieb, die beste Methode, den Grizzly vom Lagerfeuer fernzuhalten, mag jede*r selbst entscheiden, doch gibt es in diesem weiten musikalischen Ozean einige Perlen zu entdecken. Einer der absoluten Superstars des Genres ist gestern verstorben und das ist ein ebenso trauriger wie passender Anlass, an Dolly Parton zu erinnern.

Ihre Version von "In the ghetto" erzeugt gerade durch die scheinbare zuckersteuerpflichtige Naivität ihrer Stimme einen größeren Grusel als das Pathos von Elvis Presley. Der wollte ihren Song "I will always love you" covern, aber der damit verbundene Zugriff auf ihre Rechte ließ sie dankend abwinken. Whitney Houston machte den Song zum Welthit.

In diesem Song beschreibt sie die Trennung von Porter Wagoner, mit dem sie lange zusammen eine Fernsehshow moderierte. Parton wurde bald bekannter als Wagoner, was sicherlich auch mit ihrem bekanntesten Hit zu tun hatte:

Dolly Parton, die, vergleicht man sie mit dem reichsten Mann der Welt, arm wie eine Kirchenmaus war, nutzte ihr Vermögen nicht dazu, gegen Minderheiten zu hetzen, sondern setzte sich für die Rechte von LGBTQ-Personen ein, verschenkte Bücher an kleine Kinder und spendete für die Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffes. Nun also berührt sie, wie es Wagoner in einem düsteren Song über einen Todeskandidaten beschrieb, das grüne grüne Gras von Zuhause:

PS: Wiglaf Droste hat einen anrührenden Nachruf auf Johnny Cash geschrieben. Die Grizzlys kommen sicher vorbei, um zu lauschen.

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Harwi

Harwi bewertete diesen Eintrag 26.08.2026 16:00:12

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