Aufmerksamen Lesern der NÖ Kronen Zeitung ist vermutlich ein Artikel in der gestrigen Ausgabe nicht entgangen - die Zeitung titelte:

Keine blöde Anmache

Nun, was da ja beim ersten Blick durchaus positiv aufgenommen werden dürfte oder gar als der Anfang einer Kampagne gegen sich nicht adäquat aufführende Angehörige des männlichen Geschlechts angesehen, entpuppt sich beim zweiten Hinschauen als ein massiver Eingriff in die Freiheit von Frauen im öffentlichen Bereich.

Vertieft man sich nämlich in das Elaborat, dann darf man dort lesen, dass es sich hiebei um die Vorkehrungen für "geschützte Badetage" für Frauen im Thermalbad Vöslau handelt.

Also eigene Zeiten, in denen sich weibliche Badegäste geschützt vor den Männern im Bad entspannen können.

Man könnte auch sagen, sich vor diesen einsperren, um dort nicht behelligt zu werden.

Folgendes steht dort zu lesen:

Zitiere:

Nicht blöd angemacht werden“ - das wünscht sich die Wiener Influencerin und Unternehmerin Madeleine Alizadeh für sich und andere Frauen. Aus diesem Grund organisierte sie mit dem Thermalbad Vöslau einen Badetag nur für Frauen.

„Gerade im Sommer sind viele Plätze, allen voran Freibäder, Orte, die für viele weiblich gelesene Personen nicht sicher sind“, erläutert Alizadeh den Beweggrund für ihre Initiative.

Zitat Ende.

Man fragt sich schon, in welchem Umfeld diese Dame aufgewachsen und sozialisiert sein muss, bzw. von welchen MÄNNERN sie umgeben ist, um Solches für nötig zu erachten.

Die Wiener Stadtbäder machen bei diesem Unsinn Gott sei Dank nicht mit.

Denn würde dies tatsächlich in weiten Teilen unseres Landes Schule machen, dann wäre dies beschämend für unsere Gesellschaft - und zudem ein Kniefall vor einer Kultur, die es nicht erträgt, dass sich Frauen gleichberechtigt mit den Herren der Schöpfung im öffentlichen Raum aufhalten. UNBEHELLIGT aufhalten - wenn man die Herren vor ihnen wegsperren muss.

Männer, die angesichts nackter weiblicher Körperteile anscheinend nicht mehr (oder noch immer nicht) wissen, wie sie sich zu benehmen haben.

Das ebenfalls angeführte Argument, "es ginge an dem Tag einzig und allein darum, Raum zu schaffen, der den Frauen oft nicht gegeben werde. Schönheitsstandards, Körpernormen und ,male gaze‘ bekämen somit keinen Zutritt", ist dagegen wohl eine vorgeschobene Behauptung - denn wie wir alle wissen, sind gerade Frauen selbst die schärfsten Kritiker ihrer Geschlechtsgenossinnen. Kein Mann ist so kritisch weiblichen Formen gegenüber, wie die Frauen untereinander.

Welches Weltbild muss diese junge Frau haben, dass sie sich genötigt fühlt, solche Aktionen durchzuziehen? Und von welcher Sorte Männer ist sie umgeben, die sich angesichts einer bademäßig naturgemäß nicht bis zur Unkenntlichkeit bekleideten Frau offensichtlich nicht beherrschen kann, sondern sie belästigt? Belästigen MUSS, weil sie es anders nicht gelernt haben?

Interessant auch, wie sie sich das mit Familien vorstellt?

Die Mutter mit der Kinderschar geht halt heute ins Bad, der Papa morgen mit seinen Kumpels, oder wie? Dann kann er auch unbehelligt vom Familienanhang in Ruhe seine paar Biere in der Kantine zischen.

Und - dürfen nur weibliche Kinder mit ins Bad - oder dürfen auch die kleinen Brüder mit?

Und ab welchem Alter werden die dann gefährlich für ihre Schwestern und ihre kleinen Freundinnen?

Gleichzeitig werden aktuell die Taliban mit ihrem rückständigen Frauen- und Weltbild von aller Welt bekrittelt, welches die Frauen völlig aus der Öffentlichkeit verschwinden lassen will, und welches die Taliban in Afghanistan mittels Scharia zum gültigen Gesetz machen wollen. Dem Grunde nach ist jedoch das Ansinnen dieser Dame nichts anderes, bzw. ein Auswuchs genau dieses Weltbildes - nach dem man Frauen vor der Männerwelt wegsperren muss, um sie zu schützen!

Was haben wir diesbezüglich als nächstes zu erwarten?

Einkaufstage, an denen sich lediglich weibliche Konsumenten in diversen Einkaufstempeln einfinden dürfen?

Kinotage mit Frauenfilmen, in die sich kein Mann verirren darf?

Restaurants - der "Mädels-Tag" beim Maci?

Also quasi künftig nicht nur 1 - 3G - sondern 4G:

Geimpft

Genesen

Getestet

Geschlechtsspezifisch

Wenn wir anfangen, die Frauen wegzusperren, sind wir im Grunde nicht besser als diejenigen, die wir so gern wegen ihres Weltbildes bekritteln.

Aber womöglich enden wir ja dann eines Tages bei der Empfehlung unseres geschätzten Hrn. BP, der vor nicht allzu langer Zeit noch launig meinte, "womöglich käme einmal der Tag, an dem alle Frauen aus Solidarität ein Kopftuch aufsetzen würden."

Chapeau!

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