Jedes mal, wenn ich in eine Chilischote beiße, läuft mir ein Schauer den Rücken runter. Es ist kein negativer Schauer- Im Gegenteil! Das konsumieren einer Chilischote lässt sich mit den selben Worten beschreiben wie guter Sex- aufregend, heiß und unglaublich scharf! Nicht umsonst wird die Chili mancherorts als beliebtes und wirkungsvolles Aphrodisiakum gehandelt!

Doch die Pflanze kann noch mehr- Länder wie Indien oder Mexico, in denen traditionell scharf gegessen wird, schwören auch auf die heilende Wirkung des Scharfmachers. So wirkt die Chili nicht nur feurig, sondern auch  antioxidativ, entzündungshemmend, schmerzlindernd, immunstärkend und appetitzügelnd! Aufgrund dieser Eigenschaften wird sie in zahlreichenden Studien miteinbezogen und wissenschaftlich genauer unter die Lupe genommen. Hauptverantwortlich für das rege Interesse der Wissenschaft an der, zur Familie der Nachtschattengewächse gehörenden Pflanze, zeigt sich vor allem an dem Stoff, der die Chili überhaupt erst scharf machen lässt, nämlich das Capsaicin. Dieses ist ein Alkaloid und zählt zu den schärfsten bekannten Substanzen, die man kennt. Da werden zum Beispiel verblüffende Zusammenhänge zwischen Capsaicin und absterbenden Krebszellen sowie gesenkten Blutfettwerten erkannt, weswegen der Stoff besonders für die Krebsforschung interessant ist und auch gezielt im Zusammenhang mit Herzkreislauferkrankungen untersucht wird. Alles gute Gründe also dafür, die Chili regelmäßig in die Ernährung miteinzubeziehen.

Der Schärfegrad kann übrigens auch gemessen werden. Wilbur L. Scoville beschrieb erstmals eine Vorgehensweise zur Bestimmung des Capsaicin-Gehalts durch Verdünnen und Verkosten. Probanden wurden gebeten, eine immer weiter verdünnte Lösung der zu untersuchenden Probe zu verkosten und auszusagen, ob sie Schärfe feststellen konnten oder nicht. Der Grad der Verdünnung, bei dem keine Schärfe mehr festzustellen war, wurde als Scoville 0 angegeben. Reines Capsaicin würde nach heutigem Kenntnisstand um die 15.000.000 Scoville entsprechen. Anders ausgedrückt bräuchte man sage und schreibe 15 Kubikmeter Wasser (was ca. das Fassungsvermögen eines mittelmäßig großen Pool entspricht), um einen Milliliter Capsaicin zu neutralisieren! Scharfe, handelsübliche Chilisorten weisen einen Scovillegrad von ca. 100.000 – 400.000 auf. Rekordzüchtungen aber erreichen über 2.000.000 S., was den Schärfegrad eines Pfeffersprays gleicht!

Was mich betrifft, möchte ich auf den regelmäßigen Genuss des Feuers nicht mehr verzichten. Das fängt sogar schon beim Frühstück an, wo ich mein geliebtes Bohnenaufstrich-Brot mit reichlich Habaneros, einer sehr feurigen Art der Chili, fein geschnitten garniere, bzw. wenn gerade nicht verfügbar, gleich zu meiner heiß geliebten „devil’s choice“ Sauce greife! Alternativ hab‘ ich auch immer getrocknete Sorten zur Verfügung- man weiß ja nie, könnte ja sein, dass die Sauce mal leer ist und der Vorrat an frischen Chilis aufgebraucht ist, was für mich mit einer mittleren Katastrophe gleichzusetzen ist! Die Scharfmacher lassen sich auch wunderbar in allerlei Hauptgerichte miteinbeziehen und wenn ihr Lust habt, verrate ich euch mein Lieblingsrezept, welches sehr schnell, ohne viel Aufwand zubereitet werden kann, was natürlich äußerst wichtig ist, wenn Männer mal den Kochlöffel schwingen. (Zum Kochlöffel fällt mir grad eine andere unglaubliche Story ein, vielleicht blogg ich diese mal…)Ich hoffe, dass ich euer Interesse an der Chili ein wenig wecken konnte und verbleibe mit einem kleinen Tipp für die kalte Jahreszeit: Lieber mal ab und zu in eine scharfe Chili beißen, als nur abzuwarten und Tee zu trinken, das bringt den Kreislauf wieder in Schwung und hemmt so nebenbei auch haufenweise krankmachende Keime und Bakterien. I’m lovin‘ it- Cu!

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Grantscheam

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Silvia Jelincic

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fischundfleisch

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