"Ethnische Säuberung“ BK Friedrich Merz greift die AFD scharf an

Die politische Stimmung in Deutschland wird rauer.

Die Debatte im Bundestag zeigt, wie tief die Gräben inzwischen sind.

In der heutigen Bundestagssitzung in Berlin ging es hoch her. Die AfD nutzte die Debatte, um auf zahlreiche Probleme hinzuweisen, die Deutschland derzeit beschäftigen. Im Rücken hatte sie dabei das starke Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt.

Bundeskanzler Friedrich Merz versuchte seinerseits, die Politik der Bundesregierung zu verteidigen und Kritik am bisherigen Kurs zurückzuweisen. Doch die politische Lage wird schwieriger. Die Stärke der AfD und die zunehmende Unzufriedenheit vieler Bürgerinnen und Bürger lassen sich nicht mehr einfach ignorieren.

Besonders scharf wurde es bei der Auseinandersetzung um den Begriff „ethnische Säuberung“.

Man kann über die AfD denken, was man will.

Man kann ihre politischen Forderungen kritisieren, ihre Positionen ablehnen und sie für falsch oder gefährlich halten. Aber der Vorwurf, sie strebe eine „ethnische Säuberung“ in Deutschland an, ist ein äußerst schwerwiegender Vorwurf.

Denn der Begriff ist historisch mit Vertreibung, Gewalt und Völkermord verbunden.

Was bedeutet „ethnische Säuberung“?

Unter einer ethnischen Säuberung versteht man die gewaltsame Vertreibung oder Entfernung einer Bevölkerungsgruppe aus einem bestimmten Gebiet aufgrund ihrer ethnischen, religiösen oder nationalen Zugehörigkeit.

Der Begriff erinnert an einige der schlimmsten Verbrechen des 20. Jahrhunderts.

In Ruanda wurden 1994 Hunderttausende Menschen, vor allem Tutsi, während des Völkermords ermordet.

Auch im ehemaligen Jugoslawien kam es in den 1990er-Jahren zu massenhaften Vertreibungen und Morden. Besonders das Massaker von Srebrenica im Jahr 1995, bei dem rund 8.000 muslimische Männer und Jungen ermordet wurden, steht bis heute für die Brutalität dieser Zeit.

Auch die nationalsozialistische Vernichtung der europäischen Juden sowie die Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma gehören zu den dunkelsten Kapiteln deutscher Geschichte.

Quelle: Politik-Lexikon.at

Gerade deshalb sollte ein Begriff wie „ethnische Säuberung“ in der politischen Auseinandersetzung nicht leichtfertig verwendet werden.

Wer einen solchen Vorwurf gegen eine Partei erhebt, muss ihn sehr genau begründen können.

Die AfD und die Wut der Wähler

Die politische Entwicklung sollte der etablierten Politik allerdings zu denken geben.

In Deutschland stehen weitere Wahlen bevor. Und wenn die derzeitige Entwicklung anhält, könnte die AfD weiter zulegen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb: Warum wenden sich immer mehr Menschen von den etablierten Parteien ab?

Sicherlich lässt sich nicht jeder AfD-Wähler als „Rechtsextremisten“ abstempeln. Viele Menschen wählen die Partei aus Protest, aus Enttäuschung oder aus Frust über die bisherige Politik.

Das bedeutet nicht automatisch, dass man mit den Positionen der AfD einverstanden sein muss.

Aber wer einen erheblichen Teil der Bevölkerung pauschal als rechtsradikal oder extremistisch abqualifiziert, wird die Ursachen dieser Entwicklung kaum verstehen.

CDU/CSU und SPD sollten deshalb nicht nur darüber diskutieren, wie man die AfD bekämpft, sondern auch darüber, warum sie überhaupt so stark geworden ist.

Denn politische Stärke entsteht nicht im luftleeren Raum.

Sie entsteht dort, wo Menschen das Gefühl bekommen, von der Politik nicht mehr gehört zu werden.

Deutschland steht vor einem heißen Herbst

Die kommenden Monate könnten politisch turbulent werden.

Die Bundesregierung steht unter erheblichem Druck. Gleichzeitig bleiben die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme bestehen. Auch die Diskussion über die deutsche Unterstützung der Ukraine wird weiter für Kontroversen sorgen.

Deutschland kann diese Konflikte nicht einfach aussitzen.

Die Wahl in Sachsen-Anhalt sollte deshalb ein Weckruf für die gesamte politische Landschaft sein.

Wer die AfD-Wähler pauschal als Rechtsextremisten abstempelt, macht es sich zu einfach.

Wer die Sorgen und den Frust vieler Bürger ignoriert, darf sich anschließend nicht wundern, wenn diese Bürger bei der nächsten Wahl erneut ihr Kreuz bei der AfD machen.

Arroganz und Überheblichkeit können sich politische Parteien auf Dauer nicht leisten.

Die Bürger entscheiden an der Wahlurne.

Und vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft dieser Wahl:

Wer die Menschen dauerhaft nicht ernst nimmt, wird irgendwann von ihnen abgestraft.

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