Bei bestimmten Anlässen soll man den Judenhass vergessen

Der Schauspieler Dieter Hallervorden feiert seinen 85. Geburtstag. Ausreichender Grund, dem Geburtstagskind eine halbe Zeitungsseite in der Aachener Zeitung AZ zu widmen. Einige seiner Sketche sind legendär. Der deutsche Michel liebt ihn, weil er die Texte versteht, die kein großes Nachdenken erfordern.

Hallervorden macht Kabarett im Fernsehen. Er selbst ist politisch sehr engagiert. Er setzt er sich für die FDP ein. Die ARD zeigt an seinem Geburtstag die Verfilmung „Chuzpe“, in der Hallervorden einen Holocaust-Überlebenden mimt.

Für den einfachen Leser, der nichts Sonderliches an forcierten Komödien findet, ist der lange Bericht in der AZ nicht erwähnenswert, der hier stark verkürzt wiedergegeben wird. Nicht alle Leser kennen den langweiligen Greis, der bereits seit Jahren unter Halluzinationen leidet. Dieter Hallervorden ist nämlich ein überzeugter Israelhasser, was offiziell ein Judenhasser ist, also ein Antisemit ist. Das ist nicht weiter schlimm. Seltsam ist nur, dass diese seine Neigung im überlangen Zeitungsartikel mit keinem Sterbenswörtchen erwähnt wird, auch wenn bekannt ist, dass einige Redakteure der AZ gerne Artikel verfassen, die sich mit Juden beschäftigen. Doch zum 85 Geburtstag des Israelhassers (vulgo: Judenhasser) nihil nisi bene!

Offiziell widerspricht die Zeitung ihrem Verhaltenskodex, da sie den Antisemitismus weit von sich abweist. Insbesondere in seinem letzten (hoffentlich?) Filmauftritt spielt der Betagte einen Juden, der den Holocaust überlebt hat. Er spielt diese traurige Figur wie ein Goj. Immerhin hat er 10 prägende Jahre unter den Nationalsozialisten verbracht. Wegen Brechreiz habe ich den Fernseher ausgeschaltet.

Gehen wir davon aus, dass wir bald etwas Erfreuliches von D.H. in der Zeitung lesen.

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