#FPÖ #Wahl #Verschwoerung #Manipulation #Beschimpfung

Wenn ein alkoholkranker Familienvater, der ständig betrunken ist, der alles in Alkohol und nichts in die Bildung seiner Söhne investiert, wenn dieser sich dann wundert, dass seine Söhne auch zur Flasche greifen und ihr Leben damit ruinieren – wenn dieser Vater dann beginnt, seinen Söhnen im betrunkenen Zustand Abstinenz zu predigen, dann könnten eventuell Probleme in Verbindung mit der Glaubwürdigkeit des Vaters auftreten. Ein Kranker steckt in einem Haus aufgrund seiner eigenen Fahrlässigkeit und Unbedachtheit andere Einwohner mit einer Infektion an und macht dann einen auf großen Wunderheiler. Jemand durchquert im Winter risikoreich einen unsicheren Hang, löst eine Lawine aus und wundert sich über das Ausmaß der Zerstörung. Der Dirigent gibt ein Zeichen und wundert sich, dass alle zu singen beginnen.

Diese Metaphern sollen ein Verhalten in der österreichischen Innenpolitik veranschaulichen.

Die FPÖ predigt nun also eine Abrüstung der Worte.

Im Wahlkampf hat Norbert Hofer immer wieder auf den Unterschied hingewiesen, dass es eben etwas anderes ist, wenn man etwas auf einer Bühne im Bierzelt sagt oder in einem anderen Rahmen. Die Empfänger dieser Botschaften dürften das offenbar anders sehen. Schließlich handelt es sich auch beim Bierzelt um einen öffentlichen Raum, vor allem, wenn die Kameras laufen. Wenn in aufgeheizter Atmosphäre über die Regierung gebrüllt wird, darf man sich nicht wundern, wenn eigene Sympathisanten meinen, sie könnten ähnliches in den sozialen Netzwerken eben auf ihre Art und Weise tun. Wenn man den damals amtierenden, und inzwischen zurückgetretenen Bundeskanzler als Staatsfeind beschimpft, dann ist es doch die logische Folge, dass die eigenen Anhänger auch in die Kiste der übelsten Beschimpfungen greifen. Die FPÖ macht die Beschimpfung und die Verschwörungstheorie in diesem Land salonfähig. Bei vielen Wählern fällt die Saat auf fruchtbaren Boden, jetzt so zu tun, dass es nicht gewollt war, dass etwas wächst, wirkt unglaubwürdig. Oder ist in den digitalen Netzwerken die Sache unbeabsichtigt aus dem Ruder geraten? Wie dem auch sei, Parallelen zu Goethes Zauberlehrling drängen sich auf: „Die Geister, die ich rief, werd ich nun nicht los.“ Die FPÖ hat etwas in Gang gesetzt, dass sie nun scheinbar wieder loswerden will, allein, es mag ihr nicht gelingen.

Ist es denn wirklich verwunderlich, dass FPÖ-Sympathisanten an eine Wahl-Verschwörung glauben, wenn diese von der FPÖ selbst in den Raum gestellt wird?

Wird jetzt nun in einem Rechtsstaat wie Österreich eine Wahl gefälscht? Vielleicht sogar von höchster Stelle aus? Ja? Dann muss das unbedingt vor die Gerichte kommen. Oder ist der Gerichtsbarkeit ebenfalls nicht zu vertrauen?

Wie ergeht es eigentlich dem Innenministerium mit den Manipulationsverdächtigungen, die ja keine geringen sind? Wie geht es den tausenden freiwilligen und ehrenamtlichen Wahlhelfern in Verbindung mit diesen Unterstellungen?

Warum ahnte Norbert Hofer aber schon vor der Wahl, dass die Sache bei den Wahlkarten immer etwas „eigenartig“ ist? Warum kam, trotz eines faktischen Vorsprungs von 144.000 Stimmen auf den Konkurrenten, bei den Freiheitlichen am Sonntagabend keine wirkliche Siegesstimmung auf?

Vielleicht deshalb, weil schon seit vielen Wahlen eben eher urbane, grüne Wähler gerne per Wahlkarte abstimmten?

Ich könnte mir gut vorstellen, dass man innerhalb der Führung der FPÖ gar nicht wirklich glaubt, dass die Wahl manipuliert wurde. Trotzdem lässt man diesen leisen Verdacht im Raum stehen, und viele Wähler von Norbert Hofer übernehmen das und entwickeln einen Hass auf diesen Staat, der sie immer übergeht, bei dem sie immer das Nachsehen haben, sogar jetzt, bei der Wahl zum Bundespräsidenten.

Das ist verantwortungslos und einer Parlamentspartei unwürdig. Das ist ein Spiel mit dem Feuer!

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julbing

julbing bewertete diesen Eintrag 25.05.2016 12:45:27

G. Szekatsch

G. Szekatsch bewertete diesen Eintrag 25.05.2016 11:49:04

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