Leuchtturm der Verirrten: Georg Ringsgwandl zum Geburtstag.

Heute in einem Jahr, am 15.11.2023, wird Georg Ringsgwandl seinen 75. Geburtstag feiern. So lange wollen wir nicht warten, daher soll auch ein Jahr zuvor seiner gedacht und ihm herzlichst zum Geburtstag gratuliert werden.

Heben wir also die Sektgläser und stoßen an ...

„Ein Mann wie ein Leuchtturm, Geheimtipp der Verirrten“, „Vorälpischer Lou Reed“, „Ein bayrischer Bob Dylan“, „Punk-Qualtinger“, „Karl Valentin des Rock’n’Roll“, „Der singende Sauerbruch“ – Was hat man ihm nicht alles zugeschrieben. Das meiste davon kann man vergessen, typisch Presse halt.

Aber er war in seinen Anfangsjahren natürlich schon ein wilder Feger auf der Bühne. Schrill und ohne jegliche Zurückhaltung, bis hin zu Publikumsbeschimpfungen. Dies brauchte er wohl als Ausgleich zu seiner Tätigkeit als Kardiologe in der Klinik, zur Aufarbeitung seiner nicht gerade leichten Kindheit in rauen Zeiten.

Ringsgwandl kann jedoch ebenso nachdenklich sein und sehr einfühlsame Lieder schreiben. Auch an ihm gehen die Jahre nicht spurlos vorbei ...

Ringsgwandl ist sich darüber im Klaren, dass, wenn der Tod einmal an die Tür klopft, er nichts mitnehmen darf. Und damit hat er dem alten Dylan-Klassiker „You gotta serve somebody“ einen ebenbürtigen, wenn nicht gar einen besseren Inhalt gegeben ...

Und wenn man schon über das Jenseits grübelt, kann es nicht schaden, wenn der Papst in Altötting gerade zu ihm herschaut, zum kleinen Sündermann Schorsch ...

Aber selbst wenn man vom Papst gesegnet und gesehen ward („Pope seen – aaalriiiiight!“), so gilt es dennoch, wachsam zu sein. Denn: „Es gibt Typen, die hams drauf abgesehn, dir von hinten ans Gerät zu gehn, drum: Hühnerpelz, paß Obacht!“ ...

Da bleibt man dann doch besser nur noch zuhause, auch wenn man dadurch als Bremsklotz für die Konjunktur fungiert und in der Rolle des Konsumverweigerers den „Truppen in Berlin“ alles zunichte macht. Tja, der Ringsgwandl, der hat’s halt verschissen…

Man beachte unbedingt den Mann im Hintergrund an der Mandoline: der wunderbare Nick Woodland, der lange Jahre mit Ringsgwandl zusammenspielte.

Den Rest seiner hörens- und sehenswerten Lieder heben wir uns zum 75. Geburtstag auf.

Zum Schluss aber noch wenigstens ein Lied von seiner Überraschungs-CD aus dem Jahr 1993, wo er abrupt sein schrilles Bühnenoutfit ablegte und sich als tiefgründiger Songschreiber mit Liedern aus seiner Kindheit in Staffabruck vorstellte ...

Wie der Website von Ringsgwandl zu entnehmen ist, ist für die zweite Jahreshälfte 2023 ein neues Album in Planung. Auch weitere Konzerttermine der „Wuide unterwegs“-Tour stehen bereits fest.

Es geht also weiter ...

Album „Trulla Trulla“ 1989, Trikont München

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