Viele AfD‑Wähler schauen dieser Tage nach Spanien und fragen sich, warum dort Benzin und Strom deutlich günstiger sind. Und die Antwort ist – ganz einfach gesagt – wie in einem Bilderbuch: Spanien macht Dinge, die die AfD strikt ablehnt.
Stell dir vor, zwei Kinder bauen eine Spielzeugstadt. Das eine Kind baut Windräder, Solaranlagen und Batteriefabriken, damit die Stadt selbst Energie erzeugen kann. Das andere Kind sagt: „Windräder sind doof, Solar ist doof, Batterien sind doof – ich will nur Öl!“
Rate mal, welche Stadt später billig Strom hat.
Spanien baut Batterien – ihr baut nur Wutkommentare
Spanien hat eine linke Regierung, die seit Jahren genau das tut, was viele progressive Politiker in Deutschland ebenfalls wollen:
- Übergewinne der Ölkonzerne abschöpfen, damit nicht nur die Konzerne profitieren.
- Erneuerbare Energien massiv ausbauen, bis fast der gesamte Strombedarf daraus gedeckt wird.
- Batterien und moderne Industrie fördern.
Wenn man das haben will, müsste man eben links wählen. Denn wer Politik der Öllobby wählt, bekommt nun mal Politik der Öllobby. Und wer sich dann über hohe Preise beschwert, wirkt wie jemand, der absichtlich den Regenschirm wegwirft und sich danach über Regen aufregt.
Wer gegen Windräder kämpft, darf sich nicht über teuren Strom wundern
Die AfD lehnt Klimaschutz ab, ist gegen Windräder, gegen Solarenergie, gegen E‑Autos und setzt politisch stark auf Öl. Gleichzeitig sympathisieren Teile der Partei mit internationalen Akteuren, deren Konflikte nachweislich zu Preissprüngen auf den Energiemärkten geführt haben. Wenn dann der Sprit teurer wird, ist es wenig plausibel, der deutschen Regierung die Schuld zu geben – das ist ein klassisches Muster politischer Propaganda.
Und Spanien als Vorbild? Ja, das Land hat:
- fast vollständige Stromversorgung aus Erneuerbaren
- höheren Mindestlohn
- starke Gleichberechtigungspolitik
- 37,5‑Stunden‑Woche bei vollem Lohnausgleich
- starke betriebliche Mitbestimmung
- kostenlosen Zugang zum Gesundheitssystem
- erleichterte Einbürgerung für Migranten
Spanien erhebt zudem eine CO₂‑abhängige Zulassungssteuer von bis zu 14 % des Fahrzeugwertes. Wer das mit der deutschen CO₂‑Steuer vergleicht, kann gern ausrechnen, wie viele Kilometer man fahren müsste, um auf dieselbe Belastung zu kommen.
Ihr feiert Spaniens Erfolge, aber wählt Parteien, die das Gegenteil wollen
Will ein AfD‑Wähler diese Politik, müsste er in Deutschland Grüne, SPD oder Linke wählen – denn dort liegen die entsprechenden Programme.