Was Leni Riefenstahl für Adolf Hitler war, war Peter Handke für Slobodan Milosevic, der in einer Gefängniszelle des Den Haager Kriegsverbrechertribunals starb: nämlich der Renommierkünstler eines totalitären und in Kriegsverbrechen verwickelten Herrschers.

Das Nobelpreiskomitee hatte ja bisher schon immer einen Trend zum Kommunismus, und diesem entsprach auch die Verleihung des Nobelpreises an die Kommunistin Elfriede Jelinek.

Auch Slobodan Milosevic, dessen Verwicklung in die jugoslawischen Kriege durch zahlreiche Handke-Texte verharmlost wurden, war Mitglied bzw. Oberhaupt einer sozialistischen bzw. kommunistischen Partei, des Bundes der Kommunisten Jugoslawiens.

https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Handke

Milosevic und seine Politik wurde von zahlreichen prominenten Serben kritisiert, wie vom früheren serbischen Premierminister Milan Panić oder von Milovan Djilas, der vom Mitstreiter Titos zum Dissidenten und Kritiker des jugoslawischen bzw. serbischen Kommunismus wurde.

Alle diese innerserbischen Stimmen, die gegenüber Milosevic oder der Politik Serbiens bzgl. Kroatien oder Bosnien kritisch oder extrem kritisch waren, wurden von Handke vertuscht; generell stellte Handke das Serbien der jugoslawischen Kriege der 1990er Jahre als eine Art arkadisches Idyll dar, obwohl Serbien sowohl halboffizielle als auch inoffizielle Krieger in den Kroatienkrieg und den Bosnienkrieg entsandte (die inoffiziellen wurden von keiner Staatsstelle bezahlt, die halboffiziellen Krieger wurden von einer Stelle des Staates Serbien bezahlt, z.B. der serbischen Armee, aber agierten militärisch in ihrer offiziellen Freizeit). Ähnlich, wie Handke bzgl. friedlicher Momente im Serbien der 1990er Jahre argumentierte, könnte man friedliche Momente im Berchtesgaden des Jahres 1942 als "Beweis" dafür betrachten, dass die gleichzeitig stattfindende Schlacht von Stalingrad eigentlich eh ganz nett war.

Nun mag es schon sein, dass so manche antiserbische Stimmung in Österreich oder in der EU überzogen war, aber das ändert nichts daran, dass eine Glorifizierung von Serbien (dem Staat) oder von Milosevic, so wie von Handke praktiziert, eine völlig unverhältnismäßige Maßnahme war, und dass auch Handkes unsachliche und beleidigende Reaktionen auf Kritik an seiner Pro-Milosevic-Propaganda "Ich scheisse auf Ihre Betroffenheit" absolut kein Beitrag dazu war, die Debatte zu versachlichen. Zu Beleidigungen ging Handke immer dann über, wenn er sachlich in Probleme geriet. Und bei diesen Beleidigungen wirkte Handke sehr oft wie Pepe, das verwöhnte, trotzige Häuptlings-Kind in "Asterix bei den Spaniern", das immer die Luft anhält und mit Kollaps droht, um etwas zu erzwingen, was es will oder um etwas zu verhindern, was es nicht will.

https://www.asterix.com/de/die-buecher/die-klassischen-abenteuer/asterix-in-spanien/

Handke-ähnlicher Wutausbruch bei Pepe, dem verwöhnten Häuptlingskind aus "Asterix bei den Spaniern", das immer mit Luftanhalten bis zum Tod oder Kollaps drohte, wenn ihm was nicht gefiel.

Aber Handke war immer schon (Siehe "Publikumsbeschimpfung" ) ein Provokateur, und man kann annehmen, dass er diese ziemlich verrückte Serbien- bzw. Milosevic-Position nur bezog, um nach langer Flaute wieder in die Medien zu kommen, ohne sich besonders mit der Sache und dem Thema der jugoslawischen Kriege wirklich beschäftigt zu haben. Man kann Handke auch als Scharlatan sehen, die nur in Zusammenhang mit der linksextremen 1968er-Revolte den Durchbruch schaffen konnte und nie sonst.

CC / Wild + Team Agentur - UNI Salzburg https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Handke#/media/Datei:Peter-handke.jpg

Peter Handke: krypto-kommunistische Provokation und Gesellschaftsspaltung, um mediale Aufmerksamkeit zu erlangen und sich nicht sachlich den jugoslawischen Kriegen auseinandersetzen zu müssen ? Und eben wegen dieses Kryptokommunismus mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet ?

CC / modzzak https://de.wikipedia.org/wiki/Samo_sloga_Srbina_spasava#/media/Datei:Graffiti_on_destroyed_house_in_Brod,_RS.jpg

Von Handke systemisch vertuscht: Zerstörungen und ethnische "Säuberungen" in den jugoslawischen Kriegen der 1990er Jahre durch Serben.

Der Kriegs-Parole SSSS ("Samo sloga Srbina spasava"; "Nur Einheit rettet Serbien bzw. die Serben" ) folgend kritisierte Milosevic serbische Kriegsverbrechen in Bosnien oder Kroatien nie.

CC / Roses134 https://de.wikipedia.org/wiki/Milan_Pani%C4%87#/media/Datei:Milan_Pani%C4%87.JPG

Innerserbische Kritiker an Milosevic und der Kriegspolitik, die von Handke systemisch vertuscht wurden: Milan Panić (Bild oben) und Milovan Djilas (Bild unten).

CC / Vladimir Dedijer, Dnevnik https://de.wikipedia.org/wiki/Milovan_%C4%90ilas#/media/Datei:Milovan_%C4%90ilas.jpg

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