Venezuela nach dem Sturz Maduros: Ein guter Tag für wen?
Der 3. Januar 2026 könnte als historischer Tag in die Geschichtsbücher eingehen – zumindest, wenn man den offiziellen Verlautbarungen der US-Regierung glaubt. Nicolás Maduro, der umstrittene Präsident Venezuelas, wurde in der Nacht von US-Truppen gefangen genommen und in die USA gebracht. Ein Regime, das seit Jahren für Unterdrückung, Korruption und wirtschaftliche Misere steht, scheint an seiner Spitze gestürzt. Doch ist das wirklich ein Grund zur Freude?
Ein Regime ohne Kopf, aber nicht ohne Körper
Zwar mag der oberste Repräsentant des Regimes in Haft sein, doch das System selbst existiert weiter. Die Repression im Land ist nicht etwa gesunken, sie nimmt sogar zu. Das Militär, das jahrzehntelang loyal zu Maduro stand, ist nicht verschwunden. Im Gegenteil: Es marschiert in den großen Städten und an der Grenze zu Kolumbien auf, vermutlich um Proteste, Freudenfeiern und mögliche Fluchtbewegungen zu verhindern. Die Menschen in Venezuela, die seit Jahren unter Hunger, Hyperinflation und politischer Verfolgung leiden, dürfen sich also nicht auf Besserung hoffen. Stattdessen droht ihnen eine neue Phase der Unsicherheit – diesmal unter direkter US-Kontrolle bzw. einer Marionettenregierung.
Trumps wahre Motive: Öl, Kapitalismus und Ablenkung
Dass es Donald Trump bei diesem Militärschlag um Menschenrechte oder Demokratie geht, ist mehr als fragwürdig. Maduro und dessen Mentor Hugo Chávez hatten sich mit den USA angelegt, als sie ausländische Ölfirmen und Konzerne wie Coca-Cola verstaatlichten. Seitdem steht Venezuela auf der Abschussliste Washingtons. Trump, der sich gerne als „Retter“ inszeniert, hat nun die Chance genutzt, um sich der größten Ölreserven der Welt zu bemächtigen. Die Ladungen der gekaperten Öltanker, die angeblich ein Embargo durcchbrochen haben, hat Trump in US-Raffinerien entladen lassen. Muss man mehr wissen zu dessen Absichten? Geht es ihm also wirklich um das Wohl der Venezolaner? Oder vielmehr um die Ablenkung von den eigenen Skandalen – etwa den Epstein Files, die ihm seit Jahren und vor allem derzeit unangenehme Fragen bescheren?
Maduro ist weg – doch wer kommt nach?
Die Geschichte lehrt: Wenn ein Diktator stürzt, folgt nicht automatisch die Demokratie. Oft übernimmt ein neuer Machthaber, der die Repression noch weiter verschärft. In Venezuela könnte das bedeuten, dass die Unterdrückung der Opposition, die Zensur und die wirtschaftliche Ausbeutung des Landes einfach unter neuem Management weiterlaufen. Die USA haben bereits signalisiert, dass sie mit Maduros Stellvertreterin und Chefin des Geheimdienstes Delcy Rodríguez zusammenarbeiten wollen – einer Hardlinerin, die kaum als Hoffnungsträgerin für demokratische Reformen gilt. Trump wird ein knallhartes Regime installieren, das den wirtschaftlichen Interessen der USA dient, aber sonst Maduros Kurs mit noch mehr Unterdrückung fortsetzt.
Trumps halbe Sache: Warum Maduro nur ein Bauopfer ist
Trump hat mal wieder nur die halbe Sache gemacht. Statt das Regime als Ganzes zu entmachten, hat er sich auf die symbolische Festnahme Maduros beschränkt. Warum? Weil es ihm nicht um Venezuela geht, sondern um seine eigenen Interessen. Dass er die Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado – eine der wenigen demokratischen Hoffnungsträgerinnen des Landes – als „nicht fähig“ abtut, sagt alles. Warum wohl? Vielleicht, weil sie einen Friedensnobelpreis bekommen hat und er nicht.
Fazit: Ein Tag für Trumps Ego, nicht für die Menschen
Am Ende bleibt die bittere Erkenntnis: Dieser Militärschlag ist kein Sieg für die Demokratie, sondern ein weiterer Schritt in Trumps egozentrischem Machtspiel. Es geht nicht um die Menschen in Venezuela, nicht um Freiheit oder Gerechtigkeit. Es geht um Öl, um Einfluss und um die Ablenkung von den eigenen Problemen. Solange das so bleibt, wird sich für die Venezolaner nichts zum Besseren wenden – egal, wer gerade an der Spitze steht.