Der Skandal ist mit Macht über die Herren Spahn und Merz hereingebrochen. Was als erbauliche home story von der BILD "CDU-Politiker Jens Spahn und sein Ehemann sind Papas geworden" unter der Rubrik "Unterhaltung"-"Stars und Leute" gedacht war, zündete mit kurzer Lunte nach zwei Tagen. (https://www.bild.de/unterhaltung/stars-und-leute/cdu-politiker-jens-spahn-und-sein-ehemann-sind-papas-geworden-6a57392b664e99bc41e93660)
Offenbar plante man, den guten Jens (46) und seinen Daniel (44) als nettes Elternpaar von nebenan, denen das späte Glück der Elternschaft zuteil wurde, darzustellen und wie die tapferen Recken es trotz der Tücken und Unwägbarkeiten der Leihmutterschaft erfolgreich erkämpfen konnten. Auch die Darstellung auf dem Schwesterkanal WeLT-TV befleißigte sich zunächst dieses - neudeutsch - Narrativs, indem es betuchte schwule Mitbürger, die selber durch "Leihmutterschaft" und "Eizellspende" spätes Elternglück erkaufen konnten, dazu ausführlich per Video-Schalte befragte. Ein Rechtsprofessor mit drei "gekauften" Kindern dabei, der grundsätzlich sagte, dabei flössen Gelder und das müsse man beachten - diesbezüglich dankenswerter Weise sehr ehrlich. https://www.welt.de/videos/video6a5a231961b8a80211aa9a2e/leihmutterschaft-wer-das-macht-der-tut-das-auch-aus-altruistischen-motiven-und-nicht-nur-wegen-des-geldes.html. Ein anderer - Arzt und Käufer zweier Kinder - stellt sich als verfolgte Unschuld dar. Er habe Deutschland wegen der gesellschaftlichen Vorurteile und wegen Mobbings seiner Kinder verlassen müssen. https://www.welt.de/videos/video6a5a38a161b8a80211aa9c95/leihmutterschaft-ich-glaube-dass-niemand-jemandem-vorschreiben-darf-wie-und-wann-er-kinder-zu-bekommen-hat.html#Comments Triefend vor Larmoyanz, Selbstmitleid und Schuldzuweisungen an die Gesellschaft. Man kann sich ein schlimmeres Exil als Gran Canaria vorstellen.
Ob sich die Causa Kaufkind noch auf den anderen schwulen Posterboy der CDU - Hendrik Streeck (50), Virologe und jetzt - noch(?) - Drogenbeauftragter der Regierung, auswirken wird, ist noch offen, gelangt aber nun doch stärker in den Focus der Öffentlichkeit (https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_101349672/ruecktritt-von-jens-spahn-gibt-es-einen-zweiten-leihmutter-fall-in-der-cdu-.html)
Dass es jetzt die beiden schwulen Posterboys der Christenunion erwischt, die doch deren Fenster zur woken Community sein sollten, überrascht nicht wirklich. Die Plebs war und ist schon immer sehr empfindlich, wenn der Regent die eigenen Regeln zu seinen Gunsten außer Acht läßt bzw. umgeht, eben knapp außerhalb der Legalität operiert. Und wer die Union zwingen kann, doch mal Farbe zu bekennen, punktet möglicherweise in seiner Klientel.
Und so verlangte der grüne Parteichef Banaszak scheinheilig eine Erklärung Spahns (https://www.berlinstory.de/news/gruenen-verlangen-von-spahn-erklaerung-in-leihmutter-debatte/). Nicht wirklich verwunderlich, da doch die Grünen jedem Lebensmodell positiv gegenüberstehen, solange nicht eine heterosexuelle Frau, ein heterosexueller Mann und ein oder mehrere auf natürlichem Wege entstandene eigene leibliche Kinder darin vorkommen.
Damit war der Rahmen gesteckt, in dem sich im Privaten das Politische entfaltete und auch "unser" prächtiger Kanzlerdarsteller sah sich genötigt, nach Herrn Spahns Rücktritt im zdf-Sommerinterview mit gehe(u)chelter Kurzatmigkeit und in knappster Form einerseits eine Art Dank für die Zu(sammen)arbeit (im Zeugnisjargon so eine Art "war zur Zufriedenheit immer bemüht" ) abzustatten und ansonsten in seiner larmoyanten Art die Nöler und Nörgler zu beklagen, die seine Erfolge einfach nicht zur Kenntnis nehmen wollen.
Nun, geben wir es an dieser Stelle einmal unumwunden zu: Friedrich, der glorreiche und gottgleiche, trägt allein die Last der Sorgen der Welt: gegen Trump, gegen Putin und gegen die AfD.
Der Mann leidet eigentlich nur darunter, dass der Prophet im eigenen Lande nichts gilt. Ich meine, mit 14% Zustimmung landet er am Ende des Rankings. Selbst seine ausländischen Intimfeinde sind zuhause deutlich beliebter.
Die Frage nach dem Alter der männlichen Elternteile sei in dem Zusammenhang auch noch kurz angetönt. Wenn die Kinder, die in jeder Weise schützenswert sind, vor dem Abitur stehen, sind ihre "Eltern" schon hoch in den sechzigern bzw. Anfang der siebziger. Oder auf heute bezogen: Die Kinder könnten locker als Enkel der "Väter" durchgehen. Zwar gibt es keine Altersgrenze nach oben, aber es sollte ein "natürlicher Abstand" vorhanden sein (https://familienportal.de/familienportal/lebenslagen/kinderwunsch-adoption/adoption/welche-voraussetzungen-muss-ich-erfuellen-wenn-ich-ein-kind-im-inland-adoptieren-moechte--125928). Man liest, ab 40 wird es als Normalsterblicher fast unmöglich, Kinder zu adoptieren.
Geordnete wirtschaftliche Verhältnisse werden gefordert, dürfte bei den in Rede stehenden Multimillionären aber kein Thema sein.
Die o.g. Herren haben sich nach deutschen Recht nicht strafbar gemacht. Sie haben sich die Regeln, die u.a. im US-Bundesstaat New York herrschen, zu Nutze gemacht. Strafbar ist hier nach Embryonenschutzgesetz auch nur die ärztliche Tätigkeit und das Tätigwerden sog. Vermittlungsagenturen, die Kontakt zwischen den Kunden, den Leihmüttern und den anonymen Spenderinnen der Eizellen vermitteln und das ganze begleiten. Einzelheiten dazu in einer sehr ausführlichen Ausarbeitung einer Anwaltskanzlei, die hinsichtlich des Kinderwunsches potentieller Eltern beratend und vertretend tätig werden kann (https://www.anwaelte-schneider-stein.de/kinderwunsch/), was man sich ja auch erst mal leisten können muss.
Das EU Parlament hat am 13.11.2025 eine Resolution unter dem Titel „Gender Equality Strategy 2025“ verabschiedet, welche sich gegen Leihmutterschaft, "die die reproduktive Ausbeutung und Nutzung der Körper von Frauen zu finanziellen oder anderen Zwecken beinhaltet", ausgesprochen (https://bistum-regensburg.de/news/eu-parlament-verurteilt-praxis-der-leihmutterschaft).
"Leihmutterschaft ist Sklaverei", so ein Bericht der UN (https://www.emma.de/artikel/unleihmutterschaft-ist-sklaverei-341993). Neun Monate später schreibt die gleiche Emma-Autorin Frau Annika Ross einen Artikel zur Causa Spahn (https://www.emma.de/artikel/spahn-so-ernst-ist-leihmutterschaft-342643). In aller Kürze setzt sie ein Schlaglicht auf einige Implikationen. Ihren abschließend Passus zitiere ich:
"Es geht nicht um Elternschaft! Es geht darum, dass Frauen und Kinder zur Ware gemacht werden, Herr Spahn! Es geht um Menschen, die bestellt und verkauft werden.
Ein Kinderwunsch ist ein Wunsch. So dringend er auch sein mag. Niemand hat aber ein Recht auf ein Kind. Niemand stirbt, wenn er kein Kind bekommen kann.
Dass ein deutscher Politiker sein persönliches Glück über das Gesetz stellt – das ist einfach nur beschämend."
Treffend hat es Birgit Kelle in ihrem 2024 erschienenen Buch "ICH KAUF MIR EIN KIND - Das unwürdige Geschäft mit der Leihmutterschaft" (FBV - Finanzbuchverlag) beschrieben. "Leihmutterschaft" ist ein Geschäftsmodell und ein Multimilliardengeschäft für wenige und Leid für viele, darunter die Kinder, denen Teile ihrer Herkunft für immer verborgen bleiben wird, da die Eizellspenderin anonym bleiben kann bzw. bleibt.
Und es bleibt die Doppelmoral, einerseits Gesetzesumgehungswege zum persönlichen Vorteil ausnutzen zu können und das ganze Geschäft andererseits als Akt reinen Altruismus' zur Erfüllung eines vorgeblichen Menschenrechtes auf's eigene Kind zu verbrämen.