Ich sprach vor kurzem mit einem Syrer, er hatte mich zu meiner Meinung zum Brexit gefragt. Ich sagte, dass die Briten das Richtige tun. Sie können in Zukunft über ihr Schicksal wieder selbst entscheiden. Kein Kommissar oder ein EU Rat, wo lediglich die Premierministerin teilnimmt, entscheiden mehr von oben wer in das Land kommt, welche Zölle das Land hat, wie die Fischereirechte vergeben werden, wie die Landwirtschaftssubventionen verteilt werden,… Alles, was selbstverständlich sein müsste, es in der EU aber nicht mehr ist.

Und so auch in Deutschland, nahezu alles was selbstverständlich sein müsste, ist es nicht mehr. Ich sagte ihm anschließend auch meine Meinung über die Syrer, die hier leben, dass ich alle außer die Christen und Jesiden wieder zurückschicken würde, weil der Krieg dort vorbei ist und allein ein Regime kein Grund für Asyl ist. Und dass seine evtl. gute Integration nicht reichen wird, wenn sich hunderttausende andere Syrer nicht integrieren, denn alles, was einer seiner ehemaligen Landsleute tut, fällt auch auf ihn zurück.

Er war völlig geschockt, er lebt nun seit über zwei Jahren hier und hat solch eine Meinung noch nie gesagt bekommen. Er lebt im Ruhrgebiet und weiß nicht warum viele Menschen ihn so kritisch ansehen, obwohl Meinungsfreiheit immer wieder betont wird. Ich sagte ihm auch, dass er solch eine Meinung wohl kaum hören wird, weil die Menschen Angst haben sie zu äußern, weil sie nicht als „Rechtsradikale“ diffamiert werden wollen. Ich gab ihm mit, dass er sich an Andersdenkende halten solle, die auch sagen was sie denken.

Wie muss sich dieser Syrer fühlen, wenn er die ganze Zeit von vielen Menschen äußerst kritisch beäugt wird, aber er nicht richtig weiß warum, weil er nie Klartext gesagt bekommt. Er ist kein „Scheiß Ausländer“ wie er ableitet, ich würde nie so etwas denken, sondern er ist ein Muslim, was das Problem nicht nur in meinen Augen ist. Aber keiner sagt ihm dies, er setzt sich nicht wie selbstverständlich mit dem wichtigen Thema „Islam und Demokratie“ auseinander.

Besonders deutlich wurde es mir bei einem Beitrag in einer großen Duisburger Facebook-Gruppe zu der Kopftuchdiskussion. Kein einziger Kommentar, obwohl ich weiß, wie sehr die Themen rund um den Islam hier rumoren. Was soll dieser Beitrag, wenn sich sowieso kaum jemand getraut, klar zu sagen, was er/sie davon hält?

Die Gefahr für die Demokratie sind die Linken, die SPD und die Grünen. Richtig gelesen, auch die heilige SPD ist inzwischen eine Gefahr für die Demokratie geworden. Wer sie wählt, stimmt gegen die Demokratie, stimmt gegen Meinungsfreiheit, stimmt für Hass und Zwietracht in der Gesellschaft, weil die Probleme in der Gesellschaft nicht angesprochen werden [dürfen] und daher auch nicht entsprechend angegangen werden. Die jetzige Spitzenkandidatin der SPD, Justizministerin K. Barley, verhinderte die Aufnahme des Punktes „kein Asyl bei Mehrfachehe“ in ein neues Gesetz. Die Sache sei nicht ausreichend geprüft.

Das Konzept der 68iger, dass sich die SPD, die Linken, die Grünen so zu eigen gemacht haben.

Dabei geht es darum, die Kritiker und Andersdenkenden über Diffamierungen und andere persönliche Angriffe aus der Gesellschaft auszuschließen, sie in die „rechte Schmuddelecke“ zu schieben, sie gar zu bedrohen. Dies ist nicht neu, schon der Philosoph Habermas machte dies beim „Historikerstreit“ erfolgreich. Er diffamierte international anerkannte Historiker, um damit in einem historischen Thema den Diskurs zu dominieren und hatte damit Erfolg. Seitdem wird dieses Thema von keinem anerkannten Historiker mehr thematisiert, denn sie können nur ihr Renommee verlieren, weil das Thema nie sachlich diskutiert würde.

Solche Dinge haben die Meinungsfreiheit enorm eingeschränkt und die Themen werden immer mehr ausgeweitet. Es ist ein faschistisches Handeln. Die Rechte einiger zu beschränken, weil sie bestimmte Meinungen vertreten. Dies geht weit über die politische Korrektheit hinaus, die nur als Begründung dient um Andersdenkende auszugrenzen.

Wie weit man damit gehen kann, sah ich in der DDR, wo Angst bestand die eigene Meinung zu sagen. Doch irgendwann musste man sich entscheiden, entweder nur zuschauen oder mitmachen, sich einbringen oder nur hinnehmen. Die Strafen waren hart: „Wesentlich brutaler ging die Besatzungsmacht gegen weniger namhafte Kritiker vor:[6] Der Student Wolfgang Natonek, Mitglied der Liberal Demokratischen Partei (LDP) und Vorsitzender des Studentenrates der Universität Leipzig, wurde 1949 wegen seiner Kritik an der Unterdrückung von Meinungsfreiheit in der SBZ zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, von denen er sieben Jahre abbüßen musste.[7] Den Rostocker Studenten Arno Esch, ebenfalls Mitglied der LDP, kostete sein öffentliches Eintreten gegen den Machtanspruch der SED und für Gewaltenteilung und Einhaltung der Bürgerrechte sogar das Leben. Noch von der SMAD verhaftet, wurde er 1950 zum Tode verurteilt und ein Jahr später in Moskau hingerichtet.[8]…

Unter diesen lebensgefährlichen Bedingungen war organisierter Widerstand nur verdeckt möglich.“ https://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/185289/wege-in-die-opposition-widerstaendiges-verhalten-in-der-ddr

Wollen wir dies auch in der Bundesrepublik zulassen. Oder ein Punktesystem wie in China? Ich nicht.

Mut zur Gegenwehr?

Daran fehlt es nicht. Es gibt genug engagierte Menschen, die mit Herzen für bestimmte Positionen eintreten. Woran es fehlt ist die Beteiligung der Masse der Bevölkerung. Desinteresse begegnet einem oft. Vielen geht es noch zu gut. Sie denken, es wird nicht schlechter. Ich zitiere ein Beispiel: „Was ich nur mal kurz hier sagen möchte: Ich bin immer ein Mensch und Duisburger gewesen, der Streit aus dem Weg geht, der versucht für alle Menschen ein guter, netter, fairer sowie ehrlicher Mensch zu sein obwohl auch ich nie perfekt sein werde. Und genauso mag ich solche Menschen auch. Wo nicht wichtig ist ob jemand Geld hat oder ob er Hetero, Bi, Gay, oder Trans ist. Das was zählt ist einzig und allein der Mensch. Und sein Charakter sowie sein Herz. Das ist das, was im wahren realen Leben einzig und allein mehr als wichtig ist, Menschen und Freunde, auf die man sich jederzeit verlassen kann und die zu einem stehen und wo auch das Vertrauen dazu da ist.“ (Roberto Ugolini) Er bekam riesige Zustimmung.

Und diese Menschen wählen mehrheitlich unsere Regierung, unsere Stadträte, klagen ob der Zustände hier im Pott, fordern höhere Renten. Genau diese Wähler sind die Basis für Merkels langer Regierungszeit, den Erfolg der SPD und der Grünen. Doch wie will man sich eine Meinung bilden ohne vorher mit anderen über dieses Thema diskutiert zu haben. Und erst mit einem eigenen Urteil zu den wichtigsten Punkten kann man sich doch zur Wahl entscheiden. Das Gegenteil ist aktuell der Fall. Man wählt wie immer, maximal die andere Volkspartei, die schon lange das Gleiche vertreten. Und wer über ein Thema diskutiert, der beweist doch auch Herz. Daran erkennt man das Problem, man will über die prekären Probleme nicht nachdenken, geschweige denn eine Position beziehen und dafür streiten. Laissez-faire löst aber keine Probleme.

Probleme?

Unsere Gesellschaft schiebt die unbequemen Probleme vor sich her, sie will sie nicht sehen, schon gar nicht lösen. Vielen Menschen scheint nicht klar zu sein, dass wir keine Spaßgesellschaften sind. Dies mag im kleinen Familienkreis mit einem Kind funktionieren, wo mehr Last, also meist mehr Aufgaben von den Eltern noch geschultert werden können, aber in einer Gesellschaft funktioniert dies auf Dauer nicht. Die verschiedenen Gesellschaften der Welt leben in Konkurrenz miteinander. Dies geht friedlich, wie in der EU, aber auch weniger friedlich wie im armen Afrika oder im Nahost. Wenn eine Gesellschaft drastisch Wohlstand abgibt, dann nimmt er in anderen zu. Wobei es nicht wie laut Marx ein Nullsummenspiel ist, der Wohlstand kann auch in vielen[, auch allen] Gesellschaften wachsen, wenn die Bedingungen stimmen. Chinas gigantischer Patentdiebstahl, die unfairen Handelsbedingungen werden sich auch auf die EU auswirken. Die USA mussten entsprechend reagieren um China zu Änderung seiner Handelsbedingungen zu zwingen. Die Kinder, die Freitags hüpfen, fordern mehr Einschränkungen von der Gesellschaft, also mehr Verbote, zugleich mehr Ausgaben für das Klima, die Kinder hüpfen gegen ihre eigene Zukunftsperspektive. Nur sagt ihnen dies keiner, die Grünen oder Sozis, die die Friday for Future Demonstrationen wohlwollend begleiten, werden es den Kinder nicht sagen. Groß fordernde Kinder erhielten früher eine scharfe Zurechtweisung, der Rüffler war selbstverständlich, allein um ihr Verhalten und Denken wieder zurechtzurücken. Heute werden sie gelobt.

Also Leute, wer sich nicht streiten will, wer sich nicht engagieren will, der bleibe bitte bei den nächsten Wahlen daheim. Ich will nicht von Parteien regiert werden, die von meinungslosen Wählern gewählt wurden. Die Probleme unserer Gesellschaft müssen endlich angegangen werden, auch wenn es anfänglich schmerzlich sein wird. Der offene Diskurs in allen Themen muss wieder selbstverständlich werden.

Anm. warum ich so kritisch gegenüber dem Islam bin: Dies zeigt der Artikel von Tomas Spahn sehr gut auf: „Der Islam ist keine Religion, er bezeichnet sich lediglich so. Religion, also Glauben setzt Freiwilligkeit voraus."

„Paul Tillich definierte „Glaube“ als „Teilhabe an dem, was unbedingt angeht – Teilhabe mit dem ganzen Sein“. Das will sagen: Glaube umfasst den Menschen ganzheitlich, mit allem, was er ist, und in allem, in dem er ist. Das klingt vielleicht abstrakt – und es soll doch nichts anderes bedeuten, als dass Glaube das ist, was uns selbst, einen jeden einzelnen von uns, im tiefsten Inneren definiert. Es schafft die Einheit von Sein und Nichtsein, von Begreiflichem und Unbegreiflichem, von Verständnis und Unverständnis.

Es ist dieses der theologische Ansatz. Der sachliche ist es, Glaube zu beschreiben als die Wahrheitsannahme einer unbeweisbaren Wahrheitsvermutung. Beides zusammen beschreibt Religion.

Der Islam kann eine Religion sein, wenn er den Menschen ganzheitlich definiert und ihm zur Erklärung der Welt die Wahrheitsannahme einer unbeweisbaren Wahrheitsvermutung als freiwillig zu ergreifendes Angebot seines Weltverständnisses unterbreitet. Das genau aber tut der Islam nicht – weder das eine, noch das andere.

Das Schriftwerk, welches dem Mohammed zugeschrieben wird, schafft keine ganzheitliche Definition des Menschen. Vielmehr definiert es Mensch ausschließlich als das, was Moslem ist. Anders als beispielsweise das Christentum, das auch seinen Feind als Menschen und damit dessen Existenzrecht anerkennt, spricht der Islam dem „Ungläubigen“ jegliches Existenzrecht ab.“ https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/spahns-spitzwege/wenn-das-sagbare-unsagbar-wird/?fbclid=IwAR14AvQAnpy9JPmT5WwFrn0hMuSTCkGI6cXSQENpn4yM0WL9AjJsdPx37Kk

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