Blog-Bild: Hofburg (Heldenplatz)

Es gibt nicht allzu oft einen derart beeindruckenden Abend, wie der heutige es war. Dieser begann mit dem Treffen der Menschen, die ich bis dato lediglich über deren geschriebenen Worten kennen gelernt habe. Menschen die sich schriftlich mit ihren Gedanken zu Wort melden. Sie tun das hier bei f+f.  Und das ist gut so!

Bereits bei der Anfahrt zum vereinbarten Treffpunkt in einem Wiener Innenstadtlokal, war ich ein wenig aufgeregt. Gleichzeitig aber auch gespannt, wen ich von den unzähligen BloggerInnen wohl persönlich kennen lernen werde. Meine Aufregung und Spannung legte sich ziemlich schnell, als ich im Lokal in der netten Runde Platz nehmen durfte. Neben Speis und Trank durfte ich mit vielen neuen Menschen sehr nett unterhalten.Vielen lieben Dank, dass ich Euch treffen durfte. Mit einem angenehm wohligen Gefühl breche ich schweren Herzens nach einiger Zeit auf. Ich mache mich auf den Weg Richtung Heldenplatz.

Dort wo das kurzfristig organisierte Event „Voices for Refugees“ stattfindet. Langsam nähere ich mich den historischen Platz bei der Hofburg. Ich vernehme die letzten Töne von „Zucchero“, als ich den Ort des Geschehens betrete. Wahnsinn! So viele Menschen. Die Sonne ist längst unter gegangen, aber hier strahlen Tausende lebendige Sterne. Mehr als 100 000 sind gekommen ein Zeichen zu setzen. Solidarität für Flüchtlinge. Ein Statement für Menschlichkeit. Etliche Prominente teilen ihre persönliche Botschaft zum Thema über Videowand mit. Es sind vorwiegend Künstler. Sie sind es auch, die heute bereits seit 16:30 Uhr Nachmittag auf der Bühne ihre Stimme erheben. Ein unüberhörbares und lautes Ja zu Menschlichkeit, Respekt und Hilfsbereitschaft.

Wertvorstellungen, die für mich als Philanthropin so selbstverständlich sind, wie das regelmäßige Atmen. Manchmal bin ich sehr verwundert - irritiert, dass Humanität nicht zu Jedermanns Grundgedanken gehört. Aber ich hoffe, der Eine oder Andere findet wieder einen Weg zu mehr Herzlichkeit und Offenheit, anderen Menschen gegenüber. Nicht nur heute und hier. Sondern tagtäglich. In der U-Bahn, in der Arbeit, auf der Straße, in der "virtuellen Welt,  in der Familie überall wo wir auf andere Menschen treffen. Unterwegs oder Daheim. Fremd oder Bekannt.

Wie sehr Musik diese Verbundenheit zwischenmenschlich stärkt, das habe ich bei den finalen Interpreten dieses Konzertes wieder gut spüren können. Musik, so wie auch die Liebe benötigen keinen Dolmetscher. Sie sind für alle Menschen dieser Erde gleich verständlich. „Bilderbuch“, die österreichische Band mit Frontsänger Maurice Ernst begeistert nicht nur die jungen Menschen hier auf dem Platz. Die Jungs spielen herrlichen, zeitgemäßen und vor allem echt fetzigen Sound. Schon seit geraumer Zeit verfolge ich deren Songs via unterschiedlichster Medien. Aber heute kann ich sie endlich Live mit erleben. Gemeinsam mit über 100.000 Menschen. Gemeinsam singen - gemeinsam tanzen.  Zum vorglühen auf den letzten Musik-Acts dieses Abends grooven Bilderbuch (u.a.) mit ihrem   Hit „Maschin“ über die gigantische Bühne.

Frenetischer Jubel. Die Toten Hosen krönen musikalisch diesen Abend. Campino, schwer beeindruckt von den Menschenmassen legt lautstark los. Textsicher das Publikum. Andreas Frege, Baujahr 1962, bastelt textlich den „Heldenplatz“ in einen Song ein, vergisst scheinbar eine Textzeile – was ihm dann aber völlig scheißegal ist. Verkündet eine klare Absage gegen einen äußerst polarisierenden Wiener Politiker, der die Songs der „Hosen“ in seinem Wahlkampf verwendet hatte. Höhepunkt: Die Coverversion von „Schrei nach Liebe!“ Aktueller, den je der Song der „Ärzte“. Nach einigen „Zugabe-Rufen“ endet das Solidaritätskonzert.

Die Menschen strömen friedlich in alle Richtungen auseinander. Ich bleibe noch für einige Minuten, angelehnt an einer alten Straßenlaterne stehen. Schließe kurz die Augen, um diesen Moment in mir bewusst auf zu nehmen. Mit zu nehmen. Kraft und Energie für die Zeit, die noch vor uns liegt. Eine Zeit, die jede Menge dieser positiven Dynamik braucht. Damit sich all die gesprochen und gesungen Worte für Solidarität und Menschlichkeit festigen und in unseren Herzen ankommen. Als allgegenwärtige Melodie in uns für uns. Nicht nur an einen Tag – Abend wie diesen – jeden Tag – jeden Abend – jede Nacht.

Danke den Stimmen am Heldenplatz!

Danke an alle Stimmen beim f+f Treffen!

©Bluesanne bedankt sich fürs Lesen!

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