In den 2010er Jahren veröffentlichte der Autor Alexander Wallasch Kolumnen und Geschichten im „Debattenmagazin“ the european, das ab 2015 von Wolfram Weimer verlegt wurde. Stefan Gärtner (heute: „konkret“ ), Alexander Kissler (heute: „Nius“ ) oder Birgit Kelle (heute überall) zählten ebenfalls zu den Autoren, was auf eine gewisse Vielfalt in den Debatten schließen lässt. Wallasch, dessen zwei Romanen („Hotel Monopol“ und, verfasst zusammen mit Ingo Niermann: „Deutscher Sohn“ ) eine breitere Rezeption verwehrt blieb, betreibt nun nach Umwegen über „tichys einblick“ und „reitschuster de“ eine eigene Website, die ich allein schon wegen des schrägen Komparativs (sie sei „noch unzensierter“ ) gelegentlich aufsuche. Man will ja wissen,was in den Köpfen von Rechtspopulistenklatschern, die, mag sein, auf einen Job in der Medienabteilung eines ostdeutschen Ministeriums spekulieren, so vorgeht. Zudem darf bei Wallasch der ehemalige Geheimdienstchef Maaßen (er wird als Kandidat fürs Innenministerium Sachsen-Anhalt gehandelt) in Interviews beweisen, dass er völlig zu Recht seines Postens enthoben wurde: Wer mehr oder weniger offen mit denjenigen paktiert, vor denen er die Steuerzahler*innen eigentlich schützen sollte, ist für den Job eher ungeeignet.
Das wie auch immer professionelle Betreiben eines Blogs verlangt aber – wie die Zeitung, die ja auch jeden Tag vollständig gefüllt werden muss – die stetige Fütterung mit neuem Stoff. Und da nichts Rechtspopulisten so umtreibt wie die „illegale“ Migration, gerät ein Ereignis wie der Versuch von ca. 70000 Marokkanern, via Ceuta evtl. nach Europa zu gelangen, zum Skandal, nach dessen Verursachern geforscht werden muss. Und während sowohl auf der rechten wie linksliberalen Seite des Meinungskorridors rasch der Gedanke aufkam, dass irgendwie Israel hinter dem Versuch, ein besseres Leben zu erreichen, stecken könnte, brachten die massenhaft verwendeten identischen Schwimmreifen Wallasch auf den Gedanken, dass das ja kein Zufall sein könne. Der Gedanke, dass es die gerade billig zu kaufen gab, wäre allerdings zu naheliegend gewesen. Da musste doch wer dahinterstecken: In Marokko ist die Open Society Foundations (OSF) von George Soros über ihr regionales arabisches Büro (das übrigens in Jordanien sitzt, TS) aktiv und finanziert Organisationen wie den Groupe antiraciste de défense et d’accompagnement des étrangers et migrants (GADEM). Dieser erhielt unter anderem eine 24-monatige Förderung von rund 200.000 Dollar ab 2020. Davon kann man schon einige Schwimmreifen auf Vorrat kaufen. Aber die Indizienkette ist noch länger: Auf spanischer Seite werden Organisationen wie No Name Kitchen, die rechtlich gegen Zurückweisungen vorgingen und humanitäre Hilfe in Ceuta leisten, mit OSF-Finanzierungen in Verbindung gebracht. Direkte Beweise, dass OSF oder Soros die Ceuta-Ereignisse 2026 orchestriert hätten, gibt es allerdings bisher nicht – die Förderungen zielen auf Rechte von Migranten und Advocacy. Nichts Genaues weiß man, man kann da nur spekulieren und weil das so ist, schreibt man „orchestriert“, wenn „gesteuert“ doch zu gewagt wäre. Aber weil eine gute Spürnase nicht nur eins und eins zusammenzählen kann, sondern auch seine Pappenheimer kennt, steht das Ergebnis der Recherche eigentlich bereits fest: Die Häufigkeit der schwarzen Reifen-Schwimmringe ist auffällig und verdient Aufmerksamkeit. Zusammen mit den Hinweisen auf marokkanische Passivität, organisierte Online-Mobilisierung und die langfristige NGO-Arbeit pro Migration ergibt sich jetzt ein Bild, das über reine Spontanität hinausgeht: Es gab eine organisierte Vorgehensweise auf der Ebene von Netzwerken, Händlern und Social Media. (…) Der Sprung zu einer vollständigen, zentralen Orchestrierung inklusive gezielter Materialverteilung bleibt mit den derzeitigen öffentlichen Informationen spekulativ, wird aber durch die geschilderten Indizien plausibler. Oder zusammengefasst: Eine Soros-finanzierte NGO sorgt für das passende Gerichtsurteil, eine weitere NGO macht im Land selbst Stimmung und die sozialen Medien erledigen den Rest. Und George Soros, der Dirigent des von ihm orchestrierten Geschehen, steht persönlich am Strand von Marokko und verteilt Schwimmreifen. Seine Leser*innen haben Wallasch verstanden: Schon wieder Soros! Über diesen Namen stolpert man bei jeder großen Schweinerei, die angezettelt wird. (…) Soros, immer wieder Soros … Wie lange lassen sich souveräne Staaten und ganze Kontinente eigentlich noch von einem einzigen globalistischen Strippenzieher vorführen? (…) Es ist ein zynisches Tauschgeschäft: Die Herkunftsländer verklappen ihr humanes Überschußmaterial, während westliche Ideologen diese Massenmigration nutzen, um die eigenen Gesellschaften unumkehrbar zu destabilisieren. Wo bleibt da die Logik?
Wo diese Logik bleiben wird, weiß ich nicht, ahne aber, wo sie herkommt: Juden waren und sind es, die die person of colour an den Rhein bringen, immer mit dem gleichen Hintergedanken und klaren Ziele, durch die dadurch zwangsläufig eintretende Bastardisierung die ihnen verhaßte weiße Rasse zu zerstören. Dass der Urheber dieser These nicht den Begriff „person of colour“ verwendet hat, ist dem Entstehungszeitraum (1920er Jahre) wie dem intellektuellen Gestus seines Bestsellers („Mein Kampf“ ) geschuldet.