Bierkultur in Salzburg: Brauereiführungen

Seit etwas mehr als 600 Jahren wird in Salzburg Bier gebraut. Das Schöne dabei ist, vieles von der alten Brauereiarchitektur ist noch erhalten, beim Brauen selbst und bei der Kommunikation mit den potentiellen Bierkonsumenten werden aber neue und variantenreiche Wege gegangen. An einem verlängerten Wochenende besuchte ich sechs Brauereien in und um Salzburg und war vor allem neugierig, wie sich diese unterscheiden würden.

Deshalb gehe ich auf die Gemeinsamkeiten nur kurz ein. In allen Brauereien wurden die grundsätzlichen Abläufe des Bierbrauens erklärt und das Sudhaus gezeigt. Die Besonderheiten zeigten sich in anderen Details, wie etwa in der Verwendung von unterschiedlich moderner Technologie oder in dem Versuch neben klassischen Bieren auch eigene Braurezepte zu entwickeln.

Der erste Besuch galt der Stiegl Welt in Salzburg. Diese Attraktion ist auch Bestandteil der Salzburg Card und wurde deshalb wohl schon von vielen Touristen besucht. Entsprechend sind auch die Räumlichkeiten gestaltet. Dioramen erzählen über die Rohstoffe des Bieres, das Endprodukt selbst wird kunstvoll zu einer Flaschenpyramide aufgeschichtet. Die Stiegl Welt ist ein guter Startpunkt, um eine Vergleichsmöglichkeit zu den anderen Brauereien zu haben.

Linktipp: Stiegl Welt

Eine interessante Alternative zur Stiegl Welt ist die historische Brauerei im Augustiner Bräu. Hier wird in den Räumen eines ehemaligen Klosters noch mit älterem Gerät gebraut. Mein persönliches Highlight ist ein riesiges Kühlschiff, eine recht seltene Anlage in heutigen Brauereien. Kurios ein Sprachrohr, dass tatsächlich noch für Abstimmungsarbeiten beim Brauereivorgang verwendet wird. Diese Altertümlichkeiten setzen sich dann auch im angeschlossenen Braustüberl fort, wo man das Bier noch im klassichen Krug konsumiert und dabei entweder auf die schattigen Kastanien im Gastgarten oder auf die Jugendstilverzierungen im großen Saal blickt.

Linktipp: Augustiner Bräu

Als Kontrast dazu empfiehlt sich die Trumer Privatbrauerei in Obertrum bei Salzburg. Hier wird mit modernsten Methoden Bier gebraut. Die Gärung des Bieres findet nicht in einem dunklen Keller statt, sondern in einem Obergeschoss mit schönem Blick auf die Landschaft des Obertrumer Sees. Besonders angetan war ich von dem Beginn der Führung, wo wir eingeladen wurden, unseren Geruchssinn zu testen. Schon interessant, wie stark bzw. schwach wir Menschen im Benennen von Gerüchen sind. In den Räumlichkeiten dieser Brauerei gibt es übrigens auch die Möglichkeit sein eigenes Bier zu brauen.

Linktipp: Trumer Privatbrauerei

Sein eigenes Bier brauen? Diesen Traum setzen auch immer mehr Braumeister kreativ um. Ein besonders schönes Beispiel kann man in der Brauerei Gusswerk erleben. Hier werden eine Reihe von speziellen Bieren kreiert, darunter auch welche mit so merkwürdigen Namen wie Nikobar. Der Besitzer der Brauerei scheint einen Hang zur österreichischen Geschichte zu haben, die Nikobaren waren mal eine Art Beinah-Kolonie der österreichischen Monarchie. Die Brauerei setzt auch stark auf das Brauen von Bio-Bier. Was das genau bedeutet, kann man dann in dieser Führung gut erfragen.

Linktipp: Brauerei Gusswerk

Einen ähnlich kreativen Ansatz, allerdings gepaart mit einem Museum kann man im Hofbräu Kaltenhausen bei Hallein erleben. Nach dem Besuch eines Bindereimuseums, probierte ich in der dortigen Spezialitäten-Manufaktur verschiedene Biere mit außergewöhnlichem Geschmack. Zum Beispiel eines, dass mich sehr an Maronen erinnerte. Passt wahrscheinlich gut zu gefüllter Ente?

In dieser Brauerei kann man übrigens auch als Historiker einiges erfahren. So wird hier die Bedeutung der Frauen in der Geschichte des Bierbrauens thematisiert. Immerhin waren diese für eine lange Zeit für das Brauen des Bieres zuständig, was heute ja ein wenig in Vergessenheit geraten ist.

Linktipp: Hofbräu Kaltenhausen

Mein Rundgang – nun vielleicht schon etwas leicht schwankend – wäre aber nicht abgeschlossen, wenn ich nicht auch noch die WEISSE erwähnen würde. Zwar hat man nach fünf Brauereien schon viel an neuem Wissen versammelt, aber die Erklärungen über die Nachgärung in der für die WEISSE so typischen Bügelverschlussflaschen und das Vermählen von Bockbier mit Champagnerhefe klangen doch noch ganz interessant.

Linktipp: Die WEISSE

Abschließend kann gesagt werden: Die Führungen sind sehr verschieden angelegt und gerade wenn man sich mit den verschiedenen Facetten des Bieres auseinandersetzen möchte, bietet Salzburg in einem überschaubaren Radius einen schönen Überblick.

Nun seid aber wieder ihr dran! Welche Führungen in Bierbrauereien könnt ihr empfehlen?

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