Es heißt oft, dass Deutschland so sicher sei wie nie zuvor. Politiker, aber auch einige Medien beten diesen Satz herunter. Wir lebten im besten Deutschland, das es je gab, heißt es. Auch hört man das Argument, dass die Zahl der Vergewaltigungen zurückgegangen sei. Kurz: alles halb so schlimm, alles sei ja nur Panikmache.

Dazu ein paar Worte: in die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) fließen nur jene Fälle ein, bei denen ein Tatverdächtiger ermittelt werden kann, was bei Übergriffen/ Vergewaltigungen im öffentlichen Raum in den allermeisten Fällen aber nicht der Fall ist. Beispielsweise kam es im Rahmen der Kölner Silvesternacht zu 600 Anzeigen, verurteilt wurden aber gerade mal drei Täter - zur Bewährung. (Abgeschoben wurde niemand, aber das ist eine andere Geschichte.) Folglich flossen all diese Übergriffe gar nicht in die Statistik ein.

Auch kommt das Argument, dass viele Vergewaltigungen ja in der Ehe stattfänden. Das ist korrekt, ABER: So schlimm Vergewaltigungen in einer Beziehung sind, beeinträchtigen sie nicht das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum. Die Sicherheit im öffentlichen Nahraum ist aber entscheidend für die Freiheit der Gesellschaft. Denn Freiheit ist ohne Sicherheit nicht denkbar, beides hängt unmittelbar zusammen. Vertrauen in Sicherheit ist das Bindemittel, das eine Gesellschaft zusammenhält. Schwindet dieses Vertrauen, radikalisiert und spaltet sich die Gesellschaft.

Das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum hat nachgelassen, wobei es natürlich regionale Unterschiede gibt. Beispiel: Noch vor 15, 20 Jahren sonnten sich im Sommer viele Frauen in den Stadtparks. Selbst spätabends gingen dort Frauen alleine joggen. Das ist seit ein paar Jahren kaum noch der Fall bzw. es hat nachgelassen und ist weniger geworden. Man liest nicht nur von Übergriffen, sondern es lungern dort vermehrt nordafrikanische oder afghanische Männergruppen herum, die die Frauen angaffen oder gar anmachen. Es muss nicht erst zum Schlimmsten kommen, dass Frauen ihr Verhalten ändern.

Dieses verlorene Sicherheitsgefühl taucht in keiner Statistik auf. Es ist aber real. Natürlich - und das ist wichtig zu betonen - ist nicht jeder Asylsuchende ein potentieller Vergewaltiger. Es ist immer noch eine Minderheit, die diese Verbrechen begeht. Dennoch ist die Rate schwerer Kriminalität bei den Menschen, die seit 2015 gekommen sind, wesentlich höher als bei anderen Gruppen - ein Fakt, der bereits 2016 messbar war. Selbst ein geringer Prozentsatz an „Problemfällen“ geht bei 2 Millionen Zugewanderten schnell in die Zehntausende. Wird dennoch mal ein Täter ermittelt, ist dieser meist vorbestraft; „polizeibekannt“ heißt es dann in Presseartikeln. Deshalb ist es wichtig, bei Straftaten konsequent abzuschieben, was leider nur in Ausnahmefällen geschieht.

Freilich hat all das nichts mit Genetik zu tun, sondern mit der Sozialisation in einem frauenfeindlichen und gewaltaffinen Umfeld. Phänomene wie El Taharrush sind eben nicht deutsch, sondern wurden importiert. Dazu kommen mitunter Verrohung durch Krieg und Gewalterfahrungen. Die Chance offener Grenzen wurde leider auch von einigen zehntausend jungen Männern genutzt, die gewaltbereit waren, als sie kamen. Nicht durch Genetik, sondern durch ihre Sozialisation und ihr Vorleben. Viele von ihnen gaben an, Syrer zu sein und/ oder besorgten sich gefälschte syrische Pässe. Eine genaue Kontrolle findet nach wie vor nicht statt, selbst Altersnachweise, die medizinisch möglich wären, gibt es nicht.

Letztlich ist genau das eingetreten, was die Kritiker der Asylpolitik befürchtet haben. Der öffentliche Raum ist unsicherer geworden. Dazu muss man wissen, dass nur ein Bruchteil der Übergriffe überhaupt an die Öffentlichkeit kommt: erstens wird längst nicht alles angezeigt, zweitens gibt es nicht immer einen Polizeibericht (das ist Ermessenssache des jeweiligen Pressesprechers), und drittens kommt nicht jeder Polizeibericht in die Zeitung (das ist Ermessenssache der jeweiligen Redaktion bzw. des diensthabenden Redakteurs). Außerdem müssten sowohl einige Medien als auch Politiker zugeben, dass sie mit ihrer anfänglichen Einschätzung der Flüchtlingskrise, als es ernsthaft hieß, es kämen mehrheitlich Akademiker und Fachkräfte, vollkommen daneben lagen. Kurz: Probleme werden viel zu oft unter den Teppich gekehrt. Die Kölner Silvesternacht, über die erst berichtet wurde, als es nicht mehr anders ging und es zig private Postings dazu gab, ist ein gutes Beispiel dafür.

Ich höre jetzt schon wieder Leute sagen, dass es ja „Nahrung für die Rechten“ sei, so etwas zu schreiben. Denen sei gesagt: Nein, Nahrung für die Rechten ist es, Probleme zu tabuisieren und nicht anzugehen. Wenn wieder einer aus dieser Gruppe eine schwere Straftat begeht, muss man das so lange sagen, bis das Muster endlich allgemein erkannt und ausreichend Gegenmaßnahmen ergriffen sind. Panikmache und pauschale Stimmung gegen Ausländer sind der absolut falsche Weg, aber die Probleme gehören ehrlich und differenziert auf den Tisch und Straftäter abgeschoben. Dann wird Deutschland sicherer und auch die Stigmatisierung der Mehrheit der friedlichen Migranten und Asylbewerber hört endlich auf.

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