In Zeiten, in denen der menschliche Naturumgang ob der signifikanten Überbelastung anthropogener Naturkontrolle defizitär zu werden droht, stößt man manches mal auf interessante Bücher. Ein ebensolches ist sicher David Manolo Sailers "Die Disziplinierung des Wassers", das Buch ist kürzlich im Verlag Peter Lang erschienen. Laut dem Autor ist Wasser ein Weltthema. Wer will da noch widersprechen - UN Water, WHO und UNICEF warnen seit Jahren ja schon eindrücklich. Wird es noch zu unseren Zeiten offen ausgetragene Wasserkonflikte geben? Denn in der Epoche des anhebenden Anthropozän wird Wasser ein Untersuchungsfeld von weltpolitischer Dimension.

Zugleich ist das nasse Element eine ideale Materie der Exemplifikation, um die Entwicklung des Mensch-Natur-Verhältnisses gebührend darzustellen. Vor allem dürfte die Wasserthematik jedoch – vom weltweiten Meeresspiegelanstieg bis zur Trinkwasserknappheit – nur weiter an globaler Relevanz gewinnen. Vor dem Hintergrund ihrer Bedeutung für den gesamten Zivilisationsprozess steht die Disziplinierung des Wassers exemplarisch für den Umgang des Menschen mit den natürlichen Ressourcen, heuristisch und historisch-analytisch. Die Darstellung dieser Entwicklung bietet für den Autor zugleich die Chance, Perspektiven für das Zurückgewinnen eines lebendigen Umgangs mit Wasser im 21. Jahrhundert zu erkunden, zu erringen und neu zu eröffnen. Im Spannungsverhältnis zwischen globaler Achtsamkeit und regional-nachhaltiger Subsidiarität soll die Disziplinierung des Wassers zu einem kulturellen Reflexionsgut erhoben werden; zählt jene doch zu den bedeutsamsten Errungenschaften des Menschen.

Übrigens, für Interessierte: Vortrag und Buchpräsentation von Dr. David Manolo Sailer finden am Mittwoch, 4. Mai 2022 um 18.30 Uhr in der Gesellschaft der Ärzte in Wien / Billrothhaus (Frankgasse 8, 1090 Wien) statt.

Red. Felix Hofer

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Peter Lang Verlag https://www.peterlang.com/document/1151133

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