Jüngst verbot Sydney in der beliebten Fußgängerzone Martin Place das Rauchen. Nächstes Jahr will die Stadtverwaltung das Verbot ausgeweitet werden. Gut so – und ein Vorbild für Wien.

Schon lange darf man in Australien in Bahnhöfen, an Bushaltestellen, Bürohäusern und so weiter nicht mehr rauchen. Auch gibt es seit 2012 einheitliche Zigarettenschachteln. Man weiß aus allen Ländern, in denen es strikte Gesetze und Vorschriften gegen das Rauchen vor allem in der Öffentlichkeit gibt, dass die Anzahl der Raucher zurück geht. Es geht nicht ums Wegschieben, ums nicht sehen.

Das ist nun ein riesiger Unterschied zur Drogenszene. Da macht es wenig Sinn, die Leute zu vertreiben. Was passiert, wenn die Behörden das machen, etwa am Karlsplatz in Wien? Sie konsumieren beispielsweise Heroin drei Straßen weiter. Zudem sind die Menschen nicht mehr für gesundheitliche Maßnahmen greifbar. Die SozialarbeiterInnen oder ÄrztInnen wissen dann nicht mehr, wo sie die Menschen aufsuchen können. Es braucht einfach diese Orte, weil sowie so konsumiert wird.

Das ist deshalb so, weil etwa Heroinsucht keine Volkskrankheit ist, ganz im Gegenteil zum Rauchen. In Österreich sterben im Jahr 16.000 Menschen an den direkten Folgen des Zigarettenkonsums. Bei Heroin sind es ein paar Dutzend. Ich habe es schon einmal gebloggt: Es geht um Verfügbarkeit, dass viele Leute rauchen und dann auch noch in erheblichem Maße. Je unattraktiver es ist, rauchen zu gehen, desto geringer ist die Verfügbarkeit. Ein Raucher geht nicht statt fünf Minuten ins Raucherkammerl drei Mal ums Eck, weil er auch in der Fußgängerzone vor dem Gebäude nicht mehr rauchen darf.

Ein Beispiel: Ein Mensch raucht eine Packung Zigaretten am Tag. Zehn davon raucht er in der Arbeit, weil er am Arbeitsplatz rauchen kann oder sehr leicht eine rauchen gehen kann. Wenn das komplett unmöglich ist, er einen weiten Weg zurück legen muss, um zu rauchen und nur noch zwei Mal rauchen geht, dann raucht er erheblich weniger. Und wenn jemand fünf Zigaretten am Tag raucht, ist das Risiko, etwa Lungenkrebs zu bekommen sehr gering, während es bei 40 oder 50 so ist, dass das Risiko NICHT zu erkranken gering ist.

Es geht nicht ums nicht-Sehen – es ist schlichtweg eine sinnvolle gesundheitspolitische Maßnahme, das Rauchen so weit wie möglich aus der Öffentlichkeit zu verbannen. Alle Rauchererkrankungen sind Dosis-abhängig. Je weniger Sie rauchen, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, an Lungenkrebs und Co. zu erkranken. Wer keine Raucherplätze mehr im öffentlichen Leben findet – auch nicht auf der Mariahilfer Straße, der Linzer Landstraße oder der Getreidegasse - wird zwar nicht nicht rauchen, aber eben deutlich weniger. Dazu gehört aber auch politischer Mut. Aber das ist wiederum eine andere Geschichte...

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Herbert Erregger

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Judith Innreither

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