Manchmal könnte man sich wahrlich wie Don Quichotte fühlen. Einerseits schon vollkommen irre durch die vielen Wahnsinnsmeldungen die einem ohne Unterlass erschaudern lassen am ganzen Leib und, andererseits die Ignoranz, mit der viele Menschen agieren, ist schlichtweg deprimierend. Bei Don Quichotte sind es Fantastereien, denen er auf den Leim geht, aber wir haben es hier mit handfesten politischen Realitäten zu tun. Und genau deswegen darf man nicht aufhören, sich für die Wahrheit einzusetzen, nach der Wahrheit zu suchen und unentwegte Recherchen anzustellen. Nein, jetzt erst recht! Wer aufhört danach zu streben, der hat sich selber schon längst aufgeben.

Ganz ehrlich, ich kann diese Sätze wie: „Das hat doch keinen Sinn“, oder „Was soll ich alleine schon ausrichten können“, oder wie immer sie lauten mögen, nicht mehr hören. Sie alle haben etwas gemeinsam. Sie sind Ausdruck der Hoffnungslosigkeit. Aber auch so Sätze wie: „Das ist ja doch alles nur Verschwörungstheorie, du spinnst ja“, oder „Es gibt für mich keine machtgeilen und korrupten Politiker, nur sympathische und unsympathische“. Solche Leute sind völlig weltfremd und arrogant, so als, ob sie irgendwo hinterm Mond leben würden. In Wirklichkeit sind doch all diese Phrasen ein Ausdruck dafür, dass der Einzelne sich aufgegeben und sich schon längst der Versklavung, eben dieser machtgeilen Oberschicht, unterworfen hat und sich, dessen meist nicht im Geringsten bewusst ist. Wie traurig!

Dieser Vorabblick bringt mich zu der Frage, ist ein solches Verhalten überhaupt noch normal? Beziehungsweise was ist den normal? So erinnere ich mich an ein Gespräch mit einer lieben Freundin, in dem sie meinte, „Normal ist das, was die Mehrheit lebt oder praktiziert ohne sich dabei etwas zu denken, weil es immer schon so gehandhabt worden ist.“ Von der Definition her richtig, doch vom Standpunkt eines respektvollen menschlichen Verhaltens und Miteinander, ist vieles was wir leben, weder normal noch akzeptabel.

Zum Beispiel, wenn wir merken, dass die politische Elite drauf und dran ist einen weiteren Krieg anzuzetteln, weil z. B. die Rüstungsindustrie Umsätze generieren muss und dafür irgendein Grund erfunden wird, warum der Staat XY ein Schurkenstaat ist und er deswegen bekämpft werden muss und wir der Meinung sind, das sei normal, weil das ja immer schon so war, oder wie zuletzt nach dem Londoner Attentat, der Bürgermeister meinte, dass solche Vorkommnisse zum Leben einer Großstadt gehören, dann müssen wir aber schon gehörig abnormal geworden sein. Und genauso wenig finde ich es normal nicht den Arsch zu erheben und dagegen aufzubegehren, wenn man der irrigen Ansicht ist, man könne sowieso nichts dagegen tun!

Ist diese willfährige Opferhaltung normal? Das einzige wogegen ich nichts tun kann sind sogenannte höhere Mächte, sprich Naturkatastrophen, denen ich beim besten Willen nicht entkommen kann. Aber von Menschen gemachte Unbilden können wir, wenn wir wollen, etwas entgegensetzen. Also was ist normal? Sollte nicht der menschliche Verstand alle Alarmglocken läuten lassen, um dagegen aufzubegehren, sich zu Wehr zu setzen? Genauso mit den planmäßigen Vergiftungen der Bevölkerung durch Glyphosat, Aspartam, Zucker oder was auch immer. Oder die weltweite Plastikvermüllung. Jeder regt sich auf, in welch desolaten Zustand die Weltmeere sind, aber keiner reduziert sein Konsumverhalten diesbezüglich, weil es als normal erscheint z. B. das giftige Cola-light in einer Plastikflasche zu kaufen, da es ja gut für meine Figur, weil ohne Zucker. Eines der dämlichsten Argumente die ich je gehört habe.

Genaugenommen sind wir so weit von jeglicher Natürlichkeit entfernt, dass wir sagen müssen, wir sind nicht mehr normal. Wir sind im höchsten Maße krank, körperlich wie geistig. Müssen wir Menschen uns das wirklich alles gefallen lassen, was uns die Eliten aufs Auge drücken wollen? Und wie können wir aus diesem Teufelskreislauf wieder ausbrechen?

Ich glaube, der erste Schritt liegt darin, dass wir uns auf die natürlichen Prinzipien des Lebens rückbesinnen sollten. Ein Tier wird natürlich nichts konsumieren, was ihm schadet, es hat seinen Instinkt, wir aber haben diesen Instinkt vor langer Zeit verloren. Natürlich lasen sich auch viele Tiere täuschen und gehen dann vom Köder angelockt ins Netz. Wir lassen uns so viel einreden und täuschen und werden ohne Unterlass von gierigen Menschen hinters Licht geführt und es kümmert diese nicht im Geringsten, ob wir letztlich in unser eigenes Unglück laufen. Wann genau aber hat dieses Dilemma seinen Anfang genommen?

Wenn ich in der Zeit zurückblicke, so scheint es mir in der Zeit vor den Pflanzerkulturen eher unmöglich gewesen zu sein, da die Menschen in kleinen Verbänden durch das Land streiften und es lebensbedrohlich für die Sippe war, wenn solche Unstimmigkeiten auftraten. Erst als einige der Menschen mehr hatten als sie verbrauchen konnten und andere wiederum nichts hatten, entstanden Neid und das „Ich bin besser als Du“ Denken. Wenn wir uns umsehen, so ist in erster Linie dieser permanente Hungerzustand im Menschen für dieses abnormale Verhalten verantwortlich. Auf der einen Seite Scheffeln einige was geht, um sich dann von denen die sie ausgebeutet haben, als Elite feiern zu lassen. Diese Elite ist natürlich schlau genug, den Massen so nur viel zu geben, dass sie gerade nicht aufbegehren. Aktuell haben wir in Venezuela dieses Problem eines drohenden Staatsbankrotts. Die einzigen, die zu leiden haben sind die einfachen Bürger, nicht die Reichen. Aber schon im alten Rom gab es das Konzept von Brot und Spiele für das Volk. Aber erst, wenn das Volk nichts mehr zu essen hat und dann die Herrscher solche idiotischen Aussagen treffen wie Marie-Antoinette: „Wenn ihr kein Brot habt, dann esst doch Kuchen!“, dann ist der Griff zur Waffe nicht mehr weit. Allerdings hat sich das Machtgefälle dank der modernen Waffen sehr zu Gunsten der herrschenden Elite hin verschoben und leider finden sich immer willfährige Diener des Bösen aus den einfachen Reihen, welche mit einem Auge auf einen kleinen Anteil der Macht schielen und dadurch bereitwillig ihre eigenen Leute niedermetzeln.

Letztlich will doch jeder nur in Frieden leben, in Frieden mit seinen Nächsten, den Nachbarn, seinen Landsleuten und mit all den Fremden. Aber es scheint schon völlig normal zu sein, den eigenen Wohlstand auf Kosten anderer aufzubauen. Gegen all diesen Egoismus in der Welt anzukämpfen scheint aussichtslos und so unnütz wie der Kampf gegen die Windmühlen. Doch wenn wir diesen Kampf nicht ausfechten, werden wir mit Sicherheit eines Tages vor die Hunde gehen, wollen wir das? Also, was hindert jeden einzelnen daran seinen Arsch zu erheben, sich selbst zu hinterfragen, wo er/sie sich in Nachhaltigkeit, Demut und wirklicher Menschlichkeit umpolen müsste und gleichzeitig den verursachenden Eliten allen Übels die rote Karte zu zeigen. Politiker, welche sich als Kriegsverbrecher hervortun beim Namen zu nennen damit wir ihnen habhaft werden, Konzerne welche unsere Lebensgrundlage zerstören oder in räuberischen Manier plündern. Wenn wir bei all diesen Spielchen nicht mehr mitmachen sind die paar Leute weltweit sowieso am Arsch! Schicken wir sie in die Wüste, sperren wir sie ein und lassen sie Steine klopfen. Denn solche hinterhältigen Politiker und Konzerne sind keine Windmühlen, sie sind auch nicht unantastbar, wir haben es in der Hand.

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fischundfleisch

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Margaretha G

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