Dieser Beitrag aus der Wiener Bezirkszeitung diente als Vorlage für den hier vorliegenden Blogeintrag. Die Wiener Bezirkszeitung genehmigte eine Zitierung mit Quellenangabe – vielen Dank!

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Das klingt ein wenig nach Graf Dracula, ist aber viel schlimmer als ein blutsaugender Vampir, den man mit ein paar Tricks in die Flucht schlagen kann.

Die Rede ist vom neonazistischen Mob in den beiden großen Bezirken jenseits der Donau, der sich in einer Facebook-Gruppe namens "Ich wohne auf der richtigen Seite der Donau (Donaustadt, Floridsdorf)" versammelt und 17.000 Mitglieder hat. Bis vor kurzem war die Gruppe offen. Nun haben sie die Moderatoren, die teilweise auch Neonazis sind, geschlossen. Doch zu spät. Die Präpotenz dieser Leute reichte aus, um Hunderte von Postings und Tausende von Screenshots zu sammeln und sie der Staatsanwaltschaft vorzulegen.

Das "Schmankerl" an der Gruppe: Sexistische und rassistische Beleidigungen und Verhetzung liegen an der Tagesordnung. Die Moderatoren der Gruppe und Tausende andere sehen zu oder machen mit. Unter ihnen sind Identitäre, Hooligans, Freidemokraten, aber auch Bezirkspolitiker der FPÖ, ÖVP und SPÖ!

Ja, einige Bezirksräte mischen fleissig mit! Warum tun sie das? Profilierungssucht als Bezirkspolitiker? Oder sind sie selber Sexisten und Rassisten, die ihren inneren Schweinehund nicht überwinden können?

Die Straftatbestände umfassen die Verhetzung gemäß § 283 StGB, qualifizierte Beleidigungen gemäß § 115 iVm § 117 StGB sowie Übertretungen des Verbotsgesetzes, hier geht es meistens um die §§ 3h und 3g VerbotsG.

Holocaustleugner und Hakenkreuzschmierer geben sich die "Klinke" in die Hand.

Links des verurteilten Holocaustleugners Gerd Honsik werden geteilt, das Neujahrsbaby Asel wird mit einer eierlegenden Assel verglichen. "Bald wird gesäubert" ist zu lesen, wenn es um Asylbewerber geht. Geteilt wird alles, was den Zorn der Hater anstachelt. Ein User erklärt: "Kreuz ist okay, solange Haken dran sind!" Die Likes der Community sind ihm sicher..

"Solange sie sich gegenseitig abstechen, wunderbar. Die ganze Familie ersäufen, Problem gelöst. Ausländer bringen Krankheiten."

Auch diesem Poster ist der Applaus des Mobs sicher - und eine Strafanzeige.

Interessant ist das Geschichtsbild des Facebook-Mobs: Immer öfter werden die Linken als "wahre Nachfolger Hitlers" bezeichnet.

"Keiner von uns kennt die SS Zeit aber ehrlich jetzt wir bekommen immer mehr Murln ins Land und ihr linken Oaschlöcher klatscht."

"Es ist noch nicht heraus was damals mit den Juden war was hat d. genau mit Holocaustleugnung zu tun? Es hat mir bis heute noch niemand sagen können WARUM WARUM WARUM sie verfolgt wurden kapierst es jetzt?"

Widerspruch ist zwecklos. Nach kurzer Zeit in der Gruppe fragt man sich, warum sie nicht schon längst gesperrt wurde. Und bekommt eine mögliche Erklärung: Die Moderatoren der Gruppe löschen nicht, sie kritisieren nicht, sie machen mit. Wer widerspricht, wird mundtot gemacht. Ein Mitglied der Gruppe mit türkischem Namen wird in unzähligen Postings direkt angegriffen. Ein User schreibt: "Einen Tritt in den Arsch haben wir euch gegeben und weg wart ihr Museln."

Ein anderer schreibt: "5 Euro Spenden bitte das der E… wieder ins Eselpuff gehen kann. Papis Türkischer Ramschladen läuft nicht so gut." "Ziegenficker" und "Ziegenmongo" schicken einige andere in verlässlicher Regelmäßigkeit hinterher. Wer weiblich ist und widerspricht, erfährt Ähnliches. Ein User kommentiert: "So wie du ausschaust is es mutig das du dich überhaupt der Öffentlichkeit zeigst sowas wie dich haben‘s früher im Zirkus auftreten lassen und mit Essen beworfen."

Es ist eine Dokumentation des Grauens. Dass ein Teil der Kommentare, Fotos und Threads zumindest nach einiger Zeit wieder verschwindet, ist ein paar Menschen zu verdanken, die all das immer wieder bei Facebook melden. Und zudem haben sie seit etwa einem Jahr alles dokumentiert, was diese Gruppe zu bieten hat. Screenshots und Beschreibungen - ein umfangreicher Akt, der nun einigen Hasspostern zum Verhängnis werden könnte, ist entstanden. Einige von ihnen werden als Zeugen in einem möglichen Strafverfahren aussagen. Tausende Screenshots habe man gesammelt, so die Gruppenmitglieder, die anonym bleiben möchten. Ein Mitglied sagt: Als ich vor ein paar Jahren der Gruppe beigetreten bin, waren Mordaufrufe an der Tagesordnung. 'Vergast sie alle', 'Ich weiß wo man sie konzentriert hinschicken könnte', 'Türken gehören ausgerottet' usw. Nach ein paar Anzeigen, sind sie vorsichtiger geworden."

Wer unter Hasskommentaren, sexistischen, rassistischen, antisemitischen Äußerungen zu leiden hat oder sieht, dass andere darunter leiden und das ändern möchte, möge bitte Screenshots machen und an diese Meldestelle senden: https://beratungsstelle.counteract.or.at/

Wenn wir nichts gegen diesen Abschaum von "Menschen" unternehmen, kommen wir alle miteinander zum Handkuss. Denn dieser Mob schreckt vor nichts zurück. Wer derart verbal entgleisen kann, tut es auch tatsächlich. Und wieder wird, nebenbei erwähnt, deutlich: 95% der Hater sind männlich. Der Frauenanteil ist gering.

https://www.vice.com/de_at/article/vvkjba/die-rechte-facebook-welt-von-transdanubien

Zur "richtigen Seite der Donau" könnte man noch bemerken, dass es sich bei diesem Teil von Wien um einen eher schmutzigen, ungesunden Teil der Stadt handelt. Die häufigen Westwinde über Wien blasen Autoabgase und Industriegifte Richtung Osten, zudem gibt es keine Wälder, die entgiftend wirken. Das könnte mit ein Grund für das neonazistische Gift in den Köpfen einiger Bezirksbewohner sein. Es handelt sich immerhin um eine stolze Gruppe von 17.000 Personen, die aktiv oder passiv diesem Vorstadt-Neonazismus angehören!

http://www.meinbezirk.at/donaustadt/lokales/in-der-donaustadt-stinkt-es-immer-noch-d2087156.html

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