Das Video des ZDF „Am Puls mit Dunja Hayali - Unsere Bahn: geliebt, verflucht - gefährlich?“ hat teils heftige Reaktionen von der Bahn ausgelöst.

Fragen bleiben auch mir, z. B. min. 19 als es um die Modernisierung der Bahn geht, Beispiel Strecke Berlin Hamburg in Spandau, wo eine Strecke erneuert wird, aber die alte Signaltechnik verwendet wird. Jedes Signal kostet mit Verkabelung angeblich 100.000 €. Für diese Strecke braucht es über 700 neue Signale, also über 50 Jahre Technik wird hier neu eingebaut.

Natürlich ist diese Dokumentation eher wertend als berichtend, eben GEZ-Fernsehen.

Letztlich stimmt es aber, dass die Bahn noch zu sehr auf alte Technik setzt. Die Stellwerkstypen kurz erklärt(min. 21): mechanische 523, elektromechanisch 229, Relais Stellwerke 1.100, elektronische 1.584. Die Stellwerke geben die Blöcke ca. alle 10 km frei bzw. sperren sie, informieren die Zugführer. Es wird ein Spurplanstellwerk aus dem Jahr 1967 vorgestellt.

Entscheidend wird in Zukunft der Einsatz von digitaler Steuerung sein, wie des ETCS, wo die Signale digital realisiert und übermittelt werden. Dies bis zur vollständigen digitalen Steuerung, was in Deutschland erst auf 2% der Strecke realisiert wurde, laut des Videos. Das Hauptproblem ist die oft fehlende Ausstattung der Züge, die erst vom Bund vorzufinanzieren gewesen wäre, aber wogegen sich die Finanzminister jahrelang wehrten. Daher wird von der Bahn sowohl alte Technik erneuert als auch versucht die neue Technik einzubauen. Angesprochen wurde in dem Video, dass die Bahn zum Unterbringen gescheiterter Parteigenossen genutzt wurde(min 37). Was das Video auch kurz ansprach, dass in dem entscheidenden Verkehrsministerium, das ja die Umsetzung den finanzierten Umbau des Bahnsystems überwachen sollte, zu wenig Fachkompetenz vorhanden ist.

https://www.zdf.de/play/reportagen/am-puls-100/am-puls-mit-dunja-hayali-deutsche-bahn-verspaetung-100

Widerspruch zu der Dokumentation: „Der Konzern hat das ZDF aufgefordert, die Dokumentation… in weiteren Teilen umfangreich zu überarbeiten oder ganz offline zu nehmen…

Der Beitrag enthalte "nachweislich unwahre Tatsachenbehauptungen" und verschweige "an verschiedenen Stellen wesentliche entlastende Tatsachen", heißt es darin. Entstanden sei so ein "verzerrtes Gesamtbild" des Unternehmens…

In zwei Punkten hatte das ZDF daraufhin nachgebessert und die Änderungen in der Mediathek auch kenntlich gemacht. In der Doku hieß es zunächst, die Bahn verfüge über kein einziges digitales Stellwerk. Tatsächlich sind es drei, dazu kommen dem Unternehmen zufolge "mehr als 20 weitere Stellwerke im Echtbetrieb, die verschiedene Elemente digitaler Stellwerkstechnik nutzen"…

Die der Redaktion "bekannten entlastenden Tatsachen", etwa die Erneuerung zahlreicher Stellwerke sowie ein verbindlicher Rollout-Plan für die digitale Zugsteuerung im gesamten Schienennetz, habe man "nahezu vollständig verschwiegen".“

Das ZDF dazu: „Die aktuell abrufbare Fassung weise "keine inhaltlichen Mängel" auf, für weitere Anpassungen sehe man "keinen Anlass", eine Löschung aus der Mediathek komme nicht infrage.“

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