"Bei der Suche nach ihren Vermissten sind die Verwandten fast gänzlich auf sich allein gestellt. Um sie ausfindig zu machen und zu befreien, sind die Familien auf Schlepper angewiesen. Einer von ihnen ist Abdullah Shrim. Er ist selbst Jeside aus Sindschar und musste 2014 vor dem IS fliehen. Früher hat Shrim als Imker gearbeitet, eine Zeit lang auch als Händler in Aleppo. Doch als der IS Sindschar überrannte, habe sich sein Leben fundamental geändert, erzählt er, während er auf einer Matratze in einem Haus außerhalb der kurdischen Stadt Dohuk sitzt, wo er momentan mit seiner Familie lebt.Ins Geschäft der Jesiden-Befreiung rutschte er zufällig. Auch Shrim hat Angehörige, die sich in Gefangenschaft des IS befinden. Seine Nichte Marwa rief ihn im November 2014 an und bat um Hilfe. Sie war zu dem Zeitpunkt bei einem IS-Kämpfer in der syrischen Stadt Rakka gefangen. Zusammen mit Bekannten aus seinem früheren Leben in Aleppo gelang es Shrim, sie zu befreien. „Ich habe gemerkt, dass ich ein Flair für diese Arbeit habe“, sagt er. Also machte er weiter.Mittlerweile habe er fast 400 Jesiden befreit, „so viele wie niemand sonst“, sagt er stolz. Die meisten davon aus Syrien. Um die Frauen herauszuschmuggeln, arbeitet Shrim mit einem Netzwerk an Leuten zusammen, die sich im IS-Gebiet selbst befinden oder auf dem Weg in den Irak. Denn selbst, wenn ein Kämpfer beschließt, „seine“ Jesidin für ein paar Tausend Dollar zu verkaufen, muss sie noch an den Checkpoints des IS vorbei. „Die meisten, die mit mir an vorderster Front in den IS-Gebieten arbeiten, sind Frauen“, sagt Shrim. Ansonsten will er keine Details über seine Arbeit preisgeben.

Viele Jesiden fühlen sich im Stich gelassen. Sie haben das Gefühl, dass sich die Welt nicht mehr für ihr Schicksal interessiert. Haji Hamid Tallu ließ im vergangenen Dezember sogar einen Brief ins Englische übersetzen und schickte ihn an verschiedenen Hilfsorganisationen. Darin bittet er um finanzielle Unterstützung, um seine übrigen Verwandten aus der Gefangenschaft befreien zu können."

im übrigen lese eine jeder selbst, um sich einen begriff vom andauernden völkermord an den ezîdî zu machen.

http://www.taz.de/Entfuehrte-Jesidinnen-im-Nordirak/!5557165/"

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