In welche Richtung geht diese Welt? Und nein, ich spreche jetzt nicht von der geisteskranken, latenten Schwuchtel (ich darf das sagen) aus Nordkorea. Ich meine die Vorfälle hier in Europa, quasi direkt vor unserer Haustüre. Die Übergriffe auf Frauen in Köln und Hamburg stellen eine, für Mitteleuropa, völlig neue und noch nie dagewesene Dimension dar. Die Medien reagieren erst überhaupt nicht und versuchen, alles totzuschweigen. Aus Angst, die Rechten könnten die Vorfälle für ihre Propagandazwecke nutzen, werden Menschen für blöd verkauft. Erst nachdem der Druck der Öffentlichkeit, in den Social Medias, immer größer wird, beginnt eine zaghafte Berichterstattung. Ein schaler Beigeschmack bleibt zurück. Und die Kölner Oberbürgermeisterin Reker beweist einen Hang zum Zynismus (oder ist es gar Realitätsverweigerung?), indem sie den Frauen rät, doch mindestens eine Armlänge Abstand zu unbekannten Männern zu halten. Angesichts solcher weltfremder Aussagen wird die Euphorie um die parteilose Oberbürgerin der Karnevalsstadt schnell verflogen sein. Offenbar hat man hier doch aufs falsche Pferd gesetzt.

Nebenbei werden in der Silvesternacht in der deutschen Stadt Freiburg ein schwules Paar und eine Transe körperlich attackiert und zum Teil krankenhausreif geprügelt.

Man könnte fast meinen, die Bestie (primitiver, homophober, heterosexueller) Mann hat hier wieder mal ihre Fratze gezeigt. Aber es geht auch subtiler, wenngleich nicht weniger bösartig. So präsentiert sich das Liechtensteiner Staatsoberhaupt, Hans Adam II., als besondes armseliges Würstchen, indem er in einem Interview mit dem öffentlich rechtlichen Rundfunksender Liechtensteins, Homosexualität mit Pädophilie gleichsetzt. Vom Reporter gefragt, ob die Adoptionsverweigerung für homosexuelle Paare in Liechtenstein noch haltbar ist, antwortet er: "Ich glaube, die müssen wir halten. Man prüft ja sehr genau, ob eine Adoption im Interesse des Kindes ist und wenn ich dann mir vorstelle, dass da zwei homosexuelle Männer irgendwelche Knaben adoptieren – womöglich auch noch aus Entwicklungsländern – dann muss man wirklich sagen, das ist verantwortungslos, wenn man das zulässt."... Hier erübrigt sich jegliches zusätzliches Kommentar.

Aber auch von anderer Seite gibt es immer wieder Gegenwind. Dass so manche Feministin so ihre Probleme mit Transsexualität hat, ist nichts Neues. Ein solches Früchtchen ist die Australierin Germaine Greer. In einem Interview verweigerte sie transsexuellen Frauen grundsätzlich die Anerkennung als Frau. "Nur weil man sich seinen Penis abschneidet und ein Kleid anzieht, ist man keine Frau." Aber das war noch nicht alles. "Ich habe meinen Arzt gebeten, mir lange Ohren und Leberflecken zu geben, und ich werde einen brauenen Mantel tragen, aber das verwandelt mich auch in keinen verdammten Cockerspaniel!"...

Abgesehen von Greer's Unkenntnis über den Ablauf einer geschlechtsangleichenden OP (weil hier wird nix abgeschnitten), ist es nicht nachvollziehbar, wieso manche Feministinnen einen solchen Hass auf Transsexuelle haben. Man kämpft auf beiden Seiten für Frauenrechte. Leben und leben lassen sollte die Devise heißen, wenn man schon nicht an einem Strang ziehen kann. Zur Überraschung vieler ist auch die alternde Comedy-Diva und Alter Ego der Drag-Beutelratte Dame Edna, Barry Humphries, auf diesen Zug aufgesprungen und hat sich in einem Interview demonstrativ auf Greers Seite geschlagen. Für Humphries sind Trans-Frauen bloß verstümmelte Männer, aber niemals Frauen.

Manche haben ganz einfach verschlafen, dass wir bereits das Jahr 2016 schreiben, und Menschenrechte nicht nur für Männer gelten, sondern auch für Frauen, Homosexuelle, Transsexuelle usw. Und Frauen und Männer endlich gleichgestellt werden müssen, in jeder Hinsicht. Und dass sich nicht Frauen vorschreiben lassen müssen, wie sie sich zu verhalten haben, um nicht von woll- und trieblüsternen Männern misshandelt zu werden. Sondern, dass Männer Frauen nicht als willenlose Spielzeuge sehen. Leider leben wir noch immer in einer patriarchalisch geprägten Gesellschaft. Und sie hat uns alle in Geiselhaft. Wäre das anders, würde das Leben auch für Homo- und Transsexuelle ein leichteres sein.

Deshalb gibt es noch sehr viel zu tun!

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Maria Lodjn

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