Die zentrale Wahrheit hinter vielen Gewalttaten gegen Frauen ist erschütternd schlicht: Femizide und schwere häusliche Gewalt entstehen nicht aus Ausnahmezuständen, sondern aus Strukturen, aus einem Klima, in dem Frauen systematisch gefährdet sind – oft im eigenen Zuhause, oft durch Partner oder Ex‑Partner. Diese Gewalt ist kein Randphänomen, kein „Einzelfall“, sondern ein Muster. Ein Muster, das sich durch alle sozialen Schichten zieht und dessen Brutalität regelmäßig unterschätzt wird.
Wenn eine Frau von einem Mann attackiert, verfolgt, verletzt oder getötet wird, ist die öffentliche Reaktion oft abhängig von einem einzigen Detail: Wer war der Täter?
Genau hier beginnt die Verzerrung. Teile der sogenannten „braunen Presse“ warten reflexhaft auf ein Signal, das ihnen erlaubt, den Fall politisch auszuschlachten. Ein Hinweis auf „nicht‑deutsche Herkunft“, ein „gebrochenes Deutsch“, ein „dunkler Hauttyp“ – und schon wird aus einer individuellen Gewalttat ein ideologisches Werkzeug. Die Gewalt gegen Frauen wird dann nicht als das benannt, was sie ist, sondern als Projektionsfläche für Ressentiments.
Doch was passiert, wenn der Täter ein deutscher Mann ohne Migrationshintergrund ist? Dann verstummt die Empörungsmaschine. Dann fehlt das Narrativ, das man bedienen möchte. Dann ist plötzlich kein Platz für Schlagzeilen, die sonst mit großer Geste von „importierter Gewalt“ sprechen. Die Tat ist genauso brutal, genauso verheerend, genauso zerstörerisch – aber sie taugt nicht für die gewünschte politische Erzählung.
Diese selektive Empörung ist Teil des Problems. Sie lenkt ab von der Realität, dass häusliche Gewalt überwiegend von einheimischen Männern verübt wird, dass Femizide in Deutschland jedes Jahr dutzende Frauenleben kosten, und dass die Gefahr für Frauen nicht primär von Fremden ausgeht, sondern von Männern, die ihnen nahestehen.
Wer Gewalt gegen Frauen nur dann skandalisiert, wenn sie ins eigene Weltbild passt, schützt niemanden. Er verschleiert die Ursachen, ignoriert die Opfer und verhindert echte Lösungen.
https://www.n-tv.de/panorama/Mann-attackiert-Frau-mit-Messer-und-zuendet-sie-an-id31117824.html