Losgeschrieben:

Schon immer trage ich es in mir: das Zu Hause. Mein Zu Hause. Damit meine ich nicht das perfekte Wohnheim, makellos eingerichtet und kein Staubkörnchen zu finden. Ich liebe Staub, nicht in Hülle und Fülle, aber eine kleine Schicht auf einem Regal stört mich nicht. Umrandet mit dem Putzlappen um den Fernseher, einen Rand Staub vergessen und es macht mir nichts aus. So fühle ich mich wohl. Aufgeräumt, sodass man noch Platz hat, auf der gemütlichen Couch, die vielleicht schon einiges an Abnutzung zeigt, aber dennoch noch einlädt, sich zu setzen. Und wo ich mich wage, mich zu setzen, denn gut möglich, dass meine Hose einen Fleck aufweist. Vielleicht gerade von draußen, beim Spazieren gehen mit meiner kleinen Codita oder vom Mittagessen, etwas runter geflogen, aber nicht gleich in Panik ausbrechend, dass dies bestraft werden würde. Sondern, alles was nicht nach oben fliegt, fliegt eben runter.

Zu Hause. Was trage ich da in mir? Die Sehnsucht - Wasser, altes Haus, noch bewohnbar, ruhige Gegend. Unabhängigkeit. Kein Zwang, das Haus sauber zu halten, sondern genau so zu säubern, wie ich mich darin einfach wohl fühle. Vielleicht hat es auch mit meiner Seele zu tun. Putzen tut ab und an schon recht gut, gewiss. Es ist auch irgendwie ein Gefühl der Befreiung, generell, wenn ich mich dazu entscheide, etwas weg zu geben, dass ich schon tausend Mal in der Hand hielt und mir erhoffte, es doch einmal zu benötigen, da es ja viel zu schade fürs Weg geben ist.

Ein großer Garten - ohne Begrenzung, die Welt gehört uns, Grenzen setzen, Besitz zu zeigen oder vielleicht gar nicht mehr zu zeigen, in dem man meterhohe Pflanzen setzt, keinen Einblick gewähren, in das Reich, das doch Präsentation in sich birgt. Hach, die Unabhängigkeit, Freiheit, ein alter Holzofen, im Winter wohlig warm, nicht das neue, aus dem Kaufhaus, ein Holzofen, der schon eine andere Generation erlebt hat, der Geschichten vom Zusammensitzen der Familie erlebt hat. Knarriger Holzboden, die Mauer noch mit der Hand gesetzt.

Im Garten ... im Garten erträume ich mir Margariten oder zumindest Gänseblümchen, Löwenzahn, vielleicht ein Erdhaufen eines Maulwurfs, der sich nicht kümmert, wem der Besitz nun gehört. Ich kann mich noch an früher erinnern, die Wiesen waren voll mit Blumen. Nicht jene, die man im Kaufhaus kauft, sondern die Natur schenkte uns ihre eigenen, ungezüchteten Blumen. Wir haben aus Margariten Kränze gezaubert und erfreuten uns der bunten Wiesen. Perfekt grün sind sie jetzt. Ich sehe keine Margariten mehr, die freiwillig in den Wiesen blühen.

Das Wasser, ich mag Wasser. es beruhigt mich. Aber kein Gartenteich, selbst gepflegt und gehegt. Sondern ein Fluß, auf den die Natur selbst schaut. Ohne dafür zu zahlen oder ihn pflegen zu müssen. Da kann ich einfach nur dort sitzen und ins Wasser schauen. Vielleicht sehe ich einmal Frösche oder Fische oder Enten, die sich im Gewässer tummeln.

Das ist mein Zu Hause. In meinen Träumen.

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Silvia Jelincic

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Maria Lodjn

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fischundfleisch

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dohle

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